Wohngeld-Antrag

Die Bearbeitungszeit hat sich binnen eines Jahres vervierfacht

Die Zahl der Wohngeldanträge ist zuletzt stark gestiegen. Foto: wey
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Die Zahl der Wohngeldanträge ist zuletzt stark gestiegen.

Dranbleiben: Eine Leserin hat Ärger mit dem Wohngeld-Antrag.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Im Oktober bereits hatte sie einen Antrag auf Wohngeld gestellt, einen Bescheid hat sie bis heute nicht erhalten. Deswegen meldete sich eine RGA-Leserin nun bei unserer Aktion Dranbleiben. „Es fehlt bei mir an allen Ecken und Kanten“, berichtet die 23-Jährige, die vor allem von einem 450-Euro-Job lebt. Das Wohngeld sei dringend notwendig, um die monatlichen Kosten zu decken.

Doch die Bearbeitungszeit bei der zuständigen Remscheider Stadtverwaltung hat sich binnen eines Jahres etwa vervierfacht. „Vor Corona waren drei oder vier Wochen normal“, sagt Abteilungsleiterin Martina Lajewski. Inzwischen daure es etwa vier Monate. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen ist die Zahl der Anträge deutlich gestiegen. Zum anderen ist die Bearbeitung komplizierter geworden. Und an beidem ist Corona zumindest Mitschuld.

So seien Anfang 2020 die Einkommensgrenzen fürs Wohngeld erhöht worden, erläutert Fachbereitsleiter Carsten Thies. Zusätzlich seien in der Pandemie weitere Menschen durch Kurzarbeit oder wegfallende Minijobs unter diese neuen Grenzen gerutscht: „Die Fallzahlen sind von Ende 2019 bis Ende 2020 um rund 50 Prozent gestiegen.“

Hinzu komme, dass die Antragsstellung und -bearbeitung per Telefon und E-Mail deutlich mehr Zeit in Anspruch nehme, wie Martina Lajeswki erklärt. Selbst einfache Nachfragen bräuchten teils Tage – während man sie früher schnell im persönlichen Gespräche klären konnte.

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Man sei sich bewusst, dass die Antragssteller dringend auf das Geld angewiesen seien, sagt Carsten Thies. Allerdings sehe das geltende Recht keine andere Möglichkeit vor, als den Antrag erst komplett zu bearbeiten, bevor das erste Mal Geld fließt. Ein Vorschuss sei nicht möglich, sagt der Fachdienstleister. „Wir sind damit auch nicht glücklich“, betont Thies, der aber auch ausdrücklich seine Mitarbeiter in Schutz nimmt: „Wir geben wirklich alles, da trödelt niemand.“

Das möchte auch die RGA-Leserin auf keinen Fall jemandem vorwerfen, wie sie betont: „Was mich ärgert, ist, dass der Schwarze Peter da hin und her geschoben wird.“ Dass die Wohngeldstelle unterbesetzt sei, habe man ja schon länger gewusst. Zumindest habe die Beschwerdestelle der Stadt das schon vor Wochen geantwortet. „Da hätte man einfach früher reagieren müssen.“

Inzwischen scheint aber Bewegung in die Sache gekommen zu sein. „Wir sind im Moment auf einem guten Weg“, sagt Fachdienstleiter Carsten Thies. Zusätzliches Personal könne in absehbarer Zeit in der Wohngeldstelle eingesetzt werden. Und nach dem Ende der Pandemie dürfte sich der Zustand ohnehin wieder entspannen.

Auch in den Fall der jungen RGA-Leserin ist Bewegung gekommen. Am Dienstag habe sich ein Mitarbeiter der Verwaltung bei ihr gemeldet, um letzte offene Fragen zu klären, berichtet sie. Bescheid und Geld könnten also bald da sein.

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