Am zweiten April-Wochenende

Die Kräwi will in den Osterferien wieder öffnen

Kanus und Tretboote sind gereinigt: Am zweiten April-Wochenende soll der Freizeitpark Kräwinklerbrücke öffnen. Foto: Doro Siewert
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Kanus und Tretboote sind gereinigt: Am zweiten April-Wochenende soll der Freizeitpark Kräwinklerbrücke öffnen.

Die Flut im Juli hat die Wuppertalsperre massiv verschmutzt: Die Wassersport- und Freizeitanlage wartet auf die Freigabe.

Von Timo Lemmer

Remscheid. Die Betreiber der Freizeitanlage Kräwinklerbrücke wissen nach der Umweltkatastrophe vom Juli 2021 weiterhin nicht final, in welchem Umfang das Gelände zur Freizeitnutzung geöffnet werden kann. Aber: Alle sind optimistisch – das bestätigen sowohl Arbeit Remscheid sowie der Wupperverband, der die fehlenden Untersuchungsergebnisse zur Sicherheit des Gewässers in wenigen Tagen erwartet. Ralf Barsties geht von guten Nachrichten aus, die in den kommenden Tagen eintrudeln. „Ich gehe davon aus, dass wir eröffnen dürfen. Unsere Zielmarke ist das erste Wochenende der Osterferien ab dem 8. April.“

Der Geschäftsführer der Arbeit Remscheid gGmbH sagt, dass das Angebot an Land dann auf jeden Fall steht. Er geht aber auch davon aus, dass Tretboote und Kanus geliehen werden können, und auch private Bootsbesitzer mit Plakette wieder fahren dürfen.

„Gefahren werden kann von der Staumauer bis kurz vor Haus Hammerstein. Dass ab dort gesperrt ist, wird auch das ganze Jahr noch so bleiben.“ Doch nicht nur die Bootsverleihe, auch der Kiosk wird öffnen. Seit Wochen ist das Gelände von einem achtköpfigen Trupp der Arbeit Remscheid auf Vordermann gebracht worden: „Das Gelände ist in sehr gutem Zustand“, sagt Barsties und hofft auf endgültig grünes Licht - und gutes Wetter im April: „Dann haben wir hier eine Top-Aufenthaltsqualität.“

„Wir haben die Wiederöffnung nach den letzten beiden Jahren bitternötig.“

Ralf Barsties, Arbeit Remscheid gGmbH

Derzeit laufen zwischen Wupperverband und den entsprechenden Behörden die Abstimmungen, die die einzelnen Freizeitaktivitäten im Freizeitgelände möglich machen: Bezirksregierung, Landesumweltamt und das Gesundheitsamt Remscheid sind involviert.

Bei den derzeitigen Gesprächen gehe es darum, ob die Proben und Analysen eine Öffnung in Sachen Freizeit hergeben - und in welcher Form. Das teilt Ilona Weyer für den Wupperverband mit, die deutlich macht, dass ein Umweltalarm der Größenordnung wie im Juli ein absolutes Extremereignis sei. Und weiter: „Vor einer Öffnung nach einer solch massiven Verschmutzung eines Gewässers müssen alle Aspekte sorgfältig geprüft werden - das ist vor allem im Sinne der Freizeitgäste. Die Sicherheit steht für uns an oberster Stelle.“

Es sei allen Verantwortlichen bewusst, dass die Bürgerinnen und Bürger möglichst bald wieder Zerstreuung an der Talsperre wünschen. „Die Behörden und wir sind da am Ball und können hoffentlich zeitnah die Perspektive für die Freizeitnutzung bekannt geben“, sagt Ilona Weyer und stellt in Aussicht, dass es schnell gehen könnte - zumindest, was die Öffnung abseits des Badebetriebs angeht. Der sei aktuell ohnehin noch nicht relevant, erklärt Ralf Barsties: Die Badesaison wird erst am 15. Mai eröffnet. Bis dahin, so seine engen Abstimmungen mit dem Gesundheitsamt, laufen die ohnehin üblichen Untersuchungen. Und parallel läuft das Monitoring des Wupperverbands weiter. Auch das in den letzten Jahren sehr beliebte Stand-up-Paddling ist an die Öffnung für den Badebetrieb gekoppelt.

Der Fokus liegt also zunächst einmal auf den Bootsverleih und den Aufenthalt. Dafür sind die Mitarbeiter der Arbeit Remscheid seit Tagen im Einsatz. Zum einen für die Remscheider und die Besucher aus dem Umland: 30 000 waren es 2020, obwohl nur acht Wochen geöffnet werden durfte. Und zum anderen auch für den Betrieb an sich: „Wir haben die Wiederöffnung nach den letzten beiden Jahren bitternötig“, sagt Barsties.

Die Corona-Pandemie erfordere auch 2022 einen „dynamischen Umgang“, schätzt der Chef der Arbeit Remscheid gGmbH. Doch nach der Straßensperrung wegen einer Baustelle und den Folgen der Flut soll an der Kräwi im Sommer 2022 endlich wieder Vollbetrieb herrschen.

Umweltalarm

Nach dem Juli-Hochwasser war Umweltalarm ausgelöst worden. Durch die Überschwemmung von Betrieben und Haushalten waren oberhalb der Talsperre mehr als 100.000 Liter Substanzen in die Wupper-Talsperre eingetragen worden – unter anderem Härteöle und andere Betriebsstoffe, erklärt der Wupperverband.

Standpunkt: Zeit für Optimismus

Von Timo Lemmer

timo.lemmer@rga.de

Die Betreiber der Kräwi planen ihren Saisonauftakt fest für das zweite April-Wochenende. Eine wunderbare Nachricht. Einerseits, weil die Hängepartie nach dem Umweltalarm dann ein Ende hätte. Und andererseits, weil gerade jetzt Ablenkung nottut. Was für eine Pechsträhne liegt hinter den Kräwi-Betreibern und ihren vielen tausend Gästen, die die Anlage in jedem Sommer besuchen: Erst eine Baustelle, die die Kräwi buchstäblich abriegelte, dann ein vorzeitiges Saisonende wegen Corona – und obendrauf auch noch eine verheerende Flut, die 100 000 Liter gefährliche Substanzen in die Wuppertalsperre spülte. Wir können uns alle glücklich schätzen über dieses Paradies vor unserer Haustüre, das lange Zeit nicht betreten werden durfte. Dabei wäre das schon zu Lockdown-Zeiten bei warmen Temperaturen gut gewesen – man denke nur an Familien in beengten Wohnverhältnissen. Wird jetzt alles gut? Die Kräwi-Leute sind optimistisch. Und warum auch nicht? Ja, die Pandemie ist noch nicht vorbei. Corona dürfte uns noch manches Mal überraschen. Und wie die Weltlage sich entwickelt, weiß keiner. Dennoch hoffen die Menschen auf einen super Sommer. Sie haben ihn mehr als verdient.

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