Welche Rolle spielt der Naturschutz?

Durchstich Intzestraße: Jetzt geht es um das Ausloten der Interessen

Hubert Benzheim, Mitglied des Naturschutzbeirates für den Nabu, weist auf schützenswerte Bäume im Plangebiet hin. Foto: Roland Keusch
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Hubert Benzheim, Mitglied des Naturschutzbeirates für den Nabu, weist auf schützenswerte Bäume im Plangebiet hin.
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Der Bebauungsplan für den Durchstich Intzestraße wird derzeit aufgestellt. Alle Gremien, auch der Naturschutzbeirat, werden im Verfahren gehört, am Ende entscheidet der Stadtrat.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Welche Rolle spielt der Naturschutz beim Großprojekt Durchstich Intzestraße? Dieser Frage gehen aktuell Naturschützer um Hubert Benzheim nach. Der Naturschutzbeirat hätte sich eigentlich kommende Woche mit dem Thema befasst, die Sitzung wurde jedoch abgesagt. Nabu, RBN und Greenpeace fordern, rund 30 alte Bäume auf dem Areal, das dem Durchstich zum Opfer fallen würde, zu schützen – und statt dem Durchstich die Intzebrücke zu sanieren.

Könnten die Naturschützer den Durchstich Intzestraße verhindern? „Nur der Stadtrat kann das Projekt stoppen oder auch nicht, er hat die Hoheitsgewalt“, erklärt Baudezernent Peter Heinze auf RGA-Nachfrage. Aber natürlich werde auch der Naturschutzbeirat gehört. „Dafür ist das Verfahren ja da.“

Remscheid: Bäume werden für Durchstich Intzestraße begutachtet

Jeder Beteiligte könne seine Meinung und Bedenken zum Projekt äußern. Die Verwaltung werde sich ebenfalls positionieren. Am Ende ist es eine Abwägung aller Interessen – über die der Stadtrat schließlich entscheidet. „Hier muss sich die Politik entsprechend positionieren“, sagt Heinze, der zu bedenken gibt: „Wir hatten bereits eine Abwägung getroffen, ob die Brücke bestehen bleiben soll oder der Durchstich favorisiert wird. Dafür sind schon vor langer Zeit Liegenschaften erworben worden.“

Um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Neubau des Durchstichs Intzestraße zu schaffen, wird derzeit der Bebauungsplan Nr. 677 aufgestellt. Hierfür sind verschiedene Fachgutachten erforderlich. Auch die Bäume würden dabei genau betrachtet. Zudem muss die ehemalige Fläche eines Gewerbebetriebs im Plangebiet auf mögliche Altlasten untersucht werden. Hierzu wird die Stadt am Dienstag, 23. Februar, zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde und den Fachgutachtern die Punkte für die Probenentnahme vor Ort festlegen. Soweit erforderlich, werden die betroffenen Bereiche von Bewuchs freigeschnitten, Bäume seien davon nicht betroffen.

Die Probennahme selbst ist für den 24. Februar vorgesehen. Alle Arbeiten lägen außerhalb des naturschutzrechtlichen Schutzzeitraums, betont die Stadt. „Die Maßnahmen sind bei Bebauungsplanverfahren üblich und dienen der Grundlagenermittlung“, erklärt Andreas Huth vom Fachdienst Stadtentwicklung, Verkehrs- und Bauleitplanung.

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