Digitalisierung

Pipersberg investiert mit neuem Gaszähler in digitale Zukunft

Peter Fischer (v. l., Geschäftsführer Pipersberg, Klaus Maurer und Matthias Knüpfer (beide EMZ) präsentieren den neuen Gaszähler. Foto: Doro Siewert
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Peter Fischer (v. l.), Geschäftsführer Pipersberg, Klaus Maurer und Matthias Knüpfer (beide EMZ) präsentieren den neuen Gaszähler.

Die Firma stellt sich mit neuen Eigentümern anders auf.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Gleich zwei positive Nachrichten konnte Peter Fischer, Geschäftsführer der Firma Pipersberg, am Mittwoch verkünden: Pipersberg wird digital. Mit einem neuen Gaszähler investiert die Firma aus Lüttringhausen in die Zukunft – und erhält dabei Unterstützung aus München. EMZ Partners heißt die Firma, die künftig Miteigentümer des Unternehmens ist, aber nur um Hintergrund mitwirken wird, wie Klaus Maurer, Managing Partner von EMZ, verrät.

Der Versorger muss nicht mehr ins Haus. Er kann durch die Straßen fahren und die Funksignale empfangen.

Peter Fischer, Pipersberg, über den neuen Gaszähler

„Unsere Philosophie ist, dass wir gemeinsam mit Pipersberg wachsen“, sagt Maurer. Fuß fassen in Europa, ist das Ziel von Peter Fischer. Frankreich, Spanien und England stehen auf der Liste der Expansion. Dabei soll das Familienunternehmen mit den alten Werten wettbewerbsfähig sein. „Wir mussten einen Partner finden, der uns auf dem Weg nach Europa begleitet“, erklärt Fischer. Mit seinen französischen Wurzeln bringe EMZ eine Menge Erfahrung mit, sagt der Pipersberg-Geschäftsführer.

Mit der Neuausrichtung in der Unternehmensspitze will Pipersberg zeitgleich digitaler werden. „Gaspreise sind heute in aller Munde“, weiß Peter Fischer. Nahezu jeder Remscheider habe einen Pipersberg-Gaszähler in seinem Haus. Bald können die Remscheider von einer neuen Technik profitieren. Das Unternehmen hat einen neuen Gaszähler entwickelt.

Das Besondere an dem neuen Produkt: „Es hat zwei Kommunikationsmodule an Bord. Damit bietet es alle Möglichkeiten der Funktechnologie und hat eine Anbindung an Smart-Meter-Gateways“, erklärt Fischer.

Ein Smart-Meter-Gateway verbindet den digitalen Stromzähler und flexible Verbrauchs- und Erzeugungseinrichtungen mit dem intelligenten Stromnetz, fasst das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf seiner Homepage zusammen.

Mit dem Funksystem können Verbrauchsdaten direkt an den Energieversorger gesendet werden, beispielsweise an die EWR in Remscheid. Daraus ergeben sich diverse Vorteile. „Der Versorger muss nicht mehr ins Haus kommen. Er kann durch die Straßen fahren und die Funksignale empfangen“, erklärt Fischer.

Auch für den Kunden, der das Gas bezieht, entstehen so Vorteile. Denn eine Abrechnung müsste nicht mehr erst am Ende des Jahres erfolgen, sondern könnte auch alle zwei Monate ins Haus flattern. „Ich kenne meinen Verbrauch. Es ist kein Ratespiel, ob ich Ende des Jahres nachzahlen muss oder Geld zurückbekomme“, sagt Fischer. Denn wie hoch sein Bedarf an Gas ist, erfährt der Kunde bisher erst am Jahresende. Das Stichwort in der Überlegung lautet dabei: Ressourcenschonung. Die fange beim Bewusstsein an. „Das fängt wiederum dann an, wenn ich sehe, dass meine Rechnung höher ist als zwei Monate zuvor“, sagt der Pipersberg-Geschäftsführer. Und: „Veränderungen kommen da an, wo sie das Portemonnaie betreffen“, weiß er.

Weiter in die Zukunft gedacht, könnte ein Zählerstand auch bald per App abgerufen werden. Ein komplexes Verschlüsselungsverfahren sorgt derweil dafür, dass die Daten nicht ausgelesen werden können. Denn das ist einer der höchsten Standards, die es für das Unternehmen in Deutschland zu bewältigen gilt.

Gaszähler spielt beim Thema Smart City eine große Rolle

Neben der hohen Sicherheit spielt noch ein weiterer Aspekt eine Rolle. Peter Fischer geht von einer sehr langen Laufzeit des neuen Gaszählers aus – bis zu 25 Jahre –, so dass die Kostenfrage bei der Anschaffung durch den Energieversorger und der Digitalisierungsgedanke zeitgleich gedeckt werden können. Das neue Gerät sieht er als Teil der Smart City – der Verknüpfung und Digitalisierung von Abläufen in der Stadt, die immer gefragter wird. „Wir werden in Deutschland bald einen sehr großen Bedarf an dieser Technologie haben“, schätzt Fischer.

Hintergrund

Pipersberg: Das 1843 in Remscheid gegründete Unternehmen Pipersberg ist führend im Bereich der Versorgungswirtschaft im Bezug auf Fertigung, Eichung, Zertifizierung und den Vertrieb von Gas-und Wasserzählern.

EMZ: EMZ ist eine europäische Beteiligungsgesellschaft, die sich als Partner von Mittelstandsunternehmen versteht. Im Fokus der Aktivitäten stehen Investments an der Seite von Gründern, Familiengesellschaftern und Managern.

Die Stadt unterstützt Pläne für ein privates Digitalisierungsinstitut in Reinshagen

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