Schüler, Eltern und Lehrer können jetzt Namensvorschläge abgeben

EMA: Remscheider Politik steht hinter dem Namenswechsel

Gerade ausgezeichnet: EMA als Schule ohne Rassismus. Foto: Doro Siewert
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Gerade ausgezeichnet: EMA als Schule ohne Rassismus.
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    VonAndreas Weber
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Fast alle Parteien sagen dem Gymnasium ihre volle Unterstützung zu – WiR zögert noch.

Remscheid. Zweimal scheiterte das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA) in den vergangenen Jahrzehnten mit dem Anliegen, seinen Namen zu ändern. Nie fand sich dafür im Rat eine politische Mehrheit. Die ist dem Gymnasium nun im dritten Anlauf gewiss. Im Schulausschuss am Mittwochabend bekräftigten bis auf die WiR alle Parteien, dass sie voll hinter der Entscheidung der Schulkonferenz stehen, den historisch umstrittenen Namensgeber zu streichen.

Zuvor hatte EMA-Leiter Rainer Schulz die Motive ausgeführt: „Seit 30 Jahren ist es ein Thema, seither hat sich aber nicht nur die Welt, auch das EMA geändert.“ Schulz dachte an die intensive Aufarbeitung der jüdischen Vergangenheit des Gymnasiums, die engagierte Geschichts-AG und an die Gedenk- und Erinnerungskultur, die durch den Verein Pferdestall überregionale Anerkennung findet. Journalist, Buchautor und Ex-EMA-Schüler Harry Luck erinnert sich an die Anfänge der Namensdiskussion.

Rainer Schulz verwies auch auf den Titel „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus“, den das EMA gerade verliehen bekam: „Es passt nicht mehr mit diesem Namensgeber, der offensichtliche viele rassistische und judenfeindliche Äußerungen getan hat.“

In Remscheid leben 120 Nationen friedlich zusammen

Erden Ankay-Nachtwein (SPD) erinnerte daran, dass in Remscheid 120 Nationen friedlich zusammenleben und versicherte: „Die Ausführungen der Schule überzeugen uns. Das war bereits früher der Fall, jetzt erst recht.“ SPD und Ampel-Koalition stünden hinter dem Namenswechsel. Alexander Schmidt (CDU) betonte, dass auch seine Partei die Veränderung voll unterstütze und er vor dem Engagement den Hut ziehe. Ein solch breiter Rückenwind sei extrem selten im Rat. Auch Brigitte Neff-Wetzel (Linke) zollte Respekt. Nur die WiR wägt noch ab, denn, so Waltraud Bodenstedt: „Es gab auch die anderen Gesichter des Ernst-Moritz Arndt, mit denen er sich für Freiheit und gegen Unterdrückung einsetzte.“ Außerdem würden viele Ehemalige den Namen EMA als etablierte Marke betrachten.

Remscheid: Namensvorschläge werden bis 11. September entgegengenommen

EMA-Geschichtslehrer Stefan Otto stellte im Ausschuss das weitere Vorgehen vor: Namensvorschläge von Schülern, Eltern und Lehrern werden bis 11. September entgegengenommen, ein internes Gremium trifft danach eine Vorauswahl, die Schulkonferenz entscheidet am 27. September über den neuen EMA-Namen.

Abitur 2021: Eltern dürfen am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium den großen Moment ihrer Kinder miterleben.

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