Gaskrise

Energiesparen: Laternen sollen nicht überall ausgeschaltet werden

Die Stadt prüft derzeit, welche Energiesparmaßnahmen wo möglich sind. Das gilt auch für die Straßenbeleuchtung.
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Die Stadt prüft derzeit, welche Energiesparmaßnahmen wo möglich sind. Das gilt auch für die Straßenbeleuchtung.
  • Axel Richter
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Die Stadt prüft das Abschalten von Straßenlaternen. Die Senioren-Union sieht dabei Risiken für Ältere.

Remscheid. Die Brunnen werden weiter plätschern. Der Krisenstab sieht sie als wichtig für das Mikroklima an. Das zeige: „Wir prüfen sehr genau, wo wir Energie einsparen können und wo das nicht möglich ist“, sagt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) und tritt damit Befürchtungen entgegen, die Stadt könne allen voran die Senioren zu den Verlierern der Gaskrise machen.

Formuliert wird diese Sorge von der Senioren-Union in der CDU Remscheid. „Wenn die Beleuchtung stark heruntergefahren wird, könnten Angsträume insbesondere für die ältere Generation entstehen“, schreibt deren Sprecherin Jutta Wilke in einer Anfrage an den Seniorenbeirat: „Auch eine erhöhte Sturzgefahr und Unfallrisiken müssen vorher bedacht werden.“

Wie der RGA am Freitag vergangener Woche berichtete, prüft die Stadt, ob und welche Teile der Straßenbeleuchtung und Lichtsignalanlagen sie in der Nacht abschalten kann. Damit will sie ihren Beitrag leisten, um mit den eingesparten Mengen die Erdgasspeicher für den Winter zu füllen. Dazu zieht die Stadt die Polizei zurate. Sie soll einschätzen, welche Laterne und welche Verkehrsampel abgeschaltet werden können, ohne dass dies auf Kosten der Sicherheit geht.

Erste Gespräche sind geführt worden, Ergebnisse gibt es noch nicht. Frühestens im August/September soll entschieden werden, auf welche Stromfresser in der Nacht verzichtet werden sollen. Auf dem Prüfstand steht außerdem die nächtliche Beleuchtung städtischer Gebäude - zum Beispiel des Rathauses.

Fraglich ist aktuell zudem der Wiederaufbau der Eisbahn zum Weihnachtsmarkt. Hierzu befindet sich die Stadt in Gesprächen mit dem Veranstalter. Der Stromverbrauch für die Eisherstellung entspricht dem mehrerer Haushalte. Niemand weiß, wie sich die Versorgungslage im kommenden Winter gestaltet.

Deshalb sollen nicht überall die Lichter ausgehen

Die Stadt prüfe deshalb alle Möglichkeiten zur Energieeinsparung. „Wir schalten deshalb aber doch nicht überall das Licht aus“, sagt der Oberbürgermeister und zeigt für die Anfrage der CDU-Senioren wenig Verständnis: „Die Unterstellung, dass ich die Menschen im Dunkeln stehenlassen würde, ist insofern absurd“, sagt Mast-Weisz: „Man stelle sich vor, wir würden jetzt nicht alles prüfen. Wahrscheinlich würde mir die CDU dann einen unverantwortlichen Umgang mit der Energiekrise vorwerfen.“

Standpunkt von Axel Richter: Probleme, die keine sind

axel.richter@rga.de

Noch ist in Remscheid keine Laterne erloschen und keine Ampel abgeschaltet worden. Frühestens im August könnte es dazu kommen. Oder auch erst im September. Ganz so schnell sind die Behörden in Deutschland schließlich nicht, wenn es um eine rasche Reaktion auf Krieg und Krisen geht. Zudem bleibt abzuwarten, ob es denn überhaupt zu nennenswerten Nachtabschaltungen kommt.

Hintergrund: Die chronisch klamme Stadt sieht sich schon seit Jahren dazu gezwungen, ihre Energiekosten zu senken und schaltet deshalb heute bereits ab, wo sie abschalten kann. Dass deshalb bei nächtlichen Un- oder Überfällen mehr Remscheider zu schaden gekommen sein sollten als zuvor, ist nicht bekannt. Insofern liegt die Vermutung nahe, dass in der Senioren-Union Probleme heraufbeschworen werden, die keine sind. Und das wahrscheinlich nur aus politischem Kalkül. Krisenbewältigung funktioniert so jedenfalls nicht, denn die erfordert Zusammenhalt und Stärke.

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