Nachwuchs

Drei Küken mischen das Leben in der Natur-Schule auf

Zwei Wochen ist das Küken alt, das neugierig auf Jörg Liesendahls Schulter sitzt – und auch seine Maske anpickt. Foto: Roland Keusch
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Zwei Wochen ist das Küken alt, das neugierig auf Jörg Liesendahls Schulter sitzt – und auch seine Maske anpickt.

Jungtiere werden großgezogen, bis sie ihren Platz in der Gruppe finden.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Flink flitzen die drei Küken der Natur-Schule Grund in ihrem Gehege umher. Sie piepsen laut und picken mit ihren Schnäbeln gegen die Acrylglasscheibe. Für Jörg Liesendahl, Biologe und Pädagogischer Leiter der Natur-Schule, ist es gar nicht so einfach, eines auf Anhieb einzufangen. Doch schließlich sitzt das etwa zwei Wochen alte Küken – eine Mischform der Rassen Italiener und Bressehuhn – dann doch ruhig in seiner Hand – und zappelt wider Erwarten kaum.

Insgesamt zwölf Eier wurden in den vergangenen Wochen im Brutkasten bebrütet. Lediglich drei Küken sind dann vor kurzem erst geschlüpft, denn viele von den zwölf Eiern waren unbefruchtet. „Im März war es immer wieder kalt. Dann sind die Hühner nicht willig, ihren Pflichten nachzukommen“, sagt Liesendahl. Mit einer Taschenlampe haben seine Mitarbeiter die Eier durchleuchtet, um zu sehen, wie sich das Leben innerhalb der Eierschale entwickelt. Innerhalb weniger Tage sei schon ein Adergeflecht zu erkennen gewesen, erklärt Jörg Liesendahl.

Jörg Liesendahl gibt Tipps: „Hühnerhalter müssen ihre Erfahrungen machen“

Dann entwickelt sich ein Embryo, von dem seine Mitarbeiter beim Durchleuchten sogar Fotos machen konnten. Im Zeitraffer haben sie den Schlupf aller drei Küken begleitet und filmen können. „Auf der Aufnahme hört man sogar das Piepsen der Küken“, sagt Liesendahl. Bedarf nach mehr Jungtieren hätte die Natur-Schule momentan nicht. Denn in der Schule ist es ungewohnt still, tummeln sich normalerweise doch viele Kinder rund um die Tische in den Räumen der Schule am Grunder Schulweg. Dann lernen die Kinder alles über die Entwicklung von Hühnern.

Remscheid: Küken müssen ihren Platz in der Rangordnung finden

Das Highlight dabei: Jörg Liesendahl setzt ein Küken in die Tischmitte. „Die Kinder sorgen mit ihren Armen dann dafür, dass das Küken nicht vom Tisch hüpft“, erklärt der Biologe. Oft jahrelang können die Kinder davon erzählen, wie sie das flauschige Knäuel in der Hand hatten, wie weich es ist. „Das ist eine so enge Nähe zu dem Tier, wie man sie sonst selten hinbekommt“, sagt Liesendahl.

Weil Schulklassen und Kindertageseinrichtungen aber bereits das zweite Jahr in Folge nicht in die Natur-Schule kommen können, hat sich das Team rund um Jörg Liesendahl entschlossen, zu den Schülern ins Klassenzimmer zu kommen – auf digitalem Weg mit Fotos und Videos einer Wildkamera. Aus den Aufnahmen entsteht so demnächst ein Film, der auf Youtube hochgeladen wird, sagt der Biologe.

Bis die Küken zu den anderen Hühnern in die Voliere im Garten der Natur-Schule kommen, dauert es noch einige Wochen. Denn noch müssen die drei Tiere künstlich gewärmt werden. „Sie haben keine Glucke, die ihnen Wärme bietet, zeigt, wo sie Nahrung finden, und auf sie aufpasst“, sagt Liesendahl. Außerdem müssen sie kräftig genug sein, um Auseinandersetzungen mit ihren bereits erwachsenen Artgenossen zu überstehen. Denn die Rangordnung muss ausgepickt werden.

Per Video werden die Küken aber dann zumindest in den Schulklassen umherflitzen – sofern Wechselunterricht stattfinden kann, denn sonst sei es schwierig, die Kinder wirklich zu erreichen. Nur ein Küken in die Hand zu nehmen, wird in diesem Jahr allerdings nicht möglich sein.

 Der RGA und die Naturschule Grund zeigen Pflanzen und Besonderheiten am Wegesrand.

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