Konzert

Ensemble serviert Publikum feinsten Swing

Les Searles Meisterswingers boten dem Publikum im Foyer des Teo Otto Theaters ein klasse Swing-Konzert. Foto: Roland Keusch
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Les Searles Meisterswingers boten dem Publikum im Foyer des Teo Otto Theaters ein klasse Swing-Konzert.

Les Searles Meisterswingers hatten zum Christmas Jazz ins Theater-Foyer eingeladen.

Von Peter Klohs

Remscheid. Ein vorweihnachtlicher Besuch des britischen Jazzpianisten Les Searle im Teo Otto Theater ist inzwischen zur Tradition geworden. Am Sonntagabend war es wieder soweit: Die Meisterswingers hatten zum jazzvollen 4. Advent eingeladen. Und wie üblich brachte Searle eine Gruppe von erstklassigen Mitmusikern und eine Sängerin mit. 75 Minuten Swing der feinsten Art gab es so zu hören.

Das Forum des Theaters war mit knapp 50 Besuchern nicht eben überfüllt. Die Freude und Begeisterung der Gäste übertrug sich auf die Musiker und die Sängerin, so dass dem Publikum einige Glanzstücke geboten wurden. War der Anfang des Konzertes mit „These three kings“ noch etwas verhalten und die Soli knapp bemessen, hatte sich die Band beim zweiten Stück schon freigespielt.

Saxofonist Stephan Aschenbrenner veredelte das dezent, aber nachdrücklich swingende „I get a kick out of you“ mit einem extralangen Solo. Sängerin Alexandra Neumann glänzte vor allem in der beseelten Ballade „I loves you Porgy“ aus George Gershwins Oper „Porgy and Bess“ und Scatgesang im fulminanten Latin-Rhythmus von „Favela“, einer Komposition des Brasilianers Antonio Carlos Jobim.

Schlagzeuger Marcel Wasserfuhr beeindruckte durch einfallsreiche Breaks und ein feines Solo in Louie Bellsons „Skindeep“. Paul-G. Ulrich am Bass überraschte durch sehr fantasievolle Linien, diverse erzählerische Soli und einer Gesangseinlage, letztere bei einer fein swingenden Version des Tommy-Dorsey-Titels „I’m getting sentimental over you“, bei der Ulrich das Scatten zeitgleich in sein Bass-Solo integrierte. Begeisterter Applaus belohnte ihn für diese gekonnte Darbietung.

Les Searl, dem man seine 84 Lebensjahre wirklich nicht ansieht und -hört, hielt sich solistisch etwas zurück, ließ hier und da durch variantenreiche Einwürfe aufhorchen und hatte sichtlich Spaß an der Spielfreude seiner Kollegen. Seine Komposition „Maximum“, geschrieben für seinen Enkel Max sowie dessen Mutter, fügte sich nahtlos in den Reigen des „Great American Songbooks“ ein, ein wirksamer Mix aus Mainstream-Swing in der Nähe des Bebops, Blues und Soul. Ja, Soul.

„Halleluja, I love you so“, bekannt geworden durch Ray Charles, kam so herrlich groovend daher, dass es eine große Freude war. Alexandra Neumanns Klasse wurde auch hier deutlich: Zwar tonsicher und klar, aber wenn es sein muss, kann sie auch „dreckige“ Blue-Notes singen, gerade wie Ray Charles es getan hätte.

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