Urteil

Dreieinhalb Jahre Haft: Brutaler Räuber stößt Seniorin auf Grab

Der 48-jährige Angeklagte nahm vor dem Landgericht seine Berufung gegen ein früheres Urteil zurück.
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Der 48-jährige Angeklagte nahm vor dem Landgericht seine Berufung gegen ein früheres Urteil zurück.

Angeklagter gesteht Überfall auf Friedhof Kirchhofstraße.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Nach einem brutalen Raub auf dem Friedhof Kirchhofstraße in Remscheid-Mitte hat ein 48 Jahre alter Angeklagter die Tat gestanden und seine Strafe angenommen. Er hatte einer 90-jährigen Trauernden ihre Tasche entrissen und die Frau verletzt. Der Mann muss drei Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe verbüßen, Bewährung ist bei dieser Höhe ausgeschlossen. Er nahm vor dem Landgericht Wuppertal seine Berufung gegen das Urteil des dortigen Amtsgerichts zurück und vermied damit eine Verschärfung wegen eines Wohnungseinbruchsdiebstahls mit hohem Schaden.

Laut dem rechtskräftigen Urteil überfiel der nun Verurteilte am Mittag des 7. März 2021 sein Opfer von hinten und stieß die Frau dabei auf ein Grab. Als er ihr die Tasche entriss, erlitt sie Schürfverletzungen, die sich später entzündet haben sollen. Die Beute: Geld und das Handy der Verletzten.

Bei der Flucht vom Tatort wurde der Mann von einer Videokamera aufgenommen. Zu den Bildern soll Kleidung passen, die später in seiner Wohnung aufgefunden wurde. Im Gericht bestritt er zunächst die Vorwürfe: Sie seien Teil einer Verschwörung gegen ihn, Grund sei Antisemitismus. Der Mann stammt aus Marokko.

Die Unterstellung wies der Vorsitzende Richter als ungeheuerlich zurück und verdeutlichte dem 48-Jährigen: „Wenn man die Aufnahmen der Polizei sieht, die sie in ihren Sachen fotografiert hat, kann man keinen Zweifel haben.“ Das führte zum Geständnis und zur Rücknahme der Berufung.

Weitere Taten können nicht nachgewiesen werden

Im Gegenzug nahm die Staatsanwaltschaft ihrerseits ihr Rechtsmittel zurück. Sie hatte zunächst angeführt, dass dem Mann ein Einbruchdiebstahl nachgewiesen werden könne. Dabei kam ein Koffer mit mutmaßlich 10.000 Euro abhanden, den der 48-Jährige auf einem Parkplatz eines Restaurants aufgebrochen haben soll. Von diesem Vorwurf bleibt er freigesprochen, weil er nicht eindeutig als Täter identifiziert wurde.

Der Mann lebt getrennt und hat erwachsene Kinder. Er soll in seinem Heimatland studiert und in Deutschland zuletzt als Industrie-Hilfsarbeiter gearbeitet haben. Mit eingerechnet in sein Urteil sind vier Taschendiebstähle in einem Supermarkt in Lennep, nahe seiner damaligen Wohnadresse. Einer Kundin soll der Mann aufgefallen sein, weil er sich ohne Einkaufswagen im Verkaufsraum aufgehalten habe.

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