Jahn- und Kirmesplatz

DOC-Aus: Sozialwohnungen kommen ins Gespräch

In den kommenden Monaten wird sich erweisen, was aus dem Röntgenstadion wird. Die Diskussion über die Flächen, die dem Designer Outlet Center vorbehalten waren, hat begonnen. Foto: Roland Keusch
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In den kommenden Monaten wird sich erweisen, was aus dem Röntgenstadion wird. Die Diskussion über die Flächen, die dem Designer Outlet Center vorbehalten waren, hat begonnen.
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Jürgen Kucharczyk (SPD) meldet sich mit Idee für Jahn- und Kirmesplatz sowie dem Röntgenstadion zu Wort.

Remscheid. Ein Neustart für Lennep wurde zum Thema in der zuständigen Bezirksvertretung, die sich mit Einwohnerfragen über das Aus für das Großprojekt Designer Outlet Center (DOC) befasste. Unter anderem ging es um die Zukunft für Jahn- und Kirmesplatz sowie für das Röntgenstadion, wo das DOC Konturen annehmen sollte. Naturschützer wollen Markthalle statt DOC.

Nach Ostern will OB Burkhard Mast-Weisz (SPD), der in diesen Wochen zahlreiche Gespräche mit Ideengebern führt, erste Vorschläge vorlegen. Sein Parteifreund Jürgen Kucharczyk gab bei der Sitzung der Bezirksvertretung schon mal eine Marschrichtung vor. „Wir müssen den sozialen Wohnungsbau berücksichtigen, wenn es zu Wohnungsbau kommen sollte“, hob er hervor. Für das Röntgenstadion sehe er noch „einen gewissen Zeitraum“. Dann aber müsse der „Schwerpunkt nach Reinshagen“ verlegt werden – angesichts der Investitionen, die in Lennep nötig wären, um das Stadion zu ertüchtigen.

Bezirksbürgermeister Rolf Haumann (Bündnis 90/Die Grünen) beschrieb die Stimmung in Lennep nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, bei dem das Ende des Großprojekts besiegelt wurde: „Ich glaube, das Schlimmste für die meisten Lenneper und Lenneperinnen ist nicht die Tatsache, dass es kein DOC geben wird, sondern dass sich in ihrem Stadtteil in den vergangenen Jahren so wenig bewegt hat, weil alles nur auf dieses Projekt ausgerichtet war.“ Jetzt hätten viele Menschen das Gefühl, dass in Lennep nichts mehr vorwärtsgehe. Haumann forderte Schwung, neue Pläne zu schmieden und die Bürgerschaft dabei von Anfang an zu beteiligen. In dem Scheitern liegt auch eine Chance für Lennep

Dies werde geschehen, führte Kucharczyk an. Noch vor den Sommerferien solle es eine große Bürgerversammlung im Forum Hackenberg geben. Ende 2022 müsse der Ideenprozess abgeschlossen sein. Im Klartext: Dann soll feststehen, wohin die Reise in Lennep geht, wie also die Flächen genutzt werden. „Inklusive der Kölner Straße, die wir miteinbeziehen müssen“, erklärte Jürgen Kucharczyk.

Leider können Politik und Verwaltung nicht alles vorgeben.

Bezirksbürgermeister Rolf Haumann zur Entwicklung Lenneps

Dass in den letzten Jahren in Lennep ausschließlich Stillstand herrschte, bestritt Markus Kötter (CDU), der bis 2020 als Bezirksbürgermeister wirkte. „Es ist eine Menge passiert – vor allem bei der Verbesserung der Straßeninfrastruktur“, spielte er auf den Ausbau der Trecknase und der Kreuzung Ring-/Rader Straße an. Auch der Neubau des Feuerwehrgerätehauses wertete er als Erfolg.

Nach dem Aus für das DOC sei nun aus Sicht der CDU ein Stadtentwicklungskonzept nötig, das vielfältige Facetten bei der Ausrichtung Remscheids berücksichtigen soll. „Ein Gesamtrahmen muss her, der die Nutzer der gesamten Stadt in den Blick nimmt. Das ist die Voraussetzung, Fördermittel zu erhalten – unter anderem von der Europäischen Union“, führte Kötter aus.

Geplatztes DOC hat 12,4 Millionen Euro gekostet.

Rolf Haumann wies derweil darauf hin, dass die Zukunftsthemen Lenneps nicht auf die lange Bank geschoben werden dürften. Es gelte, „zügig erste Umsetzungen zu präsentieren.“ Die von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz in Aussicht gestellte Lennep-Konferenz begrüße er sehr. Welche Projekte am Ende realisiert werden, sei ein spannender Prozess. „Leider können Politik und Verwaltung nicht alles vorgeben,“ erklärte Haumann. Einiges sei davon abhängig, ob sich Investoren oder Interessenten finden.

Rückkehr nach Lennep

Nach vielen Monaten der Corona-Einschränkungen kehrte die Bezirksvertretung wieder nach Lennep zurück. Zwischenzeitlich hatte es Treffen im Remscheider Rathaus gegeben – und eine digitale Infoveranstaltung zum DOC-Aus. Schauplatz der Sitzungen soll nun dauerhaft die Aula des Röntgen-Museums sein – das nächste Mal am 25. Mai um 17.30 Uhr.

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