Meine erste Platte

Der jüngere Bruder prägte ihren Musikgeschmack

Pfarrerin Kristiane Voll zeigt im Gemeindehaus am Ludwig-Steil-Platz ihre beiden ersten LPs von den Bildern. Aber die Theologin konsumiert nicht nur Musik. Sie spielt auch selbst einige Instrumente. Vor fünf Jahren entdeckte sie für sich die Trompete. Foto: Doro Siewert
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Pfarrerin Kristiane Voll zeigt im Gemeindehaus am Ludwig-Steil-Platz ihre beiden ersten LPs von den Bildern. Aber die Theologin konsumiert nicht nur Musik. Sie spielt auch selbst einige Instrumente. Vor fünf Jahren entdeckte sie für sich die Trompete.

Pfarrerin Kristiane Voll ist nicht auf eine Musikrichtung festgelegt.

Von Peter Klohs

Remscheid. Kristiane Voll muss nicht lange überlegen, wenn man sie nach den ersten Musikeindrücken ihres Lebens befragt. Der 1963 in Hamburg geborene und in Norderstedt aufgewachsene Pfarrerin der evangelischen Kirche in Lüttringhausen ist die Musik der ausgehenden 60er-Jahre sehr vertraut. „Wenn ich heute im Radio diese Musik höre“, sagt sie, „dann kenne ich sie in- und auswendig. Ich habe sie gewiss in meiner Kindheit unbewusst gehört und verinnerlicht.“

Daher sollten auch ihre ersten Platten keine große Überraschung sein. „Zu meinem dreizehnten Geburtstag bekam ich das rote und das blaue Album der Beatles geschenkt“, erinnert sie sich. „Zusammen mit dem Greatest-Hits-Album von Abba. Da dies alles Doppel-Alben waren, besaß ich direkt sechs Langspielplatten.“

Im Elternhaus wurden Volkslieder gesungen

Die Musik, die in ihrem Elternhaus gepflegt wurde, wies nicht in die Pop-Ecke. „Wir haben Volkslieder gesungen“, sagt die Pfarrerin, „die ganze Familie. „Und wir wurden dazu angehalten, ein Instrument zu erlernen. Ich habe ganz klassisch mit der Flöte angefangen, bin später auf das Fagott umgeschwenkt, bis ich noch später – erst 2016 – das Spielen der Trompete erlernte.“

Die klassische Musik lernte sie auch in der Schule kennen. „Unsere Lehrerin spielte uns ‚Die Moldau’ von Smetana vor und fragte uns, was wir so alles hören konnten. Da habe ich schnell verstanden, dass man mit Musik auch viel erzählen und Bilder malen kann.“

In der Freundesgruppe ihrer Jugend hörte man ACDC, Status Quo und Queen. „Aber die Beatles habe ich immer gemocht und höre die Musik auch heute noch gerne. Natürlich sind auch persönliche Erinnerungen damit verbunden, wie das erste enge Tanzen zu ‚Hey Jude’. Die Stilvielfalt der Beatles hat mich immer fasziniert. ‚Yesterday’ ist ja nun was ganz anderes als ‚Yellow Submarine’. Die Spätphase der Band hat mich aber immer mehr angesprochen: Von ‚All you need is love’ über ‚Penny Lane’ bis eben zu ‚Hey Jude’. Ich habe leider keinen Plattenspieler mehr, aber das rote und das blaue Album der Beatles habe ich mir erst vor Kurzem als CD zugelegt.“

Ihr jüngerer Bruder hat ihren Musikgeschmack deutlich geprägt. „Der hat mir immer Musik geschenkt“, erzählt Kristiane Voll, „und eines Tages war da skandinavische Musik dabei, angejazzte Musik, die mich sehr begeistert hat: Ida Sand, Viktoria Tolstoy, Nils Landgren. Die höre ich alle sehr gerne. Gute Musik ist nicht an eine Stilrichtung gebunden und auch völlig unabhängig vom Bekanntheitsgrad der Musiker.“

Melodiöser Jazz ist ihr nicht fremd. „Mir ist wenig fremd“, sagt sie dazu. „Pop und Rock höre ich gerne, auch und besonders von Frauen: Janis Joplin, Sally Oldfield, Joan Baez. Auch Schlager geht. Udo Jürgens hat ja außer ‚Griechischer Wein’ auch sehr anspruchsvolle Musik geschaffen. Ich mag vieles zwischen Reinhard Mey, Karat und den Wise Guys.“

An ihr erstes Livekonzert erinnert sie sich noch. „Ich war 16“, erzählt Voll, „und auf einer Klassenfahrt im niederländischen Zwijndrecht, wo ich die Gelegenheit bekam, ein Konzert von The Cure zu besuchen. Da war die Band noch weitgehend unbekannt.“ Aber auch klassische Konzerte besucht Kristiane Voll gerne. „Als Theologin ist mir Bach natürlich lieb. Genauso mag ich aber auch die Musik von Benjamin Britten oder des Anfang der 2000er in Wuppertal gestorbenen Henning Frederichs. Ach, es gibt so viel tolle Musik.“

Instrumente

Kristiane Voll lernte, im Laufe ihrer 58 Lebensjahre Blasinstrumente zu spielen: Flöte, Fagott, Trompete. Gerne hätte sie Gitarre gelernt. „Ich habe immer wieder Ansätze gehabt, mich ernsthaft mit diesem Instrument auseinanderzusetzen. Aber ich habe nie die Kurve gekriegt. Manchmal bedaure ich das.“ Musik hört sie heute bevorzugt auf CD. „Nur beim Joggen nicht. Das ist mir völlig fremd.“

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