Tag der offenen Tür

Die Feuerwehr zeigt heute brandheiße Einsatzaction

Barbara Reul-Nocke, Guido Eul-Jordan und Sebastian Huß versprechen einen spannenden Tag auf der Hauptwache.
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Barbara Reul-Nocke, Guido Eul-Jordan und Sebastian Huß versprechen einen spannenden Tag auf der Hauptwache.
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Heute ist Tag der offenen Tür auf der Hauptwache in Überfeld. Ab 11 Uhr können Gäste unter anderem eine Fettexplosion und eine Personenrettung erleben.

Von Axel Richter

Remscheid. Noch gibt es keine Gasmangellage. Doch Barbara Reul-Nocke ahnt, was passiert, wenn sie im Winter eintreten sollte. „Not macht kreativ“, sagt die für die Feuerwehr zuständige Dezernentin der Stadt Remscheid: „Und wenn Menschen kreativ werden, dann wird es meist gefährlich.“ So wie bei dem Remscheider, der sich einen eigenen Holzofen zusammengeschweißt und das Ofenrohr aus dem Fenster geführt hatte. Nachbarn riefen die Feuerwehr - und verhinderten damit möglicherweise Schlimmeres.

Für den kommenden Winter befürchten die Einsatzkräfte viele ähnlich gelagerte Fälle. Menschen, die sich Alternativen einfallen lassen, um Geld zu sparen oder nicht im Kalten zu sitzen. Welche Gefahren damit für Leib und Leben verbunden sind, will die Feuerwehr Remscheid bei ihrem Tag der offenen Tür zeigen. Doch das ist nur ein Teil der Übung. Am Samstag, 3. September, von 11 bis 17 Uhr zeigen 150 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren, wie sie im Notfall anderen helfen können. Dazu steht der Tag auf der Feuerwache in Überfeld unter einem besonderen Motto. Hilfe zur Selbsthilfe heißt es im Jahr des russischen Angriffs auf die Ukraine.

Dabei wiederholen die Organisatoren immer wieder, dass das Motto bereits vor dem 24. Februar festgestanden habe. Schon das Hochwasser im Sommer vergangenen Jahres habe gezeigt, dass die Menschen schlecht auf lebensbedrohliche Situationen vorbereitet sind. Die Feuerwehr will das ändern. Auf einer Ausstellungsfläche von 120 Quadratmetern widmen sich die Einsatzkräfte deshalb dem Katastrophenschutz und haben zum Beispiel aufgebaut, was jeder Haushalt für den Notfall an Vorräten vorhalten sollte. Im Fall eines Stromausfalls sollen die Gerätehäuser in den Stadtteilen zu Anlaufstellen für die Bürger werden. Die Katastrophenschützer sprechen von „Leuchttürmen“. Auch das werde erklärt, ebenso wie die Sirenensignale, die im Fall einer Gefahrenlage zu hören sein werden.

„Feste drücken ist immer besser als gar nichts zu machen.“

Guido Eul-Jordan, Feuerwehr

Wer mag, probiert sich zugleich selbst aus. Zum Beispiel im Abblasen eines Feuerlöschers. Die Helfer sorgen für die Flammen, die es niederzukämpfen gilt. Wer mag, versucht zudem, eine Puppe wiederzubeleben. Die stellt einen gestürzten Motorradfahrer dar. „Viele Menschen haben Angst davor, dem Unfallopfer den Helm abzunehmen“, weiß Sebastian Huß, stellvertretender Leiter des Rettungsdienstes. Gemeinsam mit ihm lässt sich das am Tag der offenen Tür üben. Und dazu die Pumpbewegungen auf den Brustkorb zur Wiederbelebung. Auch davor scheuen viele Menschen zurück - in der eher abwegigen Sorge, dem Verunglückten die Rippen zu brechen. Zwar kann das passieren. Doch, sagt Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan: „Feste drücken ist immer besser, als gar nichts zu machen.“

Dazu gibt es brandheiße Action. Auch vom Feuerwehrnachwuchs. Der soll eine brennende Hütte löschen und ist jetzt schon aufgeregt, wie Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan weiß. Die bis zu 2000 Gäste, mit denen die Feuerwehr rechnet, werden außerdem staunen, was passiert, wenn man ein Glas Wasser in siedend heißes Öl gießt.

Das macht doch keiner? Doch, leider immer wieder. Ebenso wie Menschen schon vor irgendwelchen Sorgen um die Gasversorgung auf die Idee kamen, ihren Holzkohlegrill zum Heizen ins Wohnzimmer zu holen. So etwas endet im Zweifel tödlich, sagt Guido Eul-Jordan. „Wir müssen verhindern, dass es im Winter zu solchen schrecklichen Irrtümern kommt.“

Der Zeitplan

Die Fettexplosion ist ein Highlight. Zu sehen ist sie um 11.15, 14 und 16.30 Uhr. Um 11.45 Uhr wird eine eingeklemmte Person aus einem Unfallauto befreit. Um 12.30, 14.30 und um 15.30 Uhr zeigt der Rettungsdienst, wie Verunglückten geholfen werden kann. Um 13.15 Uhr führt die Jugendfeuerwehr einen heißen Löschangriff durch. Um 15 Uhr retten die Helfer einen Menschen aus einem Gebäude. Ein besonderes Erlebnis bietet die Drehleiter. Wer sich traut, lässt sich 30 Meter in die Höhe fahren.

Passend zum Thema: Feuerwehr Hasten - Höhenblick und Nachwuchsarbeit

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