Kriminalität

Einbruchsserie in Schulen und Kitas: Banden-Mitglieder sind geständig

Mit einem umfassenden Geständnis startete ein 22 Jahre alter Angeklagter in ein Großverfahren um bandenmäßige Schul-, Kindergarten- und Firmeneinbrüche in Remscheid, Wermelskirchen und der ganzen Region. 
+
Mit einem umfassenden Geständnis startete ein 22 Jahre alter Angeklagter in ein Großverfahren um bandenmäßige Schul-, Kindergarten- und Firmeneinbrüche in Remscheid, Wermelskirchen und der ganzen Region. 

Drückende Schulden bei der Krankenkasse seien sein Hintergrund gewesen, ein Kollege aus seinem Ausbildungsbetrieb habe ihn in seinen Freundeskreis eingeführt.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Dort habe jemand vorgeschlagen, man könne einbrechen gehen. Mit einem umfassenden Geständnis startete ein 22 Jahre alter Angeklagter in ein Großverfahren um bandenmäßige Schul-, Kindergarten- und Firmeneinbrüche in Remscheid, Wermelskirchen und der ganzen Region. Der angehende Handwerker ist der Jüngste von vier Angeklagten im Alter bis 27 Jahre; alle räumen die 18 Anklagepunkte ein.

In der Zeit ab Januar 2021 bis zur Festnahme vergangenen Sommer hätten sie von der Coronavirus-Pandemie profitiert: Soweit Schulen geschlossen blieben, habe das die Entdeckung verzögert. Teils hätten teure Tablet-Computer für den Distanzunterricht in den Räumen gelagert. Losgeschlagen hätten sie die Beute zeitweise über Pfandhäuser, für mehrere hundert Euro pro Markengerät. Die Polizei deckte die Gruppe über Observation und Telefonüberwachung auf.

Mittelpunkt des ursprünglichen, größeren Kreises soll der 26 Jahre alte Hauptangeklagte gewesen sein. Man habe gemeinsam Alkohol und Cannabis konsumiert. Für die Einbrüche hätten sie sich mit Handschuhen, Brecheisen und Schraubendrehern aufgemacht; in wechselnder Besetzung, mindestens zu zweit. Über das Internet hätten sie ausgekundschaftet, wo es lohnende Ziele geben könnte. In einigen Fällen habe einer zur Sicherheit vor dem Haus Wache gestanden.

In Wermelskirchen soll die Gruppe einen 100 Kilogramm schweren Schultresor mitgenommen haben. Ansonsten war die Beute handlicher: Geld, Kameras, Kaffeeautomaten und Wassersprudler, Büro- und Küchenutensilien und Tablet-PCs. Für die Fahrten hätten sie anfangs Taxis genutzt. Später habe eine Bekannte mit ihrem Golf geholfen. Sie muss sich in einem eigenen Strafverfahren verantworten.

Uneinigkeit zwischen den Angeklagten besteht bei Einzelheiten. Laut Staatsanwaltschaft erbeuteten sie im Berufskolleg Remscheid 2900 Euro. Da sei er wohl nicht dabei gewesen, sagt der 26-Jährige. Doch, wendet der Jüngste ein, aber es habe kein Geld gegeben. Schließlich stellt der Richter klar: „Ich habe keine Lust, mir ein Spaß-Puzzle zusammenzusetzen aus Bruchstücken von Angaben. Entweder Sie gestehen das, oder wir klären das auf. Dann sprechen wir zusätzliche Sitzungstage ab.“

Das Gericht will am 8. Februar weiter verhandeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Auf der Asche entstehen Doppelhäuser
Auf der Asche entstehen Doppelhäuser
Auf der Asche entstehen Doppelhäuser
Drogerie und Markt beim Aldi im Südbezirk: „Weg wird steinig“
Drogerie und Markt beim Aldi im Südbezirk: „Weg wird steinig“
Drogerie und Markt beim Aldi im Südbezirk: „Weg wird steinig“
Die Cragg-Stele kehrt nach Lennep zurück
Die Cragg-Stele kehrt nach Lennep zurück
Die Cragg-Stele kehrt nach Lennep zurück
Bundesweite Razzia wegen Hass im Internet: Polizei steht bei Hetzern vor der Tür
Bundesweite Razzia wegen Hass im Internet: Polizei steht bei Hetzern vor der Tür
Bundesweite Razzia wegen Hass im Internet: Polizei steht bei Hetzern vor der Tür

Kommentare