Einbruchsserie in der Innenstadt

Drei jugendliche Einbrecher wüten in der Villa Paulus

Die Einbrecher rissen alle Schubladen heraus. Fotos: Martin Jany
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Die Einbrecher rissen alle Schubladen heraus.

Auch in der Bibliothek und im Berufskolleg gehen die Täter mit großer Gewalt vor.

Von Axel Richter

Remscheid. Die Videoaufzeichnung von der Kamera über der Theke zeigt drei junge Männer. Auch ihre Stimmen sind zu hören. Für die Polizei sind das brauchbare Beweismittel, wenn es um die Identifizierung der Einbrecher geht. Doch selbst wenn sie gefasst werden sollten: Den Schaden, den sie in der Villa Paulus hinterlassen haben, dürften sie kaum wieder gutmachen.

In der Nacht zu Montag waren die bislang unbekannten Täter vermutlich über ein Fenster in das Hotel-Restaurant an der Schüttendelle eingedrungen.

Selbst massive Türen hielten die Unbekannten nicht auf.

Das ist im Corona-Lockdown seit zwei Monaten geschlossen. „Ich frage mich deshalb ernsthaft, was die dort vorzufinden erwartet haben“, sagt Kai Robert Paulus, der das Restaurant mit Joachim Schreiber betreibt.

Am Ende bestand ihre Beute aus zwei Thermomixen, einer Kamera, drei Tablets und ein paar Küchenmessern. Der Sachschaden, den die jungen Männer hinterließen, steht dagegen in keinem Verhältnis. Martin Jany, Geschäftsführer der Villa Paulus, der das Restaurant in den Mittagsstunden des nächsten Tages betrat, stieß auf herausgerissene Schubladen, durchwühlte Schränke.

Ihre Beute fiel gering aus. Der Sachschaden ist enorm.

Und auf 22, größtenteils historische Türen, die samt Zarge aus der Wand gerissen worden waren. Selbst mit schweren Feuerschutztüren verfuhren die Einbrecher in gleicher Weise. „Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass so etwas überhaupt möglich ist“, sagt Paulus.

Feuerschutztüren sind zu ersetzen, die historischen Türen in einem denkmalgeschützten Gebäude nicht ohne weiteres. Außerdem: Gerade erst hatten die beiden Gastronomen in ihrer Villa umgebaut, um einen weiteren Gastraum zu schaffen. „Wir waren gerade fertig geworden“, sagt Kai Robert Paulus.

Remscheid: Serientäter am Werk?

Die Polizei schließt nicht aus, dass Serientäter am Werk sind. Zwischen dem 28. Dezember und dem 4. Januar kam es zu zwei weiteren Einbrüchen in der Remscheider Innenstadt, bei denen die Täter mit großer Gewalt vorgingen.

Unter anderem drangen sie in die Zentralbibliothek an der Scharffstraße und in das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg in der Freiheitstraße ein. Wie die Stadt Remscheid mitteilt, schlugen sie auch in der Bücherei Fenster ein und brachen Türen auf. In der Bibliothek erbeuteten sie 500 Euro. In der Schule knackten sie auch einen Tresor. Ihre Beute bestand aus einer geringen Summe Bargeld und ein paar Schlüsseln. Bereits im Dezember war das Restaurant Schützenhaus zwei Mal von Einbrechern heimgesucht worden.

Die Zerstörungen treffen die beiden Gastronomen im Lockdown hart

In der Villa Paulus beläuft sich der entstandene Sachschaden unterdessen auf einige Zehntausend Euro. Die Versicherung wird ihn begleichen. Und doch trifft der Schock Kai Robert Paulus und Joachim Schreiber hart. Der Lockdown hat Spuren bei ihnen hinterlassen. Die Verluste, die sie mit der Schließung erleiden, gleichen die Hilfen des Staates nicht ansatzweise aus.

Ein Laptop, ein Beamer, Bargeld und Briefmarken – diese Beute machten Unbekannte, die in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember beim Kinderschutzbund, dem Paritätischen und dem Hospizverein einbrachen.

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