Tanz

Duo macht Piazzollas Erbe lebendig

Freya Deiting (l.) und Sandra Wilhelm gelang es, einen Bogen zu spannen vom „alten Tango“ zu Piazzollas Tango Nuevo. Foto: Roland Keusch
+
Freya Deiting (l.) und Sandra Wilhelm gelang es, einen Bogen zu spannen vom „alten Tango“ zu Piazzollas Tango Nuevo.

Tango Nuevo im Teo Otto Theater.

Von Sabine Naber

Remscheid. Die Bühne im Foyer des Teo Otto Theaters war in sanftes, rotes Licht getaucht, als die drei, ganz in schwarz gekleideten Protagonistinnen erschienen. Aber bevor das Duo Acino am Dienstagabend zu Gitarre und Geige griff und die Erzählerin Marina Matthias ihr Manuskript aufschlug, studierten die drei erst einmal eingehend das Programm, das am Dienstagabend ein „Feuer der Melancholie – 100 Jahre Astor Piazzolla“ ankündigte.

„Was ist Tango“, fragte Matthias. Und gab gleich selbst eine umfassende Antwort: „Musik, Tanz, Lied, Weltanschauung, Gefühl. Er zeigt das Mystische im Alltäglichen, Trennungsschmerz, Liebesleid, wahre Freundschaft. Ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann. Er steht für das Argentinische schlechthin.“

Und dann war diese Musik zu hören. Wunderbar leicht, sanft und tänzerisch klang sie, als die Geigerin Freya Deiting und die Gitarristin Sandra Wilhelm das erste Stück von Astor Piazzolla spielten. Vor 100 Jahren, am 11. März 1921 wurde der argentinische Komponist und Bandoneon-Spieler geboren. Als er vier war, wanderte die Familie aus, Piazzolla wuchs in New York auf. Matthias erzählte, dass Piazzollas Vater im Viertel Greenwich Village durch seine italienischen Kontakte in einem Mafioso-Laden als Friseur arbeitete. In diesem Klima der Gewalt sei er aufgewachsen, habe sich mit der ganzen Welt angelegt. Sein Vater schenkte ihm ein Bandoneon, obwohl er von einer Mundharmonika geträumt hatte. Matthias schilderte Piazzollas Weg von New York nach Paris, wo der Musiker praktisch noch einmal von vorne anfing.

Filigrane Geige und kräftige Gitarre ergänzten sich gut

Seine Art des Tangos sollte in den darauffolgenden Jahrzehnten Karriere machen, er wies dem festgefahrenen Genre einen neuen Weg, entwickelte einen avantgardistischen Sound. Und wie dieser Tango Nuevo klingt, das zeigten die beiden Musikerinnen eindrucksvoll. Die eher filigran anmutenden Töne der Geige passten wunderbar zum kräftigeren Klang der Gitarre, die Instrumente ergänzten sich vortrefflich.

Dem Duo Aciano gelang es musikalisch glänzend, einen Bogen zu spannen vom „alten Tango“ bis hin zu Piazzollas Tango Nuevo. Erzählerisch, gekonnt unterstrichen durch die entsprechende Mimik und Gestik, gelang das Marina Matthias ebenso fabelhaft.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
E-Busse: Stadtwerke ziehen positive Halbzeitbilanz
E-Busse: Stadtwerke ziehen positive Halbzeitbilanz
E-Busse: Stadtwerke ziehen positive Halbzeitbilanz
Corona: AOK bietet Impfaktion auf Schützenplatz - Inzidenz bei 325,5
Corona: AOK bietet Impfaktion auf Schützenplatz - Inzidenz bei 325,5
Corona: AOK bietet Impfaktion auf Schützenplatz - Inzidenz bei 325,5
Prozess um vorgetäuschten Unfall - Beide Angeklagten schweigen
Prozess um vorgetäuschten Unfall - Beide Angeklagten schweigen
Prozess um vorgetäuschten Unfall - Beide Angeklagten schweigen

Kommentare