Der „Bergische Anzeiger“ wird zum edlen Damenkleid

Aus dem „Bergischen Anzeiger“ (l.) entwarf die Studentin jetzt ein neues Kleid, das Nachfolgemodell vom RGA-Kleid.
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Aus dem „Bergischen Anzeiger“ (l.) entwarf die Studentin jetzt ein neues Kleid, das Nachfolgemodell vom RGA-Kleid.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Margareta Huth aus Remscheid kreierte nach der Premiere 2020 erneut eine Robe aus Zeitungspapier - diesmal aus dem „Bergischen Anzeiger“.

Remscheid. Sie hat es schon wieder getan: Von den Druckerzeugnissen aus dem Hause RGA kann Margareta Huth einfach nicht genug bekommen. So entwarf die Hastenerin erneut ein wallendes Damenkleid aus reinem Zeitungspapier – spätestens jetzt wird der „Bergische Anzeiger“ in einem Atemzug mit Karl Lagerfeld genannt. Zumindest in Bochum.

Denn hier, an der Evangelischen Hochschule, studiert Margareta Huth im sechsten Semester Soziale Arbeit. Im Rahmen ihres Studiums entwarf sie bereits im Juli 2020 ein festliches Kleid nur aus Draht, Kleber und vielen RGA-Zeitungsseiten, dafür aber sogar mit pfiffigen Accessoires wie Hut und Ohrringen. Der Hut entstand aus eingewickelten Salatschüsseln. Kein Wunder, dass die Abschlussarbeit damals, im Lockdown als Foto eingereicht, sofort als bestanden galt. Doch dann gab es ein Problem: Es kamen die Lockerungen – und die Hochschule wollte eine Präsentation ausrichten. Zu diesem Zeitpunkt war das ausladende RGA-Kleid aber schon im Altpapier gelandet. . . Also bat Margareta Huth die Redaktion um Hilfe – und erhielt 40 neue Zeitungen. Auf dem Laufsteg wurde der RGA zum Star.

Nun wurde das kreative Projekt an der Hochschule wiederholt – und die Remscheiderin setzte das Anzeigenblättchen in Szene: Im Kunstmuseum Bochum wehte die edle Robe aus gefaltetem Papier samt großen Rüschendetails über den Catwalk. Das hatten selbst die Juroren noch nie gesehen. Auch der Transport ins Museum gestaltete sich nicht ganz so einfach – schließlich ist der Schnitt sehr ausladend. Und Papier reißt schnell. Dennoch klappte es – und Modeschöpferin Margareta Huth zog wieder alle Blicke auf sich und ihr ärmelloses Kleid.

Die gebürtige Rumänin, die seit 25 Jahren in Remscheid lebt, hat die Kreativität quasi in die Wiege gelegt bekommen. „Zum zehnten Geburtstag habe ich eine Nähmaschine bekommen. Das ist mein Leben – Nähen, Kreativität und mit Menschen zu arbeiten“, erzählt die alleinerziehende Mutter eines Sohnes. Neben ihrem Beruf im Einzelhandel studiert sie – sie begann ihr Studium damals im Alter von 46 Jahren. „Ich habe so viel positive Energie, und ich habe einfach Lust darauf. Ich weiß, dass ich Menschen helfen kann“, sagt sie. Was würde sie nach dem Studium gern machen? „Am liebsten im Frauenhaus arbeiten“, sagt die Hastenerin.

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