Pandemie

Die neue Corona-Woche startet turbulent

Es hat nur wenige Verzögerungen beim Impfen gegeben. Foto: to
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In der vergangenen Woche wurden im Impfzentrum Reinshagen 1446 Impfdosen injiziert.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Stadt und Vereine schimpfen auf FC Remscheid. Die Polizei springt für die Post ein. Plötzlich sind die Läden offen.

Remscheid. Der Sportdezernent ist sauer auf den FC Remscheid, denn der hatte im Röntgenstadion trainiert. Die Polizei muss dafür sorgen, dass die an den Schulen erwarteten Schnelltests endlich ankommen. Und plötzlich sind im Allee-Center die Geschäfte weit geöffnet. Die Woche beginnt turbulent.

Warum die Stadt über den FC Remscheid massiv verärgert ist

Der FC Remscheid ist das sportliche Aushängeschild der Stadt. Es ist nicht egal, was Trainer und Spieler tun und wie sie sich in der Pandemie verhalten. Nun berichten Zeugen und Fotos zeigen, wie die Mannschaft im Röntgenstadion gemeinsam trainiert. Die Stadt Remscheid sieht darin einen Verstoß gegen die geltenden Corona-Schutzmaßnahmen und ließ bereits am Sonntag alle Sportstätten für den Individual- und Vereinssport wieder schließen.

„Diesen Lockdown haben sich die Vereine selbst beschafft“, erklärt dazu Thomas Neuhaus, Sportdezernent und zugleich Leiter des Krisenstabes, und meint damit nicht nur den FC Remscheid. Zahlreich sei gegen die Regeln verstoßen worden. „Als die Plätze noch gesperrt waren, wurden Schlösser geknackt und Zaunelemente beseitigt“, sagt Thomas Neuhaus. Und nach ihrer Wiederöffnung hätten sich viele Sportler nur so lange an die Regeln gehalten, wie das Sportamt an der Außenseite stand. „Danach hat so ziemlich alles stattgefunden, was nicht hätte stattfinden sollen.“

Der FC Remscheid zeigte sich gestern überrascht und keiner Schuld bewusst. „Es hat kein Mannschaftstraining, sondern es hat ein reines Individualtraining stattgefunden“, sagen Trainer Marcel Heinemann und FCR-Vorsitzender Ralf Niemeyer. „Es wurde lediglich in Zweiergruppen trainiert, und die Abstände wurden eingehalten.“ Für die gute Organisation sei der Trainerstab vom Ordnungsamt noch gelobt worden.

Ins Rollen gebracht hatte den Stein Joachim Weber, Vorsitzender der SG Hackenberg. Er machte Bilder vom Training der Sportler und wandte sich danach an die Stadt Remscheid: „Das Verhalten des FCR ist für mich nicht akzeptabel, gefährdet die Gesundheit und, was noch schlimmer ist, der Verein nimmt sich wieder Freiheiten heraus, die ihm nicht zustehen.“

Die Stadt regt ein klärendes Gespräch zwischen den Vereinen an, denn, sagt Thomas Neuhaus: „Es ist schon bemerkenswert, dass sich die Vereine jetzt gegenseitig in die Pfanne hauen.“ Bei der Schließung der Sportstätten bleibt es derweil, denn, so Neuhaus: „Wir können nicht erwarten, dass die Menschen auf der Alleestraße Maske tragen und im Röntgenstadion wird wie üblich trainiert.“

Warum es mit dem Impfen jetzt hoffentlich schneller vorangeht

In der vergangenen Woche wurden im Impfzentrum Reinshagen 1446 Impfdosen injiziert. Die Gesamtzahl der seit dem 8. Februar verimpften Dosen stieg damit auf 9045. Neben 1158 Impfungen mit Biontech/Pfizer erfolgten 288 Impfungen mit Astrazeneca. Es hätten weit mehr sein können, wären die Impfungen mit dem Serum des britisch-schwedischen Pharmakonzerns von der Bundesregierung nicht zwischenzeitlich gestoppt worden.

Nun läuft die Terminvergabe wieder, sagt die Stadt: „Der Impfstoff wird nach wie vor von den Berechtigten angenommen.“ Erstmals wurde in der vergangenen Woche auch der Impfstoff von Moderna gespritzt: 105 Dosen gingen an die Beschäftigten in der Tagespflege. In dieser Woche sollen rund 2500 Impfungen mit Biontech, Astrazeneca und Moderna erfolgen.

Warum jetzt die Polizei die Schnelltests an die Schulen bringt

Erst zum Schnelltest, dann in den Unterricht. So hatte die Wiederöffnung der Schulen am Montag vor einer Woche eigentlich vonstattengehen sollen. Doch die Schnelltests fehlten, und die Schulen warteten auch den Rest der Woche vergebens darauf. Gestern brachte die Polizei die längst überfälligen Testkits. Und nicht das Unternehmen DHL, die sie eigentlich hätte bringen sollen. Der Grund: Die Pakettochter der Deutschen Post hatte dem Land den Vertrag gekündigt.

Deshalb wurde gestern das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste in Lünen aktiv. Normalerweise bringt es schusssichere Westen, Handschellen oder andere Einsatzmittel auf den Weg. Gestern sandte es viele Tausend Test zur Polizeiinspektion Remscheid. Per Streifenwagen gingen die Tests an die Schulen.

Warum die Geschäfte im Allee-Center gestern mal geöffnet und dann wieder geschlossen waren

Auf einmal war der Saturn für alle geöffnet, auch bei Engbers brauchte keiner mehr einen Termin, während H&M weiter nur Click&Meet anbot. Der Grund: Am Vormittag hatte das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden, die Beschränkungen im Einzelhandel aufzuheben. Das Gericht kam damit der Klage eines Media-Marktes nach und entschied: „Das Erfordernis der Terminbuchung entfällt“. In der Folge machten einige Läden im Center ihre Türen kurzerhand wieder auf. Doch die neue Shoppingfreiheit währte nur wenige Stunden. Am Nachmittag setzte die Landesregierung die aufgehobenen Beschränkungen wieder in Kraft und verschärfte die Auflagen noch.

Hilfe beantragt

Das Infektionsgeschehen nimmt weiter zu. Die Stadt setzt deshalb erneut auf die Hilfe der Bundeswehr zur Kontaktnachverfolgung. Wie schon einmal hat sie Hilfe beantragt.

Aktuell liegen 13 Covid-Patienten im Krankenhaus, davon zwei auf der Intensivstation. In unserem Blog finden Sie die neuesten Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Remscheid.

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