Trinkwassertalsperren

Wassermangel: Das ist die aktuelle Lage in Remscheid

Die Wuppertalsperre ist nur noch zur Hälfte gefüllt. Sie gibt permanent Wasser an den Fluss ab.
+
Die Wuppertalsperre ist nur noch zur Hälfte gefüllt. Sie gibt permanent Wasser an den Fluss ab.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
    schließen

Noch ist genug Wasser in den Talsperren im Bergischen. Trotzdem ist es wichtig, dass sie im Winter wieder aufgefüllt werden.

Von Axel Richter

Remscheid. 130 Liter Wasser fließt bei jedem Remscheider durchschnittlich an jedem Tag aus dem Kran. Das ist etwas weniger als der Inhalt einer Badewanne. Trotz der Trockenheit stellt das nach Auskunft der Versorger noch kein Problem dar. Die Betonung liegt auf noch.

Mit einem maximalen Stauinhalt von 72 Millionen Kubikmeter Wasser ist die Große Dhünn-Talsperre die zweitgrößte Trinkwassertalsperre Deutschlands. Für Remscheid und viele weitere Kommunen im Bergischen Land ist sie die wichtigste und verlässlichste Bezugsquelle.

So lange würde der Wasservorrat in der Großen Dhünntalsperre reichen

Aktuell ist die Hauptsperre zu 73 Prozent gefüllt. Dazu hat auch das Hochwasser vom Juli 2021 beigetragen. Die Talsperre konnte nach dem Starkregen den gesamten Zufluss aus den Bächen speichern, so dass sie die Verluste nach den drei vorangegangenen Trockensommern ausgleichen konnte. Zudem verringerte der Wupperverband vorsorglich die Abflussmengen in die Dhünn. Remscheids Wasserversorger sind deshalb gelassen.

„Der Inhalt der Großen Dhünn-Talsperre würde auch für zwei Jahre reichen“, erklärt Dr. Joachim Frings, der bei den Stadtwerken für die Versorgung der Remscheider mit Trinkwasser zuständig ist. „Wichtig ist dennoch, dass sie sich im Winter wieder auffüllt. Für den Zeitraum zwischen November und März nächsten Jahres hofft er deshalb auf viel Schnee und Schmelzwasser oder ergiebigen Regen.

Möglicher Wassermangel: Messstelle misst dieses Jahr nur 37 Liter Regen statt 108

Im Juli und August fiel im Vergleich zu den Vorjahren eindeutig zu wenig Regen vom Himmel. An der Messstelle des Wupperverbandes in Wermelskirchen-Lindscheid waren es 37 Liter, durchschnittlich sind es 108. Weil die Klimaexperten den Bergischen für die Zukunft weitere trockene Sommer voraussagen, haben die Stadtwerke sich entschieden, ihr 2004 stillgelegtes Wasserwerk im Eschbachtal wieder in Betrieb zu nehmen.

2024 soll es so weit sein. Im Verbund mit der Neyetalsperre bei Wipperfürth, die sich ebenfalls im Besitz der Stadtwerke befindet, soll die Eschbachtalsperre die Menschen in Remscheid mit Trinkwasser versorgen, wenn die Große Dhünn-Talsperre nicht mehr genug Wasser für alle Gemeinden liefern sollte. Immerhin 40 Prozent des Remscheider Bedarfs könnten die zwei kleinen Talsperren, die mit dicken Rohren verbunden sind, decken.

Trinkwasser in Remscheid: Kann der Hahn weiterhin unbekümmert aufgedreht werden?

Können die Remscheiderinnen und Remscheider also auch weiter unbekümmert den Hahn aufdrehen? Nein, sagt Ilona Weyer, Sprecherin des Wupperverbandes. Zwar gebe es, anders als in anderen Regionen Deutschlands, im Bergischen aktuell keinen Wassermangel. „Allerdings ist unser Appell, grundsätzlich mit dem kostbaren Trinkwasser sensibel umzugehen.“

Die Folgen der Trockenheit bekommen vor allem die Tier- und Pflanzenwelt zu spüren. Viele Bäche seien trocken, in vielen anderen fließe das Wasser nicht einmal mehr knöchelhoch, berichtet Sonja Dresen, bei der Stadt Remscheid Leiterin der Abteilung für Gewässer- und Bodenschutz.

Die Wuppertalsperre ist deshalb aktuell nur noch zur Hälfte gefüllt. Sie gibt permanent Wasser in den Fluss ab. Fische und andere Bewohner haben deshalb eine Chance. Andernorts verschärft der Mensch ihren Überlebenskampf – zum Beispiel pumpen Anrainer aus alter Gewohnheit Wasser aus den Bächen, um es für eigene Zwecke abzuführen.

So drohen weitere Tierdramen wie das im Panzertal. Wie berichtet, musste die Stadt Ende August mit Hilfe des örtlichen Jagdpächters mehrere Karpfen aus einem Teich retten. Der Wasserstand hatte so sehr abgenommen, dass die Rückenflossen aus dem Wasser ragten. Die Tiere hatten Glück. Spaziergänger schlugen Alarm. In Wermelskirchen wurden die Fische in größere Teiche entlassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Baisieper Straße: Sperrung steht an
Baisieper Straße: Sperrung steht an
Baisieper Straße: Sperrung steht an
Leibniz-Schüler retten Äpfel gleich kistenweise
Leibniz-Schüler retten Äpfel gleich kistenweise
Leibniz-Schüler retten Äpfel gleich kistenweise
Kinderarzt: Nicht beim ersten Niesen zu Hause bleiben
Kinderarzt: Nicht beim ersten Niesen zu Hause bleiben
Kinderarzt: Nicht beim ersten Niesen zu Hause bleiben

Kommentare