Betriebsausschuss liefert Antworten

Entsorger prüfen Einsatz von Gurkenwasser

Noch lagert Michael Sauer 1000 Tonnen Streusalz.
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Noch lagert Michael Sauer 1000 Tonnen Streusalz.

Den Technischen Betrieben Remscheid stellen sich im neuen Jahr eine ganze Reihe von Fragen.

Von Axel Richter

Remscheid. Sorgt Gurkenwasser in Zukunft für eisfreie Straßen? Brauchen Entrümpler auch nach dem Lockdown einen Termin für den Wertstoffhof? Und: Werden die Standorte der Abfallcontainer jemals sauber sein? Den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) stellen sich im neuen Jahr so einige Fragen. Erste Antworten gab es jetzt im Betriebsausschuss.

Gerd Schorn und Michael Zirngiebl loben die Disziplin auf dem Wertstoffhof.

Gurkenwasser: Seit 2019 setzen die niederbayrischen Straßenmeistereien Dingolfing, Landshut und Abensberg Gurkenwasser als Alternative zum Streusalz ein. Das Wasser stammt aus der Produktion von Salzgurken und war bislang als Abfallprodukt zu entsorgen. Heute ersetzt es in Bayern eine Million Tonnen umweltfeindliches Streusalz. Auch im Märkischen Kreis gibt es Versuche. Wäre das nicht auch was fürs Bergische?, fragt die FDP. Mit seinem zuständigen Bereichsleiter Michael Sauer will sich TBR-Chef Michael Zirngiebl den Gurkenwasser-Einsatz in Dingolfing anschauen. Eins weiß er aber schon jetzt: „Auch die Essiggurke ist ein Opfer der Pandemie geworden.“ Schon 2020 fehlten die Erntehelfer und auch 2021 dürfte ein ernteschwaches Gurkenjahr werden. Prognose: Im nächsten Winter wird (noch?) Salz gestreut.

Wertstoffhof: Seit Mitte Januar ist der Wertstoffhof in der Solinger Straße im Lockdown wieder geöffnet. Wer seine Abfälle dort loswerden möchte, braucht einen Termin. Das läuft jedoch so gut, dass sich nicht wenige wünschen, dass es nach dem Lockdown auch genauso weitergeht. Die Bürger schätzen den Platz, den sie beim Entladen haben. Zunächst bis Ostern soll es dabei bleiben. Die Terminvergabe wollen die TBR in Kürze über ihr Online-Portal möglich machen. Nach Ostern soll auch die Grünschnittsammlung auf dem Schützenplatz wieder eingerichtet werden. Prognose: Auch in Zukunft wird nur mit Termin abgeladen.

Schlitten fahrende Kinder hätten vermutlich was gegen eine geräumte Trasse.

Balkantrasse: Der Wander- und Freizeitweg blieb ungeräumt, was für Kritik sorgte. Allein: Es besteht dort heute keine Räum- und Streupflicht, weshalb an der Trasse entsprechende Schilder stehen: „Kein Winterdienst“. Nun wird die Trasse auch von Berufspendlern auf Rädern genutzt. Die TBR zeigen sich deshalb offen, auf die Trasse auszurücken. „Dazu bedarf es jedoch eines Auftrages der Stadt“, sagt Michael Zirngiebl. Dazu müsse die Kostenfrage geklärt werden, denn den Gebührenzahler über die Straßenreinigungsgebühr heranzuziehen, wäre unzulässig. TBR-Chef Zirngiebl wies zudem darauf hin, dass nicht nur Radfahrer auf der Trasse unterwegs sind. Sondern auch Spaziergänger, Kinder mit Schlitten oder auch Skilangläufer. Denen würde eine geräumte Trasse wahrscheinlich weniger gefallen. Prognose: Hier lauert Konfliktpotenzial.

Übervolle Container bleiben ein Ärgernis.

Containerstandorte: Leute, die ihre Abfälle an den Sammelbehältern für Glas und Papier abladen, bleiben ein Dauerärgernis. „Die Leute müssten härter bestraft werden“, forderte im Ausschuss Stefan Grote (SPD). Fakt ist: Gelingt es nicht, die Müllsünder auf frischer Tat zu ertappen, gehen selbst die frei aus, deren Briefe mit Adressfeld im Abfall gefunden werden. Alle Anzeigen, die die TBR diesbezüglich gestellt hat, verliefen im Sande. Schließlich, so hieß es, sei nicht auszuschließen, dass andere die Briefe in den Abfallberg gesteckt haben. „Das einzige, was geholfen hat, ist die Einhausung der Container, wie wir es an der Presover Straße gemacht haben“, sagt Michael Zirngiebl: „Bevor die Menschen den Unrat sehen, haben wir ihn weggeräumt.“ Eine Einhausung ist jedoch nicht überall möglich. An der Lenneper Straße etwa liegen Kabel im Boden. Eine Videoüberwachung ist ausgeschlossen, denn Müllcontainer sind keine Gefahrenorte. Die Politiker folgten dennoch der Forderung der CDU. Danach sollen die TBR alles nochmal prüfen. Prognose: Es wird sich wenig ändern.

Remscheid: Tonne statt Sack

Die gelben Säcke zur Sammlung von Kunststoffabfällen kommen ab 2023 nur noch in Ausnahmefällen zum Einsatz. Wie berichtet, bekommen die Remscheider dann flächendeckend die Tonne, die zudem alle zwei Wochen entleert wird. Darauf haben sich die TBR nach langen Verhandlungen mit dem Dualen System Deutschland geeinigt. Die Tonne gilt als ökologischer als der Sack, allerdings werden die Fahrten zunehmen.

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