Ausstellung

Er sucht Künstler für seine Mini-Galerie

Erik Simon hat „die kleinste Galerie der Welt“ in der Auguststraße 11a eröffnet. Er hofft auf viele Besucher und Gespräche. Foto: Roland Keusch
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Erik Simon hat „die kleinste Galerie der Welt“ in der Auguststraße 11a eröffnet. Er hofft auf viele Besucher und Gespräche.
  • Melissa Wienzek
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Erik Simon öffnet die Tür der Auguststraße 11a.

Remscheid. Als der Starkregen über Remscheid niederging, eröffnete auf einer Anhöhe im Südbezirk heimlich, still und leise die wohl kleinste Galerie der Welt. So zumindest nennt sie der Galerist, Erik Simon. Eine Fläche von gerade mal 64 x 64 x 15 Zentimetern steht im Eingang des Wohnhauses Auguststraße 11a für Künstlerinnen und Künstler bereit – und Erik Simon öffnet ihnen gern die Tür. Sie dürfen hier künftig ausstellen. Der Wuppertaler Künstler André Kern habe bereits zugesagt. „Ich nenne ihn den Fleischkünstler“, bekennt der Galerist. Denn Kern male gerne Koteletts in Öl.

„Nachdem durch die Corona-Pandemie das kulturelle Leben in Remscheid-Süd gänzlich zum Erliegen kam, wurde es Zeit, endlich mal wieder ein positives Lebenszeichen aus der Kulturszene zu senden“, sagt der gebürtige Südwestfale, der seit vier Jahren in Remscheid lebt. Die neue Galerie soll neugierig machen. Schulkinder sind genauso im Hausflur willkommen wie Nachbarn, Künstler und Kulturschaffende. „Auch wenn drei Stufen zu überwinden sind, soll das Kulturangebot niederschwellig sein“, sagt Simon.

Ausstellung von Erik Simon dreht sich im Schrift, Bild und Kommunikation

Die Neugier auf Unbekanntes, auf Mal-Gucken und darüber ins Gespräch kommen sei heutzutage ein wenig verloren gegangen, bedauert der Künstler, Autor und zertifizierte Gästewanderführer, der einst Theologie studiert hat. „Denn Kunst ist immer eine Art von Kommunikation.“ Und darüber erhofft sich Erik Simon möglichst viele Gespräche.

Das Konzept der „Kleinsten Galerie der Welt“ soll für die nächste Pandemie genauso tauglich sein wie für die momentan noch vorherrschende: Nur, wenn Erik Simon in seiner Parterrewohnung anwesend ist, ist eine Besichtigung der Kunstwerke zu Tageszeiten möglich. Aktuell zeigt er dort seine Sommerausstellung.

Es geht um Schrift und Bild und Kommunikation. „Dein Wort ist meine Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“ prangt über allem, es handelt sich um Psalm 119, Vers 105 aus der Bibel. Auch weitere Querverweise findet der Betrachter: Eine Collage samt Vogelei und Feder, Hinweise auf Leben, es schließt sich der Kreis. So gibt es auch Holz in Vase samt schimpfendem Schiedsrichter-Schlumpf oder den „Froschteich“ zu sehen. „Das Fassungsgefäß habe ich im bergischen Wald gefunden. Die goldene Kugel, die darin liegt, kommt aus Rheinland-Pfalz“, erklärt Erik Simon. Jeder dürfe das dafür bezahlen, was er dafür geben wolle.

Erik Simon schreibt für die neanderland Biennale 2021 einen Festival-Blog

Der „Dahergeloupene“, wie er selbst bekennt, brennt für die Kultur. Als Autor schreibt er für die neanderland Biennale 2021, die vom 21. August bis 10. September stattfindet, einen Festival-Blog. „Ich fühle mich als Botschafter für die Szene. Und vor allem hier im Süden passiert zu wenig“, sagt der Gästeführer, der mit seinen „Bergisch Gold Tours“ Groß und Klein zum bergischen Gold führen will: dem Wasser. Seine Stadtführungen seien für jedermann buchbar. Aber, so betont Erik Simon: „Ich mache all das nicht für Proporz, sondern ich mache hier mein Ding – und möchte möglichst viele Menschen mitnehmen.“

Kontakt: (01 78) 1 90 77 65; simonerik@web.de

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