Bezirksvertretung

Einkaufen im Süden: Aldi-Areal wird zur einzigen Option

Hier wäre noch Platz: Politik und Bürger wünschen sich einen Vollsortimenter und einen Drogeriemarkt auf dem Aldi-Gelände an der Burger Straße. Hier steht auch der „Blaue Mond“.
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Hier wäre noch Platz: Politik und Bürger wünschen sich einen Vollsortimenter und einen Drogeriemarkt auf dem Aldi-Gelände an der Burger Straße. Hier steht auch der „Blaue Mond“.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Investor für anderen Standort springt ab - Ausnahmeregelung könnte Erfolg bringen.

Remscheid. Eines der Schlüsselthemen im Süden hat am Mittwochabend einen Schritt nach vorn gemacht: die Nahversorgung. Über eine Ausnahmeregelung der Bezirksregierung könnte das Aldi-Gelände an der Burger Straße möglicherweise künftig Platz für einen Vollsortimenter und einen Drogeriemarkt bieten.

Was ist passiert? Seit Jahren fordern die Bürger dies bereits. Und seit Jahren beschäftigt sich auch die Bezirksvertretung Süd bereits mit dem Thema. Denn wer im Bereich Bliedinghausen/Ehringhausen lebt, muss zum Einkaufen nach Wermelskirchen oder nach Remscheid-Mitte. Im Blick hatten die Bürgerinnen und Bürger das Aldi-Gelände an der Burger Straße. Denn hier steht nicht nur der alte Markt leer, nachdem der Neubau eingeweiht wurde, sondern hier gäbe es noch mehr Potenzial. Die Hürde war jedoch stets das Einzelhandelskonzept. Es besagt, dass eine Ansiedlung dort nicht möglich ist. Ein Frische- und Drogeriemarkt dürften nur zentrumsnah entstehen.

Eine Alternativfläche sahen Bürger und Politiker nicht, die Verwaltung machte sich nach einem Prüfauftrag der Bezirksvertretung dennoch auf und suchte weitere potenzielle Flächen im Süden – und fand tatsächlich einen Bereich im Zentrum, der von der Lage und Größe her geeignet war. Die Stadtverwaltung führte mehrfach Gespräche mit Eigentümern und dem Betreiber eines Vollsortimenters. Ergebnis: Ein Drogeriemarkt könne nur im Zusammenhang mit einem Vollsortimenter in ausreichender Größe eröffnet werden - ein Standort in unmittelbarer Nähe zu einem Discounter sei nicht gewünscht.

In der Sitzung der Bezirksvertretung Süd am Mittwoch sorgte Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) dann für eine Überraschung, vor allem bei Stadtplanerin Christina Kutschaty: „Gestern hat mich ein Schreiben von zwei Investoren erreicht, die ganz klar sagen: Auf dem von der Verwaltung ausgemachten Grundstück ist das Vorhaben nicht umsetzbar.“ Diese Absage eröffne nun neue Möglichkeiten: Denn da zentrumsnah nichts gefunden wurde, könne die Stadt nun eine Ausnahmeregelung bei der Bezirksregierung in Düsseldorf für das Aldi-Gelände an der Burger Straße beantragen. Eine Erlassänderung von Dezember mache dies möglich. „Ich bitte Sie darum, den nächsten Schritt einzuleiten, um das Aldi-Gelände umsetzbar zu machen. Ich habe es den Bürgern versprochen, und es ist der komplette politische Wille“, sagte Grote an Kutschaty gewandt.

Elke Rühl (CDU) sah das genauso, zumal Dezernent Peter Heinze eigentlich im Juni schon informieren wollte. Ihr Fraktionskollege Fabian Knott fand deutliche Worte: „Die Erkenntnis, dass da oben keiner hin will, ist doch nicht neu. Das wusste die Verwaltung sicher schon früher. Die Bürger müssen nun endlich eine Lösung sehen.“ Auch Waltraud Bodenstedt (W.i.R.) bat um keine weitere Verzögerung. Man wolle nicht dasselbe Desaster wie beim DOC erleben, fügte Grote an. „Wir müssen jetzt zu Potte kommen.“ Sven Chudzinski (FDP) mahnte, dass der Weg auf jeden Fall rechtssicher sein müsse.

Christina Kutschaty, die das Schreiben noch nicht kannte, erklärte: „Es war nicht klar, dass das scheitert. Wir werden nun unsere Schlüsse daraus ziehen.“ Die Stadtteilpolitiker luden Baudezernent Peter Heinze für die Novembersitzung ein. Dann möchten sie einen neuen Stand wissen. In Richtung der vielen Bürger auf dem Rang des Ratssaals, darunter auch die Aktiven des „Blauen Monds“, die sich ebenfalls für das Aldi-Gelände aussprechen, sagte Grote: „Ich lade euch auch ein, dazuzukommen. Druck von außen ist nicht verkehrt.“

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