Grundschule Hasten

Elternlotsen sorgen für sicheren Schulweg der Kinder

Polizistin Anja Monse, Abteilung Verkehrsunfallprävention, weist Elternlotsin Samira Hodzic in ihre Aufgaben ein. Im Hintergrund Tobias Krupp und Schulleiterin Claudia Becker im Gespräch. Foto: Roland Keusch
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Polizistin Anja Monse, Abteilung Verkehrsunfallprävention, weist Elternlotsin Samira Hodzic in ihre Aufgaben ein. Im Hintergrund Tobias Krupp und Schulleiterin Claudia Becker im Gespräch.

Schnellfahrer und Schülerbringservice sind ein Problem. Mütter und Väter machen den Schulweg sicherer.

Von Sabine Naber

Remscheid. Damit ihre Kinder morgens sicher zu ihrer Grundschule in Hasten kommen, haben sich 14 Mütter und Väter zu Schulweglotsen ausbilden lassen und stehen jetzt montags bis freitags ab 7.30 Uhr für eine halbe Stunde an der Moltkestraße.

Initiiert hatte das Tobias Krupp, der stellvertretende Vorsitzende der Schulpflegschaft. Seine Tochter besucht die erste Klasse und war vorher auch schon an der Moltkestraße in der Kita. Auch zu dieser Zeit habe er das Thema Lotsen schon zur Sprache gebracht. „Weil ich zu oft gesehen habe, dass viele Autofahrer da keine Rücksicht auf Fußgänger nehmen, wie Sau fahren“, bringt es Krupp auf den Punkt.

Wir haben schon lange versucht, Lotsen zu finden.

Claudia Becker, Schulleiterin

Auch Mütter oder Väter, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, seien oftmals ein Riesenproblem: „Sie fahren so nah an die Schule heran, wie es geht, parken, lassen ihre Kinder – oft an der falschen Seite – aussteigen und brausen weiter, während die Kinder mal schnell über die Straße rennen.“ Da sei ihm schnell klar geworden, dass etwas getan werden müsse, um die Kinder zu schützen.

Ein Vorhaben, das auch Bezirksbürgermeister Otto Mähler – mit ihm habe man sich im Vorfeld getroffen – sowie Schulleiterin Claudia Becker begrüßen. „Der Bedarf ist unbedingt da, wir haben schon lange versucht, Lotsen zu finden. Es fehlte bisher immer an Aktiven, jetzt haben wir erstmals genug Helfer“, ist die Pädagogin sehr erleichtert. Die Ecke Blücher- Moltkestraße, die sich viele Eltern zum Parken ausgesucht hätten, sei heikel. „Jetzt hoffen wir, dass die Eltern ihre Kinder früher, vielleicht ein Stück weiter entfernt, aussteigen lassen, damit wir um unsere Schule herum einfach weniger Autos haben“, das erhoffen sich die Schulleiterin und ihr Team von dieser Lotsenaktion.

Die Mütter und Väter, die jetzt den Lotsendienst übernommen haben, sind von der Polizei geschult worden, wurden mit Warnwesten und Kellen ausgerüstet. Fakten seien in dieser Unterrichtsstunde genannt worden, vor allem der Bremsweg der Autos – bei einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern sei der Bremsweg 15 Meter, also ungefähr drei Autolängen lang – sei dabei ein Thema gewesen. „Man hat uns auch gezeigt, wie und wann wir die Autos anhalten und wie wir uns hinstellen müssen, damit man uns sowohl von der Blücherstraße, als auch von der Moltkestraße aus gut sehen kann. Wir halten an, dürfen aber die Autofahrer nicht zur Weiterfahrt auffordern, haben wir gelernt.“

Es würde schon auffallen, wenn man dort steht und die Autofahrer mit der roten Seite der Kelle stoppt – diese Erfahrung haben Krupp und das Team bereits gemacht. „Wir möchten die Eltern nicht nur von der Sorge um ihre Kinder auf dem Weg zur Schule befreien, sondern sie auch bestärken, die Kinder auch mal ein Stück alleine gehen zu lassen, statt sie erst unmittelbar vor der Schule aus dem Auto aussteigen zu lassen.“

Nicht nur in der dunklen Jahreszeit, das ganze Jahr über werden morgens zwei Erwachsene an der Straße stehen und die Kinder lotsen. Mittags nach Schulschluss einen Lotsendienst auf die Beine zu stellen, das sei zumindest im Moment noch nicht machbar. Auch die Kinder seien über das neue Angebot informiert worden, bekamen die Stelle, an der sie die Straße am sichersten überqueren können, gezeigt.

„Es wäre schön, wenn noch mehr Eltern mitmachen würden“, wünscht sich das Team. Bisher sind Mütter und Väter, deren Kinder die ersten Klassen besuchen, besonders stark vertreten. Einmal pro Woche würde jeder von ihnen eine halbe Stunde als Lotse an der Straße stehen.

Hintergrund

Die Verkehrswacht bestätigt: Wenn es um die Sicherheit des Schulwegs geht, sind Lotsen eine sehr gute Lösung. An von Schulweglotsen gesicherten Übergängen hat sich seit Einführung des Dienstes 1953 kein einziger schwerer oder tödlicher Unfall ereignet. Bundesweit sind heute mehr als 50.000 Lotsen aktiv, die jeden Tag die Schulwege der jüngeren Schüler sichern.

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