RGA vor Ort - die Stadtteilserie

Reise der Badeanstalt-Skulptur endet bald – hinter dem Rathaus

Peter Maar (l.) und Mirco Paffrath mit der Figur, die der Heimatbund einst vor den Baggern rettete – und die nun Blickfang hinterm Rathaus werden soll.
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Peter Maar (l.) und Mirco Paffrath mit der Figur, die der Heimatbund einst vor den Baggern rettete – und die nun Blickfang hinterm Rathaus werden soll.

Die Skulptur, die früher die Badeanstalt schmückte, findet nun eine neue Heimat.

Von Sven Schlickowey

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Remscheid. Es ist ein Wiedersehen auf dem Hinterhof: Peter Maar, Ehrenvorsitzender des Heimatbundes und treibende Kraft hinter der Umgestaltung des Rathausumfeldes, trifft auf das steinerne Kinderpärchen, das früher die Lüttringhauser Badeanstalt geschmückt hat. Und zukünftig Blickfang des neuen Wasserspiels auf dem Platz hinter dem Rathaus sein wird. „Ich habe es auch viele Jahre nicht gesehen“, sagt Maar. Dabei ist er mitverantwortlich dafür, dass die Skulptur heute hier ist.

Noch in diesem Jahr soll sie allerdings umziehen. Die Arbeiten hinterm Rathaus haben bereits begonnen, bald soll dort eine kleine parkähnliche Anlage zum Verweilen einladen. In deren Mittelpunkt ist ein Wasserspiel geplant, auf einem Sockel, der am Rande einer wenige Zentimeter tiefen Mulde mit Wasserfontänen stehen soll, wird das Kinderpärchen sein neues Zuhause finden. Es wäre das Ende einer mehr als 15-jährigen Reise, von der anfangs niemand wusste, wohin sie gehen soll.

Als das Lüttringhauser Hallenbad 2003 abgerissen wurde, rettete der Heimatbund zusammen mit den Stadtwerken, als Betreiber des Bades auch Besitzer des Pärchens, die Skulptur vor den Baggern. Erst hätten die beiden Figuren, knapp 500 Kilogramm schwer, Unterschlupf auf dem Betriebshof ihres Eigentürmers an der Neuenkamper Straße gefunden, erinnert sich Peter Maar. Später habe man sich dann mit den Stadtwerken geeinigt, die zwei wieder nach Hause zu holen. Max Paffrath, Beiratsmitglied des Heimatbundes, erklärte sich bereit, sie in seiner Firma im Gewerbegebiet Blaffertsberg einzulagern. Und genau da trifft Peter Maar sie nun wieder.

Die Reinigung der Skulptur kostete 2500 Euro

Dabei hat er sie in der Zwischenzeit keinesfalls vergessen. Zusammen mit Dirk Bosselmann, der sich ebenfalls beim Heimatbund engagiert, habe er die beiden mal bei den Stadtwerken besuchen wollen, berichtet Maar. „Beim ersten Versuch haben wir sie aber trotz gemeinsamer Suche nicht gefunden.“ Die Skulptur stand in einem Hochregal. Und die Mitarbeiterin, die darüber Bescheid wusste, war an dem Tag nicht da. 2009 veranstaltete der Heimatbund schließlich ein Bürgerwettbewerb, um Ideen für das Pärchen zu suchen. „Es gab einige Vorschläge, die aber nicht weiter verfolgt wurden.“ Dafür wechselte die Figur aber zwischenzeitlich den Besitzer, wie Maar erklärt: Per Vereinbarung ging sie von den Stadtwerken an die Stadt über.

Nach dem Umzug zurück nach Lüttringhausen organisierte der Heimatbund einen Restaurator, der die Figur vom Dreck befreite. „Sie war über die Jahre schwarz angelaufen“, sagt Maar. Die Kosten für die Reinigung, die bei Paffraths auf dem Hof stattfand, immerhin rund 2500 Euro, trugen übrigens die Stadtwerke: „Prof. Hoffmann, der Geschäftsführer der Stadtwerke, hat uns immer sehr unterstützt.“

Was aber auch für die Firma Paffrath gilt. Man habe die beiden gerne aufgenommen, sagt Senior-Chef Max Paffrath. „Und wir werden sie auch vermissen“, ergänzt sein Sohn Mirco. Auch bei den letzten Hindernissen auf dem Weg zum Kinderpärchen-Wasserspiel möchte man helfen. Der Heimatbund musste der Stadt zusichern, dass er sich um Wartung und Betrieb der Technik kümmert. Gelöst werden soll das, wie beim Bankwirker-Brunnen, indem ein örtlicher Handwerksbetrieb die Arbeiten auf Spendenbasis übernimmt. „Dafür habe ich schon einen“, sagt Max Paffrath. „Der weiß aber noch nichts von seinem Glück.“ Und die Tafel, auf der die Herkunft der Skulptur erklärt werden soll, könne man ebenfalls anfertigen: „Das können wir in Edelstahl lasern.“

Je nachdem wie schnell die Arbeiten am Rathaus nun voranschreiten, könnte der neu gestaltete Platz im Oktober oder November weitgehend fertig sein. „Eigentlich hatte ich ein kleines Bürgerfest zur Eröffnung geplant“, sagt Peter Maar. Rutsche der Fertigstellungstermin aber zu weit Richtung Winter, könnte es dafür zu kalt werden. „Aber so ein Fest ist ja auch im Frühjahr noch schön.“

Die Serie

In der vierten Woche unserer Stadtteil-Serie sind wir nach Alt-Remscheid, Lennep und Hasten nun in Lüttringhausen angelangt. Die ganze Woche gibt es jeden Tag eine große Geschichte aus dem Dorp, dabei wird es unter anderem um bemalte Bäuche, fairen Handel und den schönsten Tag des Lebens gehen. Am Samstag erscheint passend dazu auch ein Podcast.

Alle Teile der Serie finden Sie hier: www.rga.de/vor-ort

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