Dachbegrünung und Photovoltaik-Anlage

Aldi zieht aus und baut neu - Sechs zusätzliche Wohnungen entstehen

Auf einer Fläche zwischen Gesundheitsamt und Haus am Park, vis-à-vis zu Netto, Fressnapf und Denn‘s, will Aldi bauen. Foto: Roland Keusch
+
Auf einer Fläche zwischen Gesundheitsamt und Haus am Park, vis-à-vis zu Netto, Fressnapf und Denn‘s, will Aldi bauen.

Das künftige Gebäude in Hasten soll sich städtebaulich in den Bereich integrieren.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Der Aldi an der Hammesberger Straße in Hasten wird wohl an die Hastener Straße umziehen. Die zuständige Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid stimmte einer zwischen der Stadt und der Discounter-Kette vorverhandelten Vereinbarung einstimmig zu. Demnach wird der alte Standort komplett aufgegeben und durch einen neuen ersetzt, zu dem dann aber auch sechs Wohnungen gehören werden. Für Baudezernent Peter Heinze nicht weniger als ein „Paradigmenwechsel“ in der Ansiedlung von Einzelhandel.

Denn statt einen Zweckbau durch einen anderen zu ersetzen, sieht der Plan eine Bebauung des Grundstücks Hastener Straße 23a vor, die sich „baulich in den Bereich integriert“, wie Heinze erklärte. Dies geschehe auch im Hinblick darauf, dass auf dem derzeitigen Gelände des Gesundheitsamtes ein Stück die Straße hoch in Zukunft Wohnbebauung entstehen soll: „Das wird dann das Entrée für diesen Bereich.“

„Ich kann Ihnen sagen, das war nicht einfach.“

Bezirksbürgermeister Otto Mähler über die Verhandlungen mit Aldi

„Aldi versucht ja schon seit geraumer Zeit, aus dem Loch herauszukommen“, sagte Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) in der BV-Sitzung. Nicht zuletzt, weil es Feuchtigkeit in dem bisherigen Gebäude gebe. Im Zuge dessen haben Heinze und sein Dezernat dem Lebensmittelhändler die zusätzliche Wohnbebauung „abgetrotzt“: „Ich kann Ihnen sagen, das war nicht einfach.“ Auch Bernd Quinting (CDU) sprach von einer „erfreulichen Lösung“.

Konkret sieht der Vertrag vor, dass an der Hastener Straße ein Markt mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche und Nebenflächen entstehen soll, auf den Markt wird ein Parkdeck mit 70 Stellplätzen gebaut und darauf wiederum sechs Wohnungen mit zusammen 535 Quadratmeter Wohnfläche. Selbst die Farben der Fassade – unten anthrazit-grauer Klinker, oben helle Farben – wurden bereits festgelegt.

Dass das Gebäude zudem eine Dachbegrünung und eine Photovoltaik-Anlage bekommen soll, nahm Heinze als Anregung mit aus der BV in die weiteren Verhandlungen. Was bei dem Essener Discounter durchaus auf offene Ohren treffen könnte. Aldi Nord testet bereits in einige Filialen ein System, bei dem die Kühlung durch auf dem Dach erzeugten Solarstrom und Wärmepumpen betrieben wird.

Angedacht ist außerdem, die Parkpalette über die bereits vorhandene Stichstraße von der Hastener Straße anzubinden, um die eigentliche Hastener Straße zu entlasten. Die Anlieferung des Marktes soll wiederum über die Hastener Straße erfolgen. Dass diese Anlieferungen zu Belästigungen für die Bewohner der sechs Wohnungen führen könnte, zumal frühmorgens, darauf wies Waltraud Bodenstedt (W.i.R.) hin. Das werde im Rahmen des Genehmigungsverfahrens natürlich geprüft, sagte Stadtplanerin Christina Kutschaty zu. Eine Möglichkeit sei beispielsweise, die Anlieferung zu umbauen.

Was aus dem bisherigen Standort an der Hammesberger Straße wird, sei derweil teilweise noch unklar, berichtete Peter Heinze. Sicher sei nur, dass er als Einzelhandelsstandort aufgegeben wird, weil man sonst mit dem bestehenden Einzelhandelskonzept in Konflikt gerate. Denkbar sei aber, ihn zu einem gewerblichen Standort umzugestalten. In der Nachbarschaft gebe es bereits Gewerbe, zudem sei die Nachfrage groß. „Wir reden mit dem Eigentümer“, berichtete Heinze. Alles Weitere sehe man im Laufe des weiteren Verfahrens.

Hintergrund

Auch planungstechnisch stellt das Vorhaben für Remscheid eine Neuerung dar. Für den neuen Aldi-Markt soll nämlich ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt werden. Alle dabei entstehenden Kosten trägt der Vorhabenträger, in diesem Fall Aldi. Der Vorgang wird allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen und benötigt am Ende die erneute Zustimmung der Remscheider Politik.

Standpunkt: Ein wichtiger Schritt

Von Sven Schlickowey

sven.schlickowey@rga.de

Der Riesen-Konzern Aldi Nord – über 77 000 Mitarbeiter weltweit, weit mehr als 22 Milliarden Euro Jahresumsatz –macht dem „kleinen“ Remscheid Zugeständnisse, um eine neue Filiale bauen zu können. Das ist zweifelsohne ein Erfolg der Stadtverwaltung, die nicht nur die Anfrage eines Investors bearbeitet hat, sondern dabei weiter, in diesem Fall wörtlich gemeint, nämlich im weiteren Umfeld, gedacht hat. Das ist aber auch eine logische Entwicklung. Denn auch Discounter-Platzhirsch Aldi weiß, dass man sich den sich verändernden Vorstellungen seiner Kunden anpassen muss. Deswegen steht die Ware dort heute nicht mehr auf Paletten, sondern wird entsprechend präsentiert. Und deswegen setzt man baulich nicht mehr (nur) auf Steinzelte an Einfallstraßen, sondern investiert auch in Architektur, Energiekonzepte und ins Umfeld der Filialen. Insgesamt ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Von der Bauverwaltung und vom Discounter-Riesen.

Veränderungen gibt es auch im Allee-Center: Der geplante Edeka-Markt im Untergeschoss des Centers soll von einem selbstständigen Partner betrieben werden. Das bestätigte die Regionalgesellschaft Rhein Ruhr des Lebensmittelhändlers auf RGA-Anfrage. 

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Führerscheine aus Papier werden schrittweise umgetauscht
Führerscheine aus Papier werden schrittweise umgetauscht
Führerscheine aus Papier werden schrittweise umgetauscht
Corona: Inzidenz steigt auf 71,7 - Temporäres Impfzentrum erhält Nachschub aus Wuppertal
Corona: Inzidenz steigt auf 71,7 - Temporäres Impfzentrum erhält Nachschub aus Wuppertal
Corona: Inzidenz steigt auf 71,7 - Temporäres Impfzentrum erhält Nachschub aus Wuppertal
Ohne Maske? Lehrer haben ungutes Gefühl
Ohne Maske? Lehrer haben ungutes Gefühl
Ohne Maske? Lehrer haben ungutes Gefühl

Kommentare