Radfahren in Remscheid

Die erste Fahrrad-Demo rollt durch Lennep

Sie fahren selbstverständlich am Samstag mit: (v. l.) Romi (9), Henri (2), Keno (4), Mara (6), David (8), Lucia (5) und Lea (4). Die Kinder wachsen mit dem Fahrrad auf, ihre Eltern leben ihnen die umweltbewusste Fortbewegung vor.
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Sie fahren selbstverständlich am Samstag mit: (v. l.) Romi (9), Henri (2), Keno (4), Mara (6), David (8), Lucia (5) und Lea (4). Die Kinder wachsen mit dem Fahrrad auf, ihre Eltern leben ihnen die umweltbewusste Fortbewegung vor.
  • Melissa Wienzek
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Eltern und RV Adler richten am Samstag die „Kidical Mass“ aus. Sie wollen für Kids auf zwei Rädern sensibilisieren.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Romi (9) würde eigentlich gern öfter mit dem Fahrrad zur Schule fahren. „Aber an der Ringstraße ist es immer schwierig. Man sieht nicht, wo die Autos herkommen. Manche Autos fahren auch über Rot.“ Auch die Lenneper Kinder, die zur GHS Hackenberg wollen, haben das Nachsehen, wenn sie mit dem Rad kommen: Geparkte Lkw, Anhänger und Wohnwagen nehmen den jungen Verkehrsteilnehmern die Sicht, Querungshilfen und Ampelphasen sind zu kurz bemessen, ein alter Laternenmast steht mitten auf dem Bürgersteig. Hinzu kommen zugeparkte Gehwege und viel zu hohe Bordsteine. Was für Erwachsene schon unübersichtlich ist, stellt für Kinder ein Risiko dar.

Radfahrer haben keine Lobby.

Stefanie Mendoza

Um auf die Gefahren von Kindern im Straßenverkehr hinzuweisen und um für gegenseitige Rücksichtnahme zu werben, organisieren engagierte Eltern rund um Line Jungbluth, Stefanie Mendoza und Christin Witt gemeinsam mit dem Radsportverein Adler Lüttringhausen die 1. „Kidical Mass Remscheid“. Bereits 2021 haben über 25 000 Menschen in über 130 Städten überwiegend in Deutschland, aber auch im Ausland, mitgemacht. Ihre Forderung: Kinder und Jugendliche sollen sich sicher und selbstständig auf zwei Rädern in der Stadt bewegen können.

Stadtplaner erklären, wie Remscheid fahrradfreundlich werden soll

Am kommenden Samstag, 14. Mai, erobern kleine und große Radfahrerinnen und Radfahrer bei der 1. Fahrrad-Demo die Straßen Remscheids. In Anlehnung an das Erwachsenen-Pendant „Critical Mass“, bei der Radfahrer durch ihre Innenstädte fahren und auf ihre Belange aufmerksam machen, führt eine kinderleichte Route durch Lennep. Begleitet und abgesichert durch die Polizei, bewegt sich die rollende Demo vier Kilometer weit vom Bahnhof bis zum Hardtpark. Jeder kann mitfahren. Die Botschaft: gegenseitige Rücksichtnahme und ein Bewusstsein für Radfahrer in Remscheid schaffen.

Denn das fehle in der Stadt, meint Stefanie Mendoza, die nicht nur selbst täglich mit dem Rad ins Büro fährt, sondern ihren Kindern die umweltschonende Fortbewegung vorlebt. „Radfahrern fehlt die Lobby. Und Autofahrer im Bergischen sind noch nicht an den Fahrradverkehr gewöhnt“, meint sie. Jeder Verkehrsteilnehmer habe seine Berechtigung, der Lkw genauso wie das Rad, sagt die Lenneperin. Doch als Radfahrer ziehe man immer den Kürzeren und müsse Umwege im Kauf nehmen − und ganz speziell die Kinder. Daher fragen sich die Zweiradfahrer Remscheids: Muss das eigentlich so sein? Stefanie Mendoza meint: „Es würden sicher noch mehr Leute aufs Rad umsteigen, wenn es vernünftige Rad- und Überwege gäbe.“

Das wünschen sich Radfahrer für Remscheid

Davon kann auch Christin Witt ein Lied singen. Sie bringt die Kids per Rad im Anhänger zur Kita. „Die Querungshilfen sind aber teilweise so kurz bemessen, dass ich vorne und hinten überstehe.“ Mit kleinen Mitteln könne die Stadt sicher schnelle Lösungen schaffen und das Radfahren attraktiver machen, sind sich die Frauen sicher. Und sammeln daher bei der „Kidical Mass“ auch Verbesserungsvorschläge für den Oberbürgermeister ein. „Denn wir müssen jetzt ansetzen, um eine bessere Zukunft für uns alle zu gestalten“, sagt Stefanie Mendoza.

Lesen Sie auch: Verbandschef kritisiert neu angelegte Radfahrstreifen in Lüttringhausen

Route und Ablauf der „Kidical Mass“

Los geht es am Samstag, 14. Mai, um 11 Uhr am Lenneper Bahnhof. Die vier Kilometer lange Strecke durch Lennep kommt fast ohne Steigung aus und ist daher auch für ganz kleine Radfahrer geeignet. Die „Kidical Mass“ ist als Demo angemeldet, die Polizei begleitet und sichert die Wege. Jeder kann mitfahren. Die Tour endet am Hardtpark. Hier können die Kinder toben, zudem gibt es Getränke, und Eis Kalle kommt.
kidicalmass-remscheid.de

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