Trockenheit

Trockenheit: So steht es um die Talsperren im Bergischen

Die Pfeiler der Kräwinkler Brücke lassen deutlich erkennen, wie niedrig der Stand der Wuppertalsperre derzeit ist. Die Ufer sind ebenfalls deutlich zu sehen und staubtrocken.
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Die Pfeiler der Kräwinkler Brücke lassen deutlich erkennen, wie niedrig der Stand der Wuppertalsperre derzeit ist. Die Ufer sind ebenfalls deutlich zu sehen und staubtrocken.

Im August fielen bisher etwa 9 Liter Regen. Gibt es deswegen Wasserknappheit? Der Wupperverband zwischen Hochwasserschutz, Niedrigwasseraufhöhung und den Folgen für den Fischbestand.

Von Michelle Jünger

Die Ufer der Wuppertalsperre sind deutlich zu sehen. Manche Bäche, wie der Morsbach, sind eher Rinnsale. In die Wupper geben die Talsperren nun weniger Wasser ab: Statt 3500 Liter pro Sekunde fließen nur noch 3000 Liter an der Messstelle in Wuppertal vorbei.

Die jetzige Trockenperiode hält bereits seit Juni an. Im Juni fielen laut Wupperverband 30 Prozent weniger Regen, im Juli sogar 50 Prozent weniger als im Vorjahr. Bisher belaufen sich die Regenmengen im August auf etwa 9 Liter, 2021 waren es 107 Liter.

Aufs Jahr gesehen hätten wir aber nicht zu wenig Regen., sagt der Wupperverband. Die Phasen verschöben sich. Starke Wetterextreme wie lange Trockenheit und Starkregen träten häufiger auf. Darauf reagiere der Wupperverband, sagt Pressesprecherin Susanne Fischer.

Trotz der langen Trockenheit gehe es den Talsperren der Region gut. „Im Winter konnten wir einstauen und damit Defizite ausgleichen“, so Fischer. Besonders im Februar habe man gut auffüllen können. Wasserknappheit gebe es bisher nicht zu befürchten. „Dennoch ist ein sensibler Umgang mit Wasser notwendig“, fügt Fischer hinzu.

„Im Winter konnten wir einstauen und damit Defizite ausgleichen.“

Susanne Fischer, Wupperverband

Zum Vergleich: Nach den langen Trockenperioden von 2018 bis 2020 war die Wuppersperre zum gleichen Zeitpunkt etwa zu 39 Prozent gefüllt. Jetzt sind es immer noch 55 Prozent. Dieser Pegelstand ist zudem niedriger gehalten als er müsste – zum Hochwasserschutz.

Denn die Ereignisse des 14. Juli 2021 haben auf die diesjährigen Stände ebenfalls Einfluss. „Die Talsperren müssen wir flexibler steuern als früher, um besser auf Starkwetterereignisse reagieren zu können“, fügt Fischer hinzu. Das bedeute konkret: Einstauen, wo es ginge, wenngleich nicht zu viel, und schneller regulieren, damit die Pegelstände der Talsperren nicht zu schnell sinken.

Niedrige Wasserstände gefährden Fischbestände

Das sei auch der Grund für die angepasste Wasserabgabe an die Wupper. Diese sei nur nach Absprache mit allen Anliegern und Behörden getroffen worden und in der Erprobungsphase bis Mitte Oktober. Dann werde ausgewertet, wie sich der Fluss verhalten habe und wie es den Talsperren damit gehe. Auf historischem Niedrigstand sei die Wupper aber noch nicht.
Extremwetter: Wupperverband bereitet Talsperren auf Dürren und Starkregen vor

Die meisten anderen Gewässer werden jedoch nicht mit Wasser aus einer Talsperre unterstützt. Viele kleine Bäche laufen trocken oder führen kaum Wasser. Damit sinken auch die Pegel in Teichen.

Wärmeres Wasser - weniger Sauerstoff - Gefahr für Fische

Das wird zum Problem. Denn je weniger Wasser vorhanden ist, umso wärmer wird es. Mehr Wärme bedeutet weniger Sauerstoff im Wasser - und das könnte zu Fischsterben führen.

Die Stadt Remscheid hat entschieden: Aktiv wird die Stadt die Fischbestände nicht reduzieren. „Bestände regulieren sich selbst. Bisher wurde uns zudem kein Fischsterben gemeldet“, sagt Oliver Hofmann, Sachbearbeiter bei der Unteren Naturschubehörde Remscheid. Viele Tiere seien so angepasst, dass sie Trockenperioden überstünden oder sich die Bestände in nasseren Phasen erholten.

Letzte Woche siedelte die Stadt trotzdem einige Fische aus einem Teich im Panzertal nach Wermelskirchen um. Das sei aber die Ausnahme. In diesem Fall seien die Fische aber in dem Teich ausgesetzt worden, eigentlich sei es nämlich nur ein Löschteich, der nicht mehr genutzt und gewartet wird. Wo gerettet werden könne, werde auch gerettet.

Pegelstände

Die Wupper-, die Bever- und die Große Dhünn-Talsperre sind in unserer Region die größten Brauchwassertalsperren. Sie werden auch zur Niedrigwasseraufhöhung genutzt, geben also Wasser in Flüsse und Bäche ab. Die Bevertalsperre ist derzeit zu 83 Prozent gefüllt, die Große Dhünn zu 75 Prozent. Die Eschbachtalsperre liegt bei 82 Prozent.

Weitere Daten, unter anderem zum Niederschlag, liefert das Hochwasserportal des Wupperverbandes.

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