Stiftungen in Remscheid

Ehrenamtler profitieren von Netzwerk

Tanja Münnekehoff ist seit 2014 Vorsitzende der Leorse-Stiftung. Foto: Roland Keusch
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Tanja Münnekehoff ist seit 2014 Vorsitzende der Leorse-Stiftung.

Seit ihrer Gründung hat die Lerose-Stiftung mehr als 250 000 Euro zugunsten von Kindern ausgeschüttet.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Eine Reise durch Indien brachte Salvatore Lerose auf die Idee, eine Stiftung zu gründen. Das Schicksal der Kinder bewegte den Gastronomen so sehr, dass er sich das Ziel setzte, den Heranwachsenden in Remscheid zu helfen. Mit Unterstützung der Stadtsparkasse wurde die nach ihm benannte Stiftung 2008 ins Leben gerufen. Und hat sich in ihrer noch recht jungen Geschichte zu einer der bekanntesten Stiftungen der Stadt gemausert.

„Mehr als 250 000 Euro konnten wir in den vergangenen zwölf Jahren zugunsten von Kindern, Jugendlichen und Familien ausschütten“, rechnet Tanja Münnekehoff zusammen. Von Beginn an ist sie in der Stiftung engagiert, seit 2014 als Vorsitzende. Salvatore Lerose, Mathias Heidtmann und sich selbst bezeichnet sie als die „Action-Menschen“ der Stiftung. Die Vorstandsmitglieder Petra Lohmann und Jörg Rockel ziehen die Fäden im Hintergrund, kümmern sich um die finanziellen Belange. Die treuhänderische Verwaltung übernimmt die Deutsche Stiftungsagentur.

Zehn bis zwölf Anträge landen pro Jahr auf ihrem Schreibtisch, schätzt Münnekehoff. Mit Beginn der Corona-Krise sei es merklich ruhiger geworden. „Trotzdem wollten wir in dieser Sondersituation schnell etwas tun.“ Mit der Helmut Niemeyer GmbH wurden alle Schüler der Remscheider Abschlussklassen mit Masken ausgestattet. 10 000 Euro wollte die Lerose-Stiftung dafür ursprünglich zur Verfügung stellen. 12 000  waren es letztendlich.

Dieses Beispiel verdeutlicht zwei Stärken der Lerose-Stiftung. Da ist zum einen die enge Verbindung zu Unternehmen und anderen Partnern in der Stadt. Sie helfen mit Spenden oder als Sponsoren, tragen aber auch unterstützenswerte Aktionen an das Team um Münnekehoff heran.

Andererseits: „Wir sind in der Lage, sehr spontan zu handeln.“ Wer mit Salvatore Lerose zusammenarbeite, müsse bisweilen mit Hals-über-Kopf-Aktionen rechnen, berichtet Münnekehoff und lacht. Normalerweise wird in den regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen über Anträge entschieden. „Dabei sind wir uns in den meisten Fällen einig.“ Gibt es ein zeitkritisches Anliegen, wird kurzerhand eine Videokonferenz einberufen.

Dabei prüfen die Vorstandsmitglieder einerseits, ob das Projekt inhaltlich zu den Zielen der Lerose-Stiftung passt. Auf der anderen Seite müssen die Mittel bereitstehen. „Die meisten Anfragen können wir bedienen. In Ausnahmefällen sprechen wir mit den Antragstellern, ob eine Förderung zu einem späteren Zeitpunkt denkbar wäre.“

Viele der Projekte, die die Lerose-Stiftung in den vergangenen zwölf Jahren unterstützt hat, sind Tanja Münnekehoff und ihren Vorstandskollegen in Erinnerung geblieben. Da war etwa die Aktion Ende des vergangenen Jahres, als zehn gemeinnützige Institutionen mit jeweils 1000 Euro unterstützt wurden. Bei der Scheckübergabe waren alle Begünstigten vertreten. „Das war wahnsinnig persönlich“, blickt Münnekehoff zurück. Auch an die Modernisierung des Snoezelen-Raums in der Hilda-Heinemann-Schule, die jährliche Wunschbaum-Aktion und die Unterstützung für den Bergischen Box Club denkt Münnekehoff gerne. „Dort die große Dankbarkeit der Kinder zu spüren, war toll.“

Die Corona-Krise ist eine Herausforderung für die Lerose-Stiftung. Denn das Remscheider Comedy-Fieber, eine wichtige Einnahmequelle, kann nicht stattfinden. Zudem fürchtet Münnekehoff, dass die Spendenbereitschaft aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage zurückgehen könnte – bei gleichzeitig wachsender Not der Kinder. Dennoch blickt die Vorsitzende durchaus optimistisch in die Zukunft der Stiftung. Das führt sie neben ihrer Flexibilität vor allem auf einen Punkt zurück: „Unterstützer sehen genau, wohin ihre Spende fließt. Die Remscheider Projekte und Institutionen sind bekannt.“

Stiftungsserie

21 Stiftungen gibt es laut Angaben des NRW-Innenministeriums in Remscheid. Wie hoch ist das Stiftungskapital? Was ist ihr Zweck? An wen wird ausgeschüttet? Wer steht dahinter? Diesen Fragen geht der Remscheider General-Anzeiger in seiner Serie nach.

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