Bergische Symphoniker

Dirigent widmet das Konzert Lotte und Jonas

Michael Ellis Ingram, der das Konzert den beiden einzigen anwesenden Kindern Lotte und Jonas widmete, erwies sich nicht nur als leidenschaftlicher Dirigent, sondern auch als charmanter Erzähler.
+
Michael Ellis Ingram, der das Konzert den beiden einzigen anwesenden Kindern Lotte und Jonas widmete, erwies sich nicht nur als leidenschaftlicher Dirigent, sondern auch als charmanter Erzähler.

Geleitet von Michael Ellis Ingram begeisterten die Bergischen Symphoniker im Teo Otto Theater.

Von Peter Klohs

Remscheid. Bereits beim letztjährigen Weihnachtskonzert der Bergischen Symphoniker sollte der aus den Vereinigten Staaten stammende Dirigent Michael Ellis Ingram das Orchester leiten, was sich aus bekannten Gründen nicht realisieren ließ. Umso mehr freute sich Ingram, dass seine Zusammenarbeit mit den Symphonikern in diesem Jahr stattfinden konnte. Ein buntes und kurzweiliges Musikprogramm war die Folge. Knapp 200 Besucher im Teo Otto Theater lauschten am frühen Abend des zweiten Weihnachtstages der Musik von zum Teil zeitgenössischen Komponisten und modernen Klassikern.

„Sind Kinder im Publikum?“ fragte der Dirigent zum Anfang der musikalischen 90 Minuten. Es waren zwei: Lotte und Jonas. Nachdem sich Ingram über die Weihnachtsgeschenke der Kinder informiert hatte, widmete er ihnen kurzerhand das Weihnachtskonzert. Neben einigen bekannten Namen standen auch hierzulande eher unbekanntere Komponisten im Programm.

„Jingle Bells“ gab es noch als hymnischen Nachschlag

So begann der musikalische Reigen mit „Christmas Angels“ des Engländers Thomas Hewitt Jones, in dessen farbenreichem Allegro man immerzu glaubt, Fetzen bekannter Weihnachtslieder zu hören. Das folgende Triptychon von Bryan Kelly, ebenfalls aus dem Vereinigten Königreich, wenngleich 50 Jahre älter als sein Kollege Jones, befasste sich in impressionistischer Tonsprache mit den Heiligen Drei Königen, ihrer langen Reise zur Krippe, der Aufregung in der Stadt und der stillen Andacht am Stall. Ingram erwies sich im Laufe des Abends nicht nur als leidenschaftlicher Dirigent, sondern auch als charmanter Erzähler, der von Weihnachten in seiner Heimat Missouri („Nah der Mitte der USA.“) berichtete, persönliche Erinnerungen an Weihnachtsfeste einfügte und auch den Humor nicht vergaß. Das Publikum, zunächst etwas reserviert, taute schnell auf und folgte der Musik und der Conference Ingrams sehr aufmerksam und letztlich mit Begeisterung.

Das Orchester schwelgte im bekannten Walzer „Gold und Silber“ des Operettenkönigs Franz Lehár und gestaltete das nicht leicht zu spielende Vorspiel zur Pantomime „Der Schneemann“ von Erich Wolfgang Korngold sehr kenntnisreich.

Dem schloss sich eine weitere dreigeteilte Komposition an: Das Porträt des Weihnachtsmanns in seinem Schlitten, der Sternenhimmel zum Fest sowie ein Walzer zur Bescherung erklangen, erdacht vom Briten Phillip Lane. Die Dolly-Suite von Gabriel Fauré besteht aus sechs recht kurzen Skizzen, die man der Spätromantik zuschreiben darf.

Ingram und die Bergischen Symphoniker trafen fein den Nerv aus Zeitgeist und romantischer Schwelgerei, eingebettet in leicht weihnachtliche Attitüde. Die Weihnachts-Ouverture von Samuel Coleridge-Taylor, der nur 37-jährig 1912 verstarb, beinhaltet die Töne des Londoner Palace of Westminster, im Volksmund auch Big Ben genannt.

Da das Mitsingen durch das auch während des Konzertes nötige Tragen der Masken erschwert wurde, hatte Michael Ellis Ingram einige Weihnachtslieder zum Mitsummen arrangiert, und das funktionierte ganz hervorragend. Nicht sehr oft spielt das Orchester „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ – und das Publikum summt dazu.

Als Zugabe gab es eine fulminante Version einer ohnehin schon temperamentvollen schnellen Polka von Johann Strauß, die sich wohl aus einem Neujahrskonzert verirrt hatte. Aber die Besucher des Konzertes wollten noch nicht heim und bekamen mit einem angedeuteten „Jingle Bells“, das hymnisch endete, noch einen Nachschlag.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Stadt Remscheid geht gegen die Telekom juristisch vor
Stadt Remscheid geht gegen die Telekom juristisch vor
Stadt Remscheid geht gegen die Telekom juristisch vor
Welche beiden Straßen treffen hier aufeinander?
Welche beiden Straßen treffen hier aufeinander?
Welche beiden Straßen treffen hier aufeinander?
Corona: Drei weitere Todesfälle in Remscheid - Inzidenz steigt auf 1094
Corona: Drei weitere Todesfälle in Remscheid - Inzidenz steigt auf 1094
Corona: Drei weitere Todesfälle in Remscheid - Inzidenz steigt auf 1094
Hoher Krankenstand: Remscheider Stadtwerke müssen Busfahrten absagen
Hoher Krankenstand: Remscheider Stadtwerke müssen Busfahrten absagen
Hoher Krankenstand: Remscheider Stadtwerke müssen Busfahrten absagen

Kommentare