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„Die Stadt“ bietet viele verschiedene Aufgabengebiete

Die Betreuung Geflüchteter, Bürgerservice im Ämterhaus, Löscheinsätze, Straßenreinigung: All das und noch viel mehr ist „die Stadt“. Die Remscheider Verwaltung beschäftigt mehr als 2200 Menschen, darunter 120 Azubis.
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All das und noch viel mehr ist „die Stadt“: Die Betreuung Geflüchteter,...

Arbeiten in Alt-Remscheid: Die Stadtverwaltung gehört zu den größten Arbeitgebern in Remscheid. Wir stellen im Rahmen unserer Stadtteilserie einige Arbeitsbereiche vor.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Remscheid ist eine Industriestadt, vielleicht die letzte Industriegroßstadt in NRW. Mehr als 20  000 der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten hier laut Statistischem Landesamt im produzierenden Gewerbe, das entspricht 43,5 Prozent aller Arbeitnehmer. Zum Vergleich: In den anderen nordrhein-westfälischen Gemeinden vergleichbarer Größe sind es im Schnitt nur knapp über 20 Prozent. Doch so sehr die Industrie die Stadt auch prägt, gerade im Zentrum finden sich auch viele Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Und einer der größten Arbeitgeber der Stadt überhaupt: die Stadt selber.

Alt-Remscheid: Starker Stadtteil zeigt auch Schwächen

Die Remscheider Stadtverwaltung beschäftigt aktuell rund 2250 Menschen, berichtet Jörg Biermann, Leiter des Personalamtes: „Das schwankt schon mal, vor allem weil wir auch Saisonkräfte einsetzen.“ Dabei sind städtische Töchter wie die Stadtwerke noch nicht berücksichtigt. Abgesehen von Mitarbeitern im Außendienst, in Schulen, Kitas und Turnhallen seien die Kolleginnen und Kollegen auf rund 20 Gebäude im Stadtgebiet verteilt. „Alle Ämter in einem Gebäude unterzubringen, wäre schön“, sagt Biermann. „Aber die Möglichkeit haben wir einfach nicht.“ Die beiden größten Verwaltungssitze befinden sich in Alt-Remscheid: das Rathaus am Theodor-Heuss-Platz und das Ämterhaus an der Elberfelder Straße.

...Bürgerservice im Ämterhaus,...

Arbeiten bei der Stadtverwaltung zeichne sich vor allem durch Vielfalt aus, sagt der Personalchef: „Wir sind ein bunter Gemischtwarenladen.“ So beschäftige die Stadt Remscheid Ärzte und Medizinische Fachangestellte, Erzieher und Sozialpädagogen, Forstwirte, Straßenbauer, Architekten, Feuerwehrleute, Bibliothekare, Juristen und Schwimmmeister sowie Handwerker nahezu jeder Couleur. Und natürlich Verwaltungsfachangestellte, die Biermann schlicht als „unsere Allrounder“ bezeichnet. Die Ausbildung befähige dazu, nahezu jede Aufgabe innerhalb der Verwaltung zu übernehmen, erklärt er.

...Löscheinsätze,...

Im Ergebnis bedeute das, dass sich die Kolleginnen und Kollegen Aufgaben ganz nach ihren Eignungen und Neigungen suchen könnten, betont Biermann. Das Aufgabenfeld der Verwaltung sei dafür breit genug, vom „Aktenschieben“ in der internen Abteilungen bis zum direkten Bürgerkontakt im Ämterhaus, von der Stadtkasse bis zum Ordnungsamt.

Nicht der einzige Punkt, der für die Stadt als Arbeitgeber spricht, findet Jörg Biermann: „Gerade Jüngeren ist die Work-Life-Balance wichtig“, hat er beobachtet. „Da ist Geld nicht alles.“ Ein Job bei der Verwaltung biete geregelte oder zumindest planbare Arbeitszeiten. Und nach wie vor einen sicheren Arbeitsplatz und eine gute Altersvorsorge. Für Beamte in Form einer Pension, die weit über der gesetzlichen Rente liegt. Für Angestellte mit einer Zusatzversorgungskasse.

Und auch Karriere sei möglich, sagt der Leiter des Personalamtes: „In den kommenden Jahren gehen ja viele verdiente Kollegen in den Ruhestand.“ So würden zahlreiche Amts- und Fachdienstleiterstellen frei. „Das hat sich zuletzt deutlich beschleunigt.“ Dadurch werde Führung bei der Stadtverwaltung auch zunehmend weiblich, sagt Biermann: „Da setzen sich die Frauen immer mehr durch, und das ist auch gut so.“

„Wir sind ein bunter Gemischtwarenladen.“

Jörg Biermann

Denn die Belegschaft ist schon mehrheitlich weiblich. Obwohl gerade bei den Technischen Betrieben und der Feuerwehr noch die Männer dominieren, sind in der gesamten Verwaltung etwa 55 Prozent der Mitarbeitenden Frauen. Dazu dürften zum einen die mehrheitlich weiblichen Mitarbeiter in den städtischen Kitas beitragen, rund 300 an der Zahl, zum anderen aber auch die hohe Teilzeitquote in der Verwaltung, für viele eine wichtige Voraussetzung, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Fast ein Drittel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten keine volle Stelle, so Biermann: „Wir haben etwa 300 verschiedene Teilzeitmodelle.“ Auch und vor allem, weil man immer versuche, den Wünschen des Mitarbeiters entgegenzukommen. „Da sind wir sehr flexibel.“

...Straßenreinigung. Die Remscheider Verwaltung beschäftigt mehr als 2200 Menschen, darunter 120 Azubis.

Wie nahezu alle Arbeitgeber spüre man den Fachkräftemangel, räumt Biermann ein: „Noch kriegen wir alle Stellen besetzt, es dauert nur manchmal etwas länger.“ Dabei konkurriere man nicht nur mit der freien Wirtschaft, sondern auch mit anderen öffentlichen Verwaltungen. Dass eine berufserfahrene Verwaltungskraft den Arbeitgeber wechsel, sei früher die Ausnahme gewesen - heute komme das häufiger vor.

Auch Auszubildende zu finden, sei schwieriger geworden. Etwa 30 pro Jahrgang würde die Stadt Remscheid gerne ausbilden, 120 Azubis gibt es derzeit insgesamt. Und das nicht nur in der Kernverwaltung, sondern auch als Erzieher im Rahmen der praxisintegrierten Ausbildung (PiA), als angehende Forstwirte, medizinische Fachangestellte, als Brandmeisteranwärter bei der Berufsfeuerwehr oder auch als Straßenbauer. Ausgebildet werde vor allem für den eigenen Bedarf, sagt Biermann: „Der Personalbedarf ist auf jeden Fall da.“ Denn die Aufgaben einer Verwaltung würden eher mehr als weniger.

Wohnen wird im Stadtkern immer teurer

Nächster Serienteil

Handel und Wandel in Alt-Remscheid ist als nächstes Thema in unserer Stadtteilserie. Dabei spannen wir den Bogen zwischen der Vergangenheit auf der Alleestraße, an die sich Einzelhändler Wilhelm Göbel erinnert, und der Zukunft: Die Allee wird Sanierungsgebiet.

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