Erste Platte

Elvis fand Pfarrer Axel Mersmann schon immer toll

Pfarrer Axel Mersmann mit seiner Elvis-Doppel-LP, die damals im Kaufhof erstanden hat.
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Pfarrer Axel Mersmann mit seiner Elvis-Doppel-LP, die damals im Kaufhof erstanden hat.

Pfarrer Axel Mersmann hält seine kleine LP-Sammlung in Ehren.

Von Peter Klohs

Der erste Eindruck von Musik in Axel Mersmanns Leben war prägend, er hat ihn nie vergessen. „In unserer Familie wurde an Weihnachten immer eine Langspielplatte abgespielt, auf der verschiedene Chöre klassische Weihnachtslieder sangen. Alle Familienmitglieder sangen mit, auch ich, aber nicht lange. Ich sang schief und durfte nicht mehr mitsingen.“

Er erinnert sich auch daran, dass sein Vater in russischer Kriegsgefangenschaft war und nach seiner Rückkehr nichts auf Russland kommen ließ. „Er hörte gelegentlich, aber sehr gerne den Don Kosaken Chor.“

Alle LPs, die das Leben des Pfarrers begleitet haben, sind noch in seinem Besitz. Auch seine erste Platte hat er noch vorrätig. „1977 starb meine Mutter“, erzählt Mersmann. „Aber auch Elvis Presley, dessen Tod damals in aller Munde war. Ich fand seine Musik schon immer toll, und das war eine gute Gelegenheit, eine LP von ihm zu besorgen.“ Axel Mersmann kaufte „Elvis Forever“, eine Doppel-LP mit den größten Hits des Sängers Kaufhof. „Später bin ich auch ins Zack Zack gegangen.“

LPs von Fats Domino, Leonard Cohen und Barclay James Harvest sowie Supertramp bildeten die Basis für eine kleine Sammlung. Zu allen kann Axel Mersmann etwas erzählen. „Leonard Cohen“, sagt er, „hört man nur, wenn man entweder ganz stark verliebt ist oder kurz vor dem Suizid steht. Von Barclay schätze ich deren Song ‚Hymn‘ am meisten. Das ist alles sehr unterschiedliche Musik zwischen Rock 'n' Roll und progressivem Rock, aber ich habe mir nie über die Stilrichtung der Stücke, die mir gefallen, Gedanken gemacht.“ Weshalb er sich als „Bauchhörer“ bezeichnet.

Den Besuch seines ersten Konzertes hat Axel Mersmann nicht vergessen. „Westernhagen“, kommt es sofort, „im Duisburger Wedau-Stadion. Es nieselte.“ Neben Klassik-Konzerten im Teo Otto Theater besuchte er auch Klaus Lage, Udo Lindenberg und Jethro Tull. „Aber Grönemeyer auf Schalke war das Beste“, ist er überzeugt. Das Motto: ‚Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist‘ kann ich total gut nachvollziehen und trifft auch auf mich zu.“

Lieber härtere und lautere Rockmusik als Modern Jazz

Hat er noch Wünsche, ein bestimmtes Konzert zu besuchen? Er lächelt. „Das darf man als Pfarrer ja kaum sagen“, findet er, „aber: ja. Ich würde gerne einmal ein Rammstein-Konzert besuchen.“

Bei aller Stilvielfalt gibt es auch Musik, die ihm nichts sagt. Bestimmte Techno-Varianten etwa. „Auch gehen manche Ethno-Sachen an mir vorbei“, gibt er zu. „Fernöstliche Themen sagen mir nichts, dazu muss man aus diesem Kulturkreis kommen. Ich brauche Melodie.“ Gemäßigter Jazz geht noch, aber Modern Jazz bezeichnet Mersmann als „Na ja. Dann lieber härtere und lautere Rockmusik.“

Er hätte sehr gerne bei den Mixed Generations von Christoph Spengler mitgesungen, den er im Übrigen sehr schätzt. „Schlagzeug zu lernen wäre auch schön gewesen“, sagt er heute. „Gelegentlich fehlt es mir, dass ich selber gemachte Musik nicht erleben kann.“

Aber zum Abschluss unseres Gesprächs haut er noch einen raus: „Dieser Ed Sheeran singt nicht, er knödelt. Ich halte ihn für ziemlich überschätzt.“ Darf ich erwähnen, dass ich beifällig nicke?

Zur Person

Axel Mersmann, 1964 in Remscheid geboren und bis auf die Studienzeit in der Stadt wohnend, ist Pfarrer der evangelischen Auferstehungs-Kirchengemeinde. Heute hört er Musik auf diverse Art. Er kann abends konzentriert einer LP lauschen, nutzt aber auch Youtube.

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