Berufskolleg Technik

3-D-Druck bringt Tempo in den Unterricht

Dr. Britta Wurm und Dr. Peter Wurm (r.) ließen sich die Software für den 3-D-Druck von Lehrer Oliver Kreuer (l.) und Schulleiter Oliver Lang zeigen. Foto: Roland Keusch
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Dr. Britta Wurm und Dr. Peter Wurm (r.) ließen sich die Software für den 3-D-Druck von Lehrer Oliver Kreuer (l.) und Schulleiter Oliver Lang zeigen.

Wurm-Stiftung unterstützt das Berufskolleg Technik – Geschwindigkeit im Mint-Bereich wird erhöht.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Begeistert präsentiert Oliver Lang, Schulleiter des Berufskollegs Technik Remscheid, die Software, mit der Schülerinnen und Schüler 3-D-Modelle von Bauteilen anfertigen können. Indem er am Computer Linien zieht und Befehle eintippt, modelliert er ein Kameragehäuse. Ein Klick, und das Modell wird an den 3-D-Drucker im Nebenraum verschickt. Etwa vier bis fünf Stunden dauert es nun, bis Lang das Gehäuse fertig in die Hand nehmen kann.

„Das ist der Hammer“, sagt er und präsentiert gedruckte Bauteile, die Schüler bereits entworfen haben. Lang: „Durch den 3-D-Druck sind die Schüler in der Lage, das Produkt selbst zusammenzubauen und anfassen zu können.“ Mit der Technik können die Kollegen des Berufskollegs ihren Unterricht optimieren.

„Das ist der Hammer.“

Schulleiter Oliver Lang über den 3-D-Druck

An vier Druckern können sich die Schüler bereits ausprobieren. Acht weitere möchte Oliver Lang anschaffen, um mehr Klassen auszustatten. Unterstützt werden seine Pläne durch die Wurm-Stiftung, die Projekte in den Bereichen Mint (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), Kunst und Kultur sowie Medizin fördert.

„Heute lernen die Schüler langsamer. Wir befreien uns von Ballast und sparen an anderer Stelle Zeit ein“, sagt Lehrer Oliver Kreuer, zuständig für den Bereich des beruflichen Gymnasiums, über die Vorteile des 3-D-Drucks. Der Unterricht werde anschaulicher, die Theorie fassbar. Und schneller, ohne dabei an Qualität zu verlieren, wie Oliver Lang hinzufügt. Denn was früher lange und umständlich dem Schüler erklärt werden musste, kann nun leicht über die entsprechenden Programme veranschaulicht werden – beispielsweise dreidimensionales Denken.

Für die nächsten vier Jahre wollen Dr. Britta und Dr. Peter Wurm deshalb zahlreiche Projekte im Berufskolleg mit einer hohen Summe fördern. Ideen haben Oliver Lang und seine Kollegen schon viele. Zeitnah wollen sie die restlichen Drucker anschaffen, möglichst noch in diesem Schuljahr. „Damit kann realitätsnaher Unterricht gemacht werden“, erklärt Britta Wurm den Vorteil.

Die Anschaffung von Tablets und Robotern, die Umsetzung eines Energieparcours oder eines virtuellen Rundgangs im Kolleg bilden nur einen Teil der Projekte, die für die Zukunft geplant sind. Oliver Lang möchte ein MintLab, ein Labor für die Mint-Fächer, schaffen, in dem die Schüler Überblick über Disziplinen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik bekommen können.

Die Ideen und die Leidenschaft, mit der Projekte am Berufskolleg Technik vorangetrieben werden, seien für sie ein Glücksfall, „der perfekt zu unserer Intention passt“, sagt Britta Wurm.

„Fakt ist, es muss mehr Spaß machen. Das wollen wir fördern“, erklärt Peter Wurm den Entschluss, das Berufskolleg Technik zu unterstützen. „Wir reden schließlich von der wirtschaftlichen Grundlage dieses Landes“, sagt er. Tempo machen sei dabei genau richtig. „Es muss eine ganze Menge passieren, damit Arbeitsplätze in der Industrie erhalten bleiben“, erklärt er. Über eine konkrete Stiftungssumme möchte das Ehepaar Wurm aber nicht sprechen. Peter Wurm: „Die Summe ist sekundär. Es geht um Geschwindigkeit bei Mint.“ Und genau das ermögliche die Remscheider Stiftung. Denn um die Pläne und Projekte zu verwirklichen, hätte Oliver Lang sonst vier- oder fünfmal so viel Zeit gebraucht, berichtet der Schulleiter.

Mit der neuen Technik sollen die Schüler fit für das Studium gemacht werden. „Wer hier lernt, hat überhaupt keine Probleme in den ersten beiden Semestern im Studium. Die Schüler kennen die Anwendungen schon und können sich auf die Universität konzentrieren“, sagt Oliver Kreuer. Zukünftig werden also noch mehr Schüler die 3-D-Technik nutzen können – und ihre Bauteile anfassen und per Hand zusammenschrauben können.

Förderung

Britta und Peter Wurm unterstützen im Mint-Bereich zahlreiche Institutionen, unter anderem

das Deutsche Röntgenmuseum, verschiedene Remscheider Schulen, das Bergische Schultechnikum oder die Wuppertaler Junior Uni. Weitere Informationen gibt es unter

www.wurm-stiftung.de

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