Stadtsparkasse

Ein Vertrauensbeweis mitten in der Krise

Der Vorstandsvorsitzende Michael Wellershaus (vorne) stellte die Bilanz der Sparkasse vor, zusammen unter anderem mit Herbert Thelen und Pressesprecher Thomas Wingenbach (im Hintergrund). Foto: Roland Keusch
+
Der Vorstandsvorsitzende Michael Wellershaus (vorne) stellte die Bilanz der Sparkasse vor, zusammen unter anderem mit Herbert Thelen und Pressesprecher Thomas Wingenbach (im Hintergrund).

Bilanz der Stadtsparkasse: Das Geschäftsjahr 2020 wurde erfolgreich abgeschlossen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Hinter der Stadtsparkasse Remscheid liegt ein wirtschaftlich gutes Jahr 2020. „Aus unserer Sicht haben wir das Geschäftsjahr erfolgreich abschließen können“, sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Wellershaus anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz. So sei die Sparkasse weiterhin Marktführer im Privat- wie im Geschäftskundenbereich in Remscheid, außerdem sei man mit einem vermittelten Volumen von rund 8,5 Millionen Euro der größte Immobilienmakler in der Stadt.

Die Bilanzsumme, die oft als Vergleichsgröße zwischen Kreditinstituten genutzt wird, stieg von 1,61 Milliarden Euro Ende 2019 auf 1,74 Milliarden Euro. Ein deutliches Plus von mehr als acht Prozent. Ein Erfolg, der allerdings auch eine Schattenseite hat: Die Bilanzsumme stieg auch und vor allem durch Geld-Zufluss auf Giro- und Tagesgeldkonten. Und dafür muss die Sparkasse, wenn sie das Geld nicht anders verwendet, Strafzinsen bei der Zentralbank zahlen.

Deswegen habe man nun auch ein Verwahrentgelt eingeführt, berichtete Wellershaus: „Wir sind dabei, mit unseren Kunden entsprechende Gespräch zu führen.“ Ziel sei es, individuelle Lösungen zu finden. Zudem räume die Sparkasse jedem Bestandskunden 250.000 Euro Freibetrag ein.

Der Zufluss an Geld sei auch ein Zeichen dafür, dass man der Sparkasse vertraue, befand Peter Hardebeck, der im April für Frank Dehnke in den Vorstand aufgerückt war: „In Krisensituationen zeigt es sich, wie wichtig es ist, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben.“ Deswegen habe man sich bewusst nicht weggeduckt, sondern aktiv das Gespräch mit den Kunden gesucht.

Mit Erfolg, wie Herbert Thelen, stellvertretendes Mitglied des Vorstands, betonte: 2020 habe es deutlich mehr Beratungsgespräche gegeben. Ein Ergebnis dieser Bemühungen sei ein deutlich gestiegener Absatz von Investment-Produkten. So sei die Zahl der neu vermittelten Fondssparpläne um mehr als 1000 auf 2172 gestiegen. Hier wolle die Sparkasse anknüpfen, so Thelen, denn echten Inflationsschutz gebe es nur bei Investitionen in Sachanlagen. „Unsere Aufgabe ist es, dazu noch viel intensiver mit unseren Kunden ins Gespräch zu kommen.“

Derzeit keine Änderungen im Filialnetz geplant

Rund 75.000 Giro- und Tagesgeldkonten führt die Sparkasse derzeit für ihre Kunden. Und die werden immer digitaler. Die Zahl der Kunden, die Online-Banking nutzen, sei 2020 von 61 auf 66 Prozent gestiegen, berichtete der Vorstand. Rund 16.000 Kunden würden zudem die Sparkassen-App nutzen.

Corona habe der Digitalisierung, bei den Kunden aber auch bei den Arbeitsabläufen in der Sparkasse, deutlich Vorschub geleistet, sagte Michael Wellershaus: „Wenn der Kunde es will, können wir ihn komplett digital beraten.“ Doch auch persönlich wolle man ansprechbar bleiben. Entsprechend gebe es derzeit keine Pläne, Änderungen am Filialnetz vorzunehmen. „Aber das werden wir uns in Zukunft weiterhin ansehen.“ Auch die Standorte der Geldautomaten. Denn das bargeldlose Zahlen ist auf dem Vormarsch.

Die heimische Wirtschaft erweise sich in der Krise als „richtig robust“, sagte Peter Hardebeck. Trotzdem rechne man in diesem und dem nächsten Jahr mit einer Zunahme an Kreditausfällen. Rund 20 Millionen Förderkredite und Coronahilfen habe die Sparkasse ihren Firmenkunden vermittelt. Das gesamte Kreditgeschäft, gewerblich wie privat, erreichte mit rund 1,2 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Insgesamt sagte die Sparkasse 2020 Kredite über 185 Millionen Euro neu zu.

Knapp 300 Menschen arbeiten bei der Stadtsparkasse, darunter auch 20 Azubis. Das öffentlich-rechtliche Institut, dessen einzige Trägerkommune die Stadt Remscheid ist, betreibt fünf Geschäftsstellen und elf SB-Standorte. Und ist einer der größten Sponsoren und Spender der Stadt: 2020 wurden rund 300.000 Euro an Vereine und andere Initiativen ausgeschüttet.

Kita-Spenden

Die Stadtsparkasse Remscheid tritt bei zwei Neubauprojekten von Kindertagesstätten als Investor auf. Und begleitet dies mit einer neuen Spendenaktion. Bis zum 1. April wird ein Zertifikat mit einer nachhaltigen Anlagestrategie und einer Laufzeit bis 2027 angeboten. Pro 10.000 Euro Zeichnungssumme will die Sparkasse 25 Euro an Remscheider Kindergärten spenden, bis zu 1000 Euro je Einrichtung. Interessierte Kindergärten könnten sich nach wie vor melden, sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Wellershaus.

Regionales Konjunkturbarometer: 65,9 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, negativ von der Pandemie betroffen zu sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Mann beschädigt 16 Autos im Remscheider Süden
Mann beschädigt 16 Autos im Remscheider Süden
Mann beschädigt 16 Autos im Remscheider Süden
Corona: Es gelten neue Corona-Regeln - Über 5000 Erst-Impfungen in einer Woche
Corona: Es gelten neue Corona-Regeln - Über 5000 Erst-Impfungen in einer Woche
Corona: Es gelten neue Corona-Regeln - Über 5000 Erst-Impfungen in einer Woche
Berufskolleg: Das Richtfest steht bevor
Berufskolleg: Das Richtfest steht bevor
Berufskolleg: Das Richtfest steht bevor
Handwerker in Remscheid sind jetzt schon am Anschlag
Handwerker in Remscheid sind jetzt schon am Anschlag
Handwerker in Remscheid sind jetzt schon am Anschlag

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare