Ladeinfrastruktur

Die E-Mobilität kommt in Remscheid in Schwung

Ein Bild des Herstellers zeigt die neue Art der Ladesäulen, die voraussichtlich auch in Remscheid zum Einsatz kommen werden. Zum Bedienen und Bezahlen genügt in der Regel das Handy. Foto: Chargepoint
+
Ein Bild des Herstellers zeigt die neue Art der Ladesäulen, die voraussichtlich auch in Remscheid zum Einsatz kommen werden. Zum Bedienen und Bezahlen genügt in der Regel das Handy.

Konzept zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Remscheid will die Zahl der öffentlichen Ladesäulen für E-Autos bis Ende 2022 nahezu verdreifachen. Das sieht ein Konzept vor, das derzeit in den politischen Gremien beraten wird. Stimmt der Rat diesem Ende Juni zu, sollen an 13 weiteren zentralen Punkten, sogenannten Points of Interest, Säulen mit jeweils zwei Ladepunkten entstehen.

Zu den ausgewählten Standorten gehört die Fachhochschule in Honsberg genauso wie der Zentralpunkt, die Alte Kölner Straße in Lennep und die Remscheider Straße in Höhe der Stiftung Tannenhof in Lüttringhausen. Sie alle waren Vorschläge, die bei einem Workshop im Februar 2020 erarbeitet worden waren. Gemeinsam hatten Stadt und Stadtwerke damals eingeladen, um den Zuwachs an Ladepunkten in ein schlüssiges Konzept zu gießen – statt wie bisher im Klein-Klein einzelne Säulen zu installieren.

„Bis 2030 sind dann 480 geplant.“

Jens Fischer, Umweltamt über die Zahl der Ladesäulen

„Wir möchten uns vom Rat alle Standorte auf einmal beschließen lassen“, sagt deswegen auch Jens Fischer, Fachdienstleiter Umwelt, über die anstehenden politischen Beratungen. In der Vergangenheit waren er und seine Mitarbeiter teilweise für eine Ladesäule bis zu dreimal in einer Bezirksvertretung zu Gast. Doch in diesem Tempo ist der notwendige Ausbau, auch angesichts des derzeitigen Booms im Bereich E-Mobilität, nicht möglich.

Deswegen geht auch das Konzept einige Schritte weiter: Nach aktueller Planung soll sich die Zahl der Ladepunkte bis Ende 2025 noch einmal verdoppeln, auf dann 100, berichtet Fischer: „Bis 2030 sind dann 480 geplant.“ Wobei diese Planung nicht in Stein gemeißelt ist: „Die ersten beiden Schritte werden so sicher umgesetzt, darüber hinaus müssen wir erst einmal beobachten, wie sich das entwickelt.“

Eine Faustformel besagt: Je zehn E-Fahrzeuge braucht man etwa einen Ladepunkt, Remscheid wäre mit der ersten Ausbaustufe also für rund 500 elektrische Fahrzeuge gerüstet, das dürfte ungefähr dem derzeitigen Stand entsprechen. Ob diese Formel Gültigkeit behält, ist aber fraglich. Denn nicht nur der Verkauf von E-Autos boomt, sondern auch der von Wallboxen.

So hätten allein die EWR als Teil der Stadtwerke in den vergangenen eineinhalb Jahren rund 200 Ladepunkte im privaten und im halb-öffentlichen Bereich realisiert, sagt Klaus Zehrtner, Sprecher der Stadtwerke, auch auf Parkplätzen großer Firmen. Zahlreiche E-Autos werden die neuen Ladepunkte also kaum nutzen, sondern daheim oder am Arbeitsplatz betankt.

Bei den neuen Ladesäulen setzen die Stadtwerke übrigens auf das sogenannte AC-Laden, nicht auf das zum Beispiel an Raststätten eingesetzte schnellere DC-Laden. Das sei auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit, sagt Zehrtner: „Für das, was eine Schnellladesäule kostet, bekommt man drei bis fünf normale.“

Zudem sei ein Ausbau bestehender Standorte mit der AC-Technik einfacher: „Damit können wir da, wo schon Ladepunkte sind, weitere hinzubauen.“ Vor allem aber passen die langsameren Säulen zum Konzept der Points of Interest: Alle Standorte wurden so ausgewählt, dass Nutzer dort Zeit verbringen – und ihre Auto genügend Zeit zum Laden haben.

Eingesetzt werden voraussichtlich Säulen eines amerikanischen Herstellers, die aber in Deutschland produziert werden, erklärt Zehrtner. Wichtig sei dabei vor allem die Bedienungsfreundlichkeit gewesen: „Wir wollen erreichen, dass jeder an den Säulen laden kann.“ In der Regel werde dafür ein Smartphone genügen. „Dann bekommt man auch direkt den Tarif genannt und kann per Paypal oder wie man will bezahlen.“

Aktuelle und geplante Ladesäulen

Die EWR als Teil der Stadtwerke betreiben derzeit Ladesäulen für E-Autos auf ihrem Betriebsgelände an der Neuenkamper Straße, nebenan auf dem Parkplatz von Möbel Knappstein, auf dem Friedrich-Ebert-Platz und im Parkhaus unter dem Rathaus. Hinzu kommen Säulen an der Autobahnraststätte sowie Ladepunkte, die von privaten Anbietern wie Autohäuser betrieben werden. Neue Säulen sind an folgenden Standorten geplant:

  • Zentralpunkt
  • Gertenbachstraße
  • Remscheider Straße
  • Stadion Reinshagen
  • Fachhochschule
  • Alte Kölner Straße
  • Richard-Lindenberg-Platz
  • Daniel-Schürmann-Straße
  • Konrad-Adenauer-Straße
  • Hof Güldenwert
  • Thüringsberg
  • Kräwinklerbrücke
  • H2O

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Die Vergessenen aus dem Morsbachtal
Die Vergessenen aus dem Morsbachtal
Die Vergessenen aus dem Morsbachtal
Alpakas an der Leine sind der Hingucker auf dem Wanderweg
Alpakas an der Leine sind der Hingucker auf dem Wanderweg
Alpakas an der Leine sind der Hingucker auf dem Wanderweg
Waffeleria im Zentrum Süd: Familie Salsedo sorgt für eine gelungene Party
Waffeleria im Zentrum Süd: Familie Salsedo sorgt für eine gelungene Party
Waffeleria im Zentrum Süd: Familie Salsedo sorgt für eine gelungene Party
Corona: Ärzte impfen nur wenige Kinder - Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig
Corona: Ärzte impfen nur wenige Kinder - Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig
Corona: Ärzte impfen nur wenige Kinder - Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare