Lernen

EMA intensiviert individuelle Förderung

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Brachten dem RGA gestern die individuelle Lernförderung am EMA näher: (v.l.) Luigi Petrillo, Heike Kessler, Sebastian Hopstein.

Nachhilfe hat am Gymnasium einen ganz anderen Charakter bekommen. Die Lernzeit ist für alle da.

Von Andreas Weber

Remscheid. Früher galt Förderunterricht als eine Strafe, brandmarkte er doch Schüler vor ihren Kameraden als jemand, der Defizite hat. Heute gewinnt eine breit gefächerte individuelle Lernförderung für alle immer mehr an Bedeutung. Corona und damit verbundene Lern- und Wissenslücken haben diesem Prozess eine zusätzliche Dringlichkeit verliehen. Das EMA-Gymnasium hat während der Pandemie ein Programm mit mehreren Bausteinen aufgelegt, seine Schulförderung intensiviert. „Wir sind dabei, den 20 Jahre alten Flickenteppich mit den verschiedenen Förderkursen langsam aufzulösen“, erklären Heike Kessler und Luigi Petrillo, die Koordinatoren für individuelle Förderung.

Zentraler Aspekt ist eine Stunde Lernzeit pro Woche, freitags die fünfte Stunde in den Klassenräumen. 2020 begann das Gymnasium mit den Fünftklässlern, nach den Sommerferien dieses Jahr kommen den Stufen 5 und 6 die Module zum sozialen Lernen und Medienerziehung im Wechsel mit individuellen Schwerpunkten in Deutsch, Englisch und Mathematik zugute. Die Lernzeit findet in den sechs Klassenräumen statt. Gelernt wird mit Fördermappen, die auf den Einzelnen zugeschnitten von Fachlehrern zusammengestellt wurden, aber auch mit iPads.

„Wir haben uns bei der Lernzeitschiene von anderen Schulen inspirieren und beraten lassen“, meint Heike Kessler. Das beinhaltet, dass sich zur Lernzeit kompetente Hilfe gesellt. Haben die Schüler Fragen, können sie den jeweiligen Fachlehrer in seinem Lernbüro aufsuchen. Die Lernzeit spricht alle an, diejenigen, die hinterherhinken wie andere, die gefordert werden wollen. „Wir bewegen uns dabei an der Schnittstelle zur Begabtenförderung“, fügt Sebastian Hopstein, Koordinator für Schulentwicklung an der EMA, hinzu. Die Lernzeit ist in den Stundenplan integriert, dafür wird ein Teil der Ergänzungsstunden verwendet. Kommendes Schuljahr wird sie bis in die Stufe 7 ausgebaut.

Neben der Lernzeitschiene gibt es auch eine Schreibförderung

Angedockt an die Lernzeitschiene ist die Schreibförderung mit der Uni Wuppertal, derzeit mit den Stufen 5/6, bei der jeweils zwei bis drei Studierende mit Kleingruppen von um die fünf Schülern an Sachtexten arbeiten. Seit Herbst wird die Schreibförderung zusätzlich begleitet von Oberstufenschülern, die ihre Facharbeit schreiben.

Die Unterstützung steht auf mehreren Pfeilern, mitgetragen von externen Partnern. Die Wirtschaftsjunioren Remscheid finanzieren seit 15 Jahren „Wortschatz“, eine Deutschförderung für Kinder mit Migrationshintergrund. Häufig sind es Lehramtsstudenten, die pro Maßnahme Betroffene vier Stunden gezielt unter ihre Fittiche nehmen. Die Mittelverwaltung und die Beschäftigung des zusätzlichen Personals erfolgen über den Förderverein für interkulturelle Erziehung (IKE). Jan Engels, Sprecher der Wirtschaftsjunioren, deutet an, dass der Finanztopf für „Wortschatz“ nur bis Schuljahresende reicht. Gleichwohl zeigte er sich gestern im EMA zuversichtlich, dass die Wirtschaftsjunioren neue Quellen erschließen werden.

Wir sind dabei, den Flickenteppich langsam aufzulösen.

Heike Kessler und Luigi Petrillo

Die Soroptimistinnen, der weltweit größte Serviceclub berufstätiger Frauen, haben zu ihrem 50-jährigen Bestehen in Remscheid vor vier Jahren 10.000 Euro zur Verfügung gestellt. Davon profitiert die One World Class (OWC), eine Seiteneinsteigerklasse am EMA, in der Kinder zwei Jahre unterrichtet werden, die keine Deutschkenntnisse haben. Momentan ist die OWC mit unter zehn Schülern klein, in jedem Fall erlaubt der zusätzliche Deutschunterricht auf Leistungsstand und Fähigkeiten des Einzelnen einzugehen und die Chance auf einen Übergang in die Regelklassen zu erhöhen. Auch hier gilt: Der IKE verwaltet das Geld.

Viel gebracht haben die Förderkurse im Rahmen des NRW-Programms „Extra Zeit zum Lernen“ durch EMA-Lehrer und Referendare, die in Sommer- wie Herbstferien zum „Aufholen nach Corona“ gestartet wurden. Im Sommer gab es sechs sehr gut besuchte, freiwillige Kurse am EMA mit maximal 15 Schülern. „Die drei Kurse im Herbst waren ausgebucht. Einigen Kindern musste ich absagen“, stellt Luigi Petrillo fest. Eltern wie Kinder loben das zusätzliche Angebot, das Ostern 2022 zum dritten Mal aufgelegt werden soll.

Hintergrund

Ab Mitte November erhält das EMA-Gymnasium sechs zusätzliche Stunden für individuelle Förderung im Rahmen des NRW-Programms „Extra Personal“. Das Personal soll in den Kernfächern in der Erprobungsstufe eingesetzt werden, um durch Doppelbesetzung in den Klassen stärker binnendifferenziert arbeiten zu können.

Der Info-Abend für Eltern zukünftiger Fünftklässler findet am EMA am Mittwoch, 17. November (18 Uhr) statt; Der Tag der offenen Tür ist für Samstag, 29. Januar (ab 8 Uhr) 2022 geplant.

Weitere Infos stehen auf der Schulhomepage unter www.ema-rs.de

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