Spende

Er rettete mit seinen Stammzellen ein Leben

Dustin Kirn (27) mit seinem Blutspenderausweis. Er hat die Blutgruppe 0 positiv.
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Dustin Kirn (27) mit seinem Blutspenderausweis. Er hat die Blutgruppe 0 positiv.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Dustin Kirn (27) spendete Stammzellen an eine schwerkranke Frau. Beim 9. Remscheider Blutspende-Marathon kann sich jeder typisieren lassen.

Remscheid. Weiblich, 60 Kilo. Das ist alles, was Dustin Kirn (27) weiß. „Ich würde schon gern wissen, wem ich das Leben gerettet habe“, sagt der Gas-Wasser-Installateur aus Vieringhausen. Denn vor etwa drei Jahren spendete Kirn seine Stammzellen, damit eine schwerkranke Frau weiterleben konnte. „Das war ein gutes Gefühl“, sagt er. „Ich würde es sofort wieder tun.“ Jetzt überlegt er, ob er nicht über die Westdeutsche Spenderzentrale (WSZE), der Datei für Knochenmark- und Blutstammzellspende, „weiblich, 60 Kilo“ ausfindig macht.

Bei einem Blutspendetermin des Deutschen Roten Kreuzes in seiner Berufsschule in Gummersbach spendete er damals nicht nur Blut, sondern ließ sich auch typisieren. Warum nicht?, dachte sich der gebürtige Wuppertaler, der damals noch Azubi war. Etwa fünf Monate später kam tatsächlich der Anruf - man habe eine Frau, die dringend Stammzellen benötigte. Für Dustin Kirn, Blutgruppe 0 positiv, war der Fall sofort klar.

Zwei Wochen vor der Entnahme spritzte er sich selbst einen Botenstoff in die Bauchfalte. „Das war beim ersten Mal komisch, aber später ging es.“ Kurz vor der Entnahme habe er Rücken- und Kopfschmerzen gehabt, erzählt er. Aber das sei auch alles gewesen. Die Entnahme selbst sei kein großer Akt gewesen. „Nur durfte ich meine beiden Arme fast fünf Stunden lang nicht bewegen. Aber ich konnte ja einen Film gucken“, sagt er gelassen.

Der 27-Jährige, der bald mit seiner Verlobten und den beiden Katzen ein Eigenheim in Hückeswagen bezieht, überlegt nun, auch zum 9. Blutspende-Marathon von DRK, RGA, Stadt und Radio RSG zu kommen. Anderen Gutes zu tun, ist für den Kreisliga-A-Fußballer selbstverständlich.

Die Stammzellspende beim Remscheider Blutspende-Marathon: Am 8. August kann sich jede noch nicht typisierte Person direkt mit der Blutspende typisieren. Dafür werden während der Blutspende zwei Röhrchen mit etwa 6 ml Blut abgenommen. Wer kein Blut spenden kann, kann sich über einen Wangenabstrich typisieren lassen.

Was dann mit meinen Stammzellen passiert: Aus der entnommenen Probe werden im Labor die Gewebemerkmale bestimmt und für eine spätere Testung eingefroren. Die bestimmten Gewebemerkmale werden pseudonymisiert an das Zentrale-Knochenmarkspender-Register Deutschland übermittelt, erklärt Joana Siepmann von der WSZE. Krankenhäuser könnten so für ihre Patienten die passenden Spender finden.

Das passiert, wenn es passt: Kommt ein Spender oder eine Spenderin für einen Patienten infrage, wird erneut überprüft, ob der Spender tatsächlich mit dem Empfänger übereinstimmt. Sollte dies der Fall sein, wird der Spender in einem ausführlichen Arztgespräch über die Spende aufgeklärt und untersucht. Es gibt anschließend zwei Möglichkeiten, zu spenden.

Erstens: Periphere Blutstammzellspende: Vor der Spende wird dem Spender an vier Tagen ein im Körper vorkommender Botenstoff verabreicht. Dieser bewirkt den Übergang von Blutstammzellen ins Blut. Die Entnahme der Stammzellen selbst dauert etwa fünf Stunden. In einigen Fällen muss die Entnahme am folgenden Tag wiederholt werden, um die benötigte Anzahl an Stammzellen zu gewinnen.

Zweite Möglichkeit: Knochenmarkspende. Unter Vollnarkose wird dem Spender Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen. Achtung: Knochenmark ist nicht mit Rückenmark zu verwechseln.

So helfen Stammzellen: Laut Joana Siepmann erkranken pro Jahr allein in Deutschland rund 14 000 Menschen an Leukämie, darunter etwa 600 Kinder und Jugendliche. Für die meisten ist eine Knochenmark- oder Blutstammzellspende die einzige Chance, zu überleben.

Entscheidend bei einer solchen Spende für einen erkrankten Patienten ist die genetische Ähnlichkeit zwischen Spender und Patient. „In den meisten Fällen ist eine Spende in der Verwandtschaft leider nicht möglich“, erklärt Siepmann. Bei Geschwistern des Patienten liegt die Wahrscheinlichkeit bei 25 Prozent. „Deswegen ist es wichtig, dass sich so viele Menschen wie möglich typisieren lassen.“

Passen dazu: DRK-Zentrum: Bis zu 3700 Blutspenden pro Tag werden hier verarbeitet

Der Marathon

Remscheider Blutspende-Marathon

Der 9. Remscheider Blutspende-Marathon, veranstaltet von DRK, RGA, Stadt Remscheid und Radio RSG, findet am Montag, 8. August, von 13 bis 20 Uhr in der Sporthalle Hackenberg, Hackenberger Straße 107, in Lennep statt. Hier ist es auch möglich, Stammzellen zu spenden. 550 Termine gibt es an dem Tag. Bitte vorab einen Platz buchen: telefonisch unter Tel. (08 00) 1 19 49 11 oder unter blutspende.jetzt

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