RGA vor Ort

Diese Freizeitangebote hat Lennep zu bieten

Rund um den Alten Markt in Lennep ist das Gastronomie-Angebot grandios. Hier lässt es sich gut aushalten.
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Rund um den Alten Markt in Lennep ist das Gastronomie-Angebot grandios. Hier lässt es sich gut aushalten.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Klosterkirche, Rotationstheater, Musikschule, Deutsches Röntgen-Museum & Co.: In der historischen Altstadt gibt es eine Fülle von Freizeitangeboten.

Remscheid. Durch den Entdecker der Röntgenstrahlen, Wilhelm Conrad Röntgen, ist Lennep schon allein eine Reise wert. Schließlich steht hier das Haus, in dem der erste Nobelpreisträger lebte. Sowie das Deutsche Röntgen-Museum. Aber auch darüber hinaus bietet die Röntgenstadt, was Kultur, Gastronomie und Freizeitangebote angeht, eine Fülle.

Der historische Ortskern ist eigentlich eine kleine Stadt für sich - und muss hinter Alt-Remscheid keinesfalls zurückstehen. Allein das Gastronomieangebot rund um den Alten Markt ist ein Schlemmerparadies. Und ob Tuchmuseum, Kulturzentrum Klosterkirche, Künstlerkolonie, Gitarren- und Cembalobauer, Feste von Lennep offensiv oder der LKG oder der Tuchmacherweg, der heute neu eröffnet wird: Kulturell ist hier ziemlich was los.

So stark hat sich der Lenneper Einzelhandel verändert

Eine ganze Familie kümmert sich in der Altstadt um Café, Theater und Musikschule: (v. l.) Reintraut Schmidt-Wien, David und Julia sowie Johannes Schmidt.

So auch auf dem „Boulevard de Schmidt“. Die Familie hat in den letzten Jahrzehnten an der Kölner Straße mit dem Rotationstheater, der Musikschule, dem Rotationscafé und der Mal- und Kreativstube „Rotation“ ein kleines kulturelles Imperium geschaffen, wie es die gebürtige Wuppertalerin Reintraut Schmidt-Wien selbst nennt.

Aber warum liegt der Familie der Stadtteil so am Herzen? „Die Altstadt ist ein Schmuckstück“, sagt Schmidt-Wien, bekennt aber auch: „Es ist eine Schande, dass das DOC nicht läuft. Vieles wird zerredet, kleingemacht.“ Natürlich habe auch Familie Schmidt aufs DOC gesetzt, so wie nahezu jeder in der Altstadt. Und jetzt, da das Outlet-Center nicht kommt, möchte nicht jeder bleiben. Die Schmidts jedoch schon. „Wir werden weiter durchziehen - ob mit oder ohne DOC“, erklärt Reintraut Schmidt-Wien.

Der kleine kulturelle Broadway der Schmidts ist ein Familienunternehmen. Mama Reintraut kümmert sich um das Künstler-Booking für das Rotationstheater, ihr Mann Johannes Schmidt im Hintergrund um die Musikschule, das Café und die „Rotation“. Tochter Julia schmeißt das Rotationscafé, Sohn David kümmert sich um die Verwaltung des Theaters, der Schule für Musik, Tanz und Theater sowie um die „Rotation“. Hier finden übrigens auch wechselnde Ausstellungen statt.

Mit der Musikschule fing in den 70ern alles an. Denn die beiden Musiklehrer wollten sich selbstständig machen. An der Poststraße mieteten sie erst einmal ein Gebäude für ihre eigene Musikschule an - ehe ein gewisser Herr Beck dem Paar 1990 das Gebäude zur Miete anbot, in dem die Bergische Morgenpost einst untergebracht war. Daher auch der Name „Rotation“, von Rotationsdruckmaschinen.

Erst zog man mit der Musikschule ein, dann folgte das Theater, um das sich übrigens Künstler zunächst selbst bewarben. „Es ist älter als viele Geschäfte hier, das sehen die Lenneper nicht so richtig“, meint Schmidt-Wien. Langsam wuchs das Familienunternehmen. „Es ist schon eine Hausnummer, dass wir hier in Lennep mindestens so ein Angebot haben wie in Remscheid“, meint sie. „Und wir ziehen alle Stücke durch.“ Und das seit 32 Jahren. Wird der „Boulevard de Schmidt“ noch weiter wachsen? „Nein, jetzt sind wir am Schluss angekommen“, sagt Schmidt-Wien lachend. Schließlich sei die Corona-Krise auch nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen.

Von Anfang an wollte ich Qualität.

Reintraut Schmidt-Wien

Aus dieser Not hat David Schmidt jedoch eine Tugend gemacht: Er bewarb sich um Fördergeld - und konnte im privaten Kellertheater schließlich eine moderne Frischluftanlage einbauen lassen, die das Theater zukunftsfähig machte. So können die Gäste einen unbeschwerten Abend samt Kleinkunst genießen.

Denn die steht seit jeher im Fokus. „Von Anfang an wollte ich hier gute Qualität“, betont die Programmdirektorin. „Nur müssen wir auch sehen, dass sich die Leute dafür interessieren. Das war leider nicht immer der Fall.“ Ausverkauft sei stets eine Show: die Ham&Egg-Travestie. Viele namhafte Künstler, die heute Stadien füllen, sind hier groß geworden.

Mit neuer Hoffnung geht Schmidt-Wien in die neue Spielzeit, die mit Wolf Haumanns Talk am 3. September startet. Sie hofft, dass die Gäste dann wieder zahlreicher ins Theater kommen als zuletzt. „Wir dürfen jetzt auch wieder 100 Plätz besetzen.“ Isabel Varell hat sich für 6. September angekündigt, es folgen Jens Neutag, Ausbilder Schmidt, Michael Steinke, Christopher Köhler und viele mehr. Das ganze Programm steht online.

Im Café geht es schon am 21. August, 11 Uhr, mit dem Jazz-Trio los. Am 25. August tritt Adriano Piano mit seinem Soloprogramm auf.

rotationstheater.de

Die RGA-Stadtteilserie endet

Mit diesem heutigen Serienteil über Kultur und Freizeit in Lennep endet unsere große RGA-Stadtteilserie 2022 während der Sommerferien. Alle Serienteile aus allen Stadtteilen gibt es hier zum Nachlesen.

Vor Ort: Am Samstag schlägt die RGA-Redaktion von 10.30 bis 11.30 Uhr ihr Zelt auf dem Alten Markt Lennep auf. Besuchen Sie uns gern.

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