Jugendberufsagentur

Drei Partner bilden eine Anlaufstelle für Jugendliche

Zwei von mehr als 20 Ansprechpartnern für Jugendliche in der JBA: Stephan Lerch und Jessica Mingers nehmen sich der Probleme junger Menschen an, ohne sie zwischen den Institutionen hin und her zu schicken. Foto: Roland Keusch
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Zwei von mehr als 20 Ansprechpartnern für Jugendliche in der JBA: Stephan Lerch und Jessica Mingers nehmen sich der Probleme junger Menschen an, ohne sie zwischen den Institutionen hin und her zu schicken.

Die Jugendberufsagentur bündelt Angebote von Stadt, Arbeitsagentur und Jobcenter.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die Kooperation besteht schon länger, nun sind die Partner auch unter einem Dach zusammengezogen: Die Remscheider Jugendberufsagentur (JBA) hat ihre neuen Räume am Friedrich-Ebert-Platz vorgestellt. Hier arbeiten städtische Jugendhilfe, Agentur für Arbeit und Jobcenter zusammen, um Jugendliche und junge Erwachsene zu beraten – ohne erst Zuständigkeiten und Rechtskreise klären zu müssen.

„Wir holen die Jugendliche da ab, wo sie stehen, und können dann sehen, wer der richtige Partner ist“, beschreibt Sanja Blazeski, zuständige Teamleiterin beim Jobcenter, das Prinzip. Ob Beratung bei der Jobsuche, Leistungen für den Lebensunterhalt oder Unterstützung durch einen Sozialarbeiter, hier erhalten junge Menschen, was sie brauchen und müssen nicht von einem Amt zum nächsten laufen. „Gerade für Jugendliche sind kurze Wege wichtig“, sagt Martin Klebe, Leiter der örtlichen Arbeitsagentur. Sonst bestehe die Gefahr, dass der Betroffene auf dem Weg zwischen den Institutionen verlorengehe.

Mehr als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Arbeitsagentur, Jobcenter und Jugendamt haben dafür ihren Arbeitsplatz in das ehemalige RGA-Pressehaus am Busbahnhof verlegt, in dem auch das Sozialpsychiatrische Zentrum (SPZ) untergebracht ist.

Martin Klebe: „Wir wünschen uns, dass das Haus lebendig wird.“

Los ging es dort bereits Mitte des vergangenen Jahres, pandemiebedingt war die Arbeit aber bisher stark eingeschränkt. Und ist sie auch nach wie vor, wie Martin Klebe sagt: „Wir wünschen uns, dass das Haus lebendig wird“, beschreibt er die Vision eines Ortes, an dem Jugendliche und junge Erwachsene zusammenkommen. Vorerst braucht es aber noch einen Termin für den Besuch.

Zurück geht die JBA auf einen Beschluss des Stadtrates im Jahr 2015. Die Zusammenarbeit der drei Partner habe bald darauf begonnen, erinnert sich Sozialdezernent Thomas Neuhaus. Damals aber noch jeder von seinem Büro aus. „Hätten wir früher passende Räume gefunden, hätten wir das früher zusammengelegt“, sagt Neuhaus. Denn nicht nur die jungen Klienten profitieren davon, auch die Zusammenarbeit im Team habe sich verbessert, sagt Teamleiterin Sanja Blazeski: „Es ist schon ein anderes Gemeinschaftsgefühl.“

Jugendberufsberatung ist für Jugendliche ansprechend gestaltet

Zudem sei das neue Domizil auch ansprechender für die Jugendliche, sagt Neuhaus: „Das sieht hier nicht aus wie eine typische Behörde.“ Genutzt werden sollen die Räume später auch für Veranstaltungen. Denkbar seien Elternabende, sagt Martin Klebe. Oder dass man Jugendliche in ähnlichen Lebenssituationen miteinander ins Gespräch bringe.

Gedacht sei das Angebot für alle jungen Menschen in Remscheid, betont Dirk Faust, Chef des hiesigen Jobcenters: „Das ist nicht nur was für benachteiligte Jugendliche.“ Wer Beratung rund um Ausbildung, Studium oder ähnliche Themen suche, sei bei der JBA richtig. „Das müssen wir auch schnell allen Eltern und Lehrern vermitteln.“ Dabei würden als Jugendliche eigentlich alle bis 25 Jahre gelten, wie Martin Klebe erklärt: „Aber das ist sicherlich kein Ausschlusskriterium, wenn hier jemand mit 26 Jahren aufschlägt.“

Einen geeigneten Zugang zum Angebot der JBA bietet deren Internetseite, auf der unter dem Menüpunkt „was möchtest du“ verschiedene Lebenssituationen anwählbar sind. So ist der Kontakt zur Jugendberufsagentur, dem Grundgedanken der Einrichtung, folgend nach Bedarfen organisiert. Und eben nicht nach Zuständigkeiten und Rechtskreisen.

Hintergrund

Jugendberufsagenturen gibt es inzwischen in ganz Deutschland. „Junge Menschen sollen so wie aus einer Hand unterstützt werden“, heißt es dazu von der Arbeitsagentur. Dabei solle sich die Ausgestaltung „entlang regionaler und lokaler Handlungsbedarfe“ orientieren. Jede JBA wird also so aufgebaut, wie sie vor Ort am besten funktioniert. Allen gemein ist aber, dass es sich um Arbeitsbündnisse handelt. Personal und Kosten bleiben immer bei den jeweiligen Trägern.

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