Zeitungstreff

Doc Esser: „Wer Marihuana raucht, hat weniger im Kopf“

Rät vom Kiffen als Facharzt dringend ab: Doc Esser. Foto: Roland Keusch
+
Rät vom Kiffen als Facharzt dringend ab: Doc Esser.

Im RGA-Zeitungstreff riet der Lungenfacharzt dringend vom Kiffen ab – Einstiegsdroge mit vielen späteren Risiken.

Remscheid. Vor dem Genuss von Cannabis warnt Heinz-Wilhelm Esser, Oberarzt für Innere Medizin und Leiter der Pneumologie am Sana-Klinikum. Der Facharzt für Lungenkunde weiß aus beruflichen Erfahrungen um die Gefahren. In einem Schülerinterview gab er diese am Mittwoch im Rahmen des RGA-Zeitungstreffs weiter. Wie gefährlich kann das Rauchen von Joints werden?, wollten Linus Feiter und Tom-Moritz Barndt wissen.

Auf Vermittlung des RGA-Projektpartners, dem Sana-Klinikum, klärte Doc Esser die Achtklässler der Sophie-Scholl-Gesamtschule bei einem Online-Interview über Risiken und Nebenwirkungen des Rauschmittels auf. „Kiffen ist uns ein Dorn im Auge“, brachte es der Mediziner zu Beginn auf den Punkt. Denn: „Ein Joint entfaltet eine unfassbare Power, was die Risiken angeht.“ Das betreffe nicht nur die Lunge, sondern auch den Rest des Körpers, Hirn und Psyche. Doc Esser wies daraufhin, dass selbst gelegentlicher Konsum Gefahren berge. „Es muss Euch klar sein: Die Folgen sind nicht sofort bemerkbar.“ Der Joint sei kein Freund. Cannabis sei nicht nur Entspannung, sondern könne später unter anderem zu Reizbarkeit, Unruhe, Depressivität oder psychischen Störungen führen.

Doc Esser, 47 Jahre alt, verhehlte nicht, dass er als Jugendlicher zum Joint gegriffen habe. Er sei aber schnell davon abgekommen. Die aus Cannabis-Konsum resultierende Abgestumpftheit, die er bei regelmäßigen Usern beobachtete, wäre ihm eine Mahnung gewesen. Als Pneumologe (Lungenfacharzt) weiß er, dass Cannabis die Kräfte schwächt: „Ihr scherbelt Euch die Abwehrschicht gegen Eindringlinge weg.“ Keime könnten so zum Beispiel leichter eine Pilz-Pneumonie auslösen. Doc Esser wurde sehr deutlich: „Wer regelmäßig Marihuana konsumiert, hat weniger im Kopf.“ Die Selbstwahrnehmung könne gestört sein, die Lernfähigkeit abnehmen. Einen kleinen Positiveffekt verhehlte der Facharzt nicht. Vor Jahrzehnten wurde Hanf Asthmatikern empfohlen: „Es erweitert nämlich kurzfristig die Lunge.“

Die Frage der Sophie-Scholl-Schüler, ob er Veränderungen bei der Einnahme von Rauschmitteln über die Jahrzehnte durch Jugendliche sehe, verneinte Esser. Er trennt stattdessen zwischen dörflichen und städtischen Strukturen: „Bei der Dorfjugend ist es eher der Alkohol, mit dem sie sich auf Festen ins Jenseits schießt, in den Städten wird eher zu härteren Rauschmitteln gegriffen.“ Die Politik, so Doc Esser, müsse Einfluss über eine umfassende Aufklärung vor den Gefahren nehmen. Er betonte jedoch auch: „Man darf nicht nur Cannabis verteufeln, Zigaretten, Shisha-Rauchen, Alkohol sind mindestens genauso schlimm.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Gegen Hauswand geprallt: Autofahrer aus Remscheid nach Unfall in Lebensgefahr
Gegen Hauswand geprallt: Autofahrer aus Remscheid nach Unfall in Lebensgefahr
Gegen Hauswand geprallt: Autofahrer aus Remscheid nach Unfall in Lebensgefahr
Hoher Krankenstand: Remscheider Stadtwerke müssen Busfahrten absagen
Hoher Krankenstand: Remscheider Stadtwerke müssen Busfahrten absagen
Hoher Krankenstand: Remscheider Stadtwerke müssen Busfahrten absagen
Feuerwehrleute werben als Fotomodelle um neue Mitglieder
Feuerwehrleute werben als Fotomodelle um neue Mitglieder
Feuerwehrleute werben als Fotomodelle um neue Mitglieder
Stadt Remscheid geht gegen die Telekom juristisch vor
Stadt Remscheid geht gegen die Telekom juristisch vor
Stadt Remscheid geht gegen die Telekom juristisch vor

Kommentare