Umbau

Ebert-Platz: Darum müssen die Pläne jetzt verändert werden

In Lennep stand während der Testphase der E-Busse die Ladestation, mit der die Fahrzeuge betankt wurden.
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In Lennep stand während der Testphase der E-Busse die Ladestation, mit der die Fahrzeuge betankt wurden.
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Es gilt, in das Konzept des Ebert-Platzes Ladestationen für Busse einzubetten, die künftig mit Strom betrieben werden. Was das für den Umbau bedeutet:

Remscheid. Die Pläne für den Umbau des Friedrich-Ebert-Platzes müssen noch einmal verändert werden. Es gilt, in das Konzept Ladestationen für Busse einzubetten, die künftig mit Strom betrieben werden. Dies teilte Armin Freund von den Remscheider Stadtwerken den Ortspolitikern im zuständigen Fachausschuss mit, der am Donnerstagabend unter dem Vorsitz von David Schichel (Grüne) im Rathaus tagte.

Freund ließ eine halbjährige Phase Revue passieren, in der unterschiedliche Fahrzeugtypen und Konzepte für das Stromtanken der E-Busse getestet wurden. Das Ergebnis: Das sogenannte Gelegenheitsladen auf dem Streckennetz sei das „richtige System“ für Remscheid. Dabei spielt der Friedrich-Ebert-Platz nun eine wesentliche Rolle.

Was dies aber konkret für die Umbaupläne bedeutet, müsse noch analysiert werden, stellte Baudezernent Peter Heinze fest, wobei er bemerkte: „Das wird schon eine gewisse Bedeutung für das Projekt haben.“ Zunächst einmal sei das Ganze ein „Prüfgegenstand“, erklärte er im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Mobilität, und verwies darauf, dass die Verwaltung erst am Mittwoch von der Angelegenheit erfahren habe.

Wie Armin Freund berichtete, müssten in jedem Fall neue Leerrohre verlegt werden. „Außerdem wird der eine oder andere Baum verschoben werden müssen“, erklärte er mit Blick auf die Umbaupläne, die auch Neupflanzungen vorsehen.

Ansonsten aber könnten sich die Pantographen, also die Schnellladestationen für Busse, in den Ebert-Platz einfügen. „Es gibt optisch ansprechende Ladetechnik“, fügte er hinzu. Die neuen Busse sollen ab 2024 Passagiere in Remscheid transportieren. Nach einem Jahrzehnt soll der Fuhrpark der Stadtwerke mit 86 Bussen nach Möglichkeit komplett auf Elektrobetrieb umgestellt sein. Das zieht jedoch hohe Investitionen nach sich, die sich nur durch Fördermittel von Land und Bund finanzieren lassen. „Den ersten Antrag haben wir gestellt“, berichtete Freund. Weitere sollen zeitnah folgen.

Die neue Technik ist deutlich teurer als die bisherige. Für einen Batterie-Bus müsse ein Kaufpreis rund 600 000 Euro veranschlagt werden. Er sei damit mehr als doppelt so höher wie ihre herkömmlichen Dieselvorgänger, hieß es in der Testphase. Die Stadtwerke hoffen, diese Differenz weitgehend mit Zuschüssen aufbringen zu können.

Personalengpässe sollen nach den Herbstferien behoben sein

Auch zu einem anderen Thema bezog Freund Stellung – zu den Personalengpässen, die dazu führen, dass seit Monaten immer wieder Touren ausfallen. 28 neue Fahrerinnen und Fahrer seien eingestellt worden, die jedoch noch ausgebildet würden. Für die zweite Oktoberhälfte sei eine deutliche Verbesserung zu erwarten, kündigte Freund an: „Wir werden nach den Herbstferien in der Lage sein, unsere Leistung wieder verlässlich zu erbringen.“

Standpunkt von Frank Michalczak: Gebot der Zeit

frank.michalczak@rga.de

Der Umbau des Friedrich-Ebert-Platzes beschäftigt Politik und Verwaltung schon seit etlichen Jahren. Bei den Debatten ging es eher um die Frage der Gestaltung mit der imposanten Wartezone in Form eines Hockeyschlägers und weniger um die technischen Notwendigkeiten der Zukunft.

Um die muss es aber gehen: Dass dort nun Ladestationen für Elektrobusse entstehen sollen, ist ein Gebot der Zeit und das Ergebnis einer Testphase, bei der unterschiedliche Systeme getestet wurden. Aber: War nicht längst klar, dass sich die Stadtwerke zumindest die Option sichern sollten, auf dem Dreh- und Angelpunkt Infrastruktur für den Elektrobetrieb vorhalten zu können? So müssen nun die Umbaupläne erneut verändert werden.

Es bleibt zu hoffen, dass es dadurch nicht zu weiteren Verzögerungen bei dem Großprojekt kommt, das bis 2025 vollendet sein soll. Die Gewissheit, dass dies gelingt, ist seit der Nachricht bei der Ausschusssitzung am Donnerstagabend nicht größer geworden.

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