Regen dringt durch Dach und Fassade

Geschützte Bökervilla weist Schäden auf

Die Bökervilla steht unter Denkmalschutz. 2019 hat die Firma Küpper das Gebäude für 280 000 Euro gekauft. Sie will Büros für Existenzgründer und ein Café darin einrichten. Foto: Michael Sieber
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Die Bökervilla steht unter Denkmalschutz. 2019 hat die Firma Küpper das Gebäude für 280.000 Euro gekauft. Sie will Büros für Existenzgründer und ein Café darin einrichten.
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Ein Jahr nach dem Verkauf wurde noch nicht mit der Sanierung begonnen.

Von Axel Richter

Die Bökervilla hat Schaden genommen. Gut ein Jahr nach dem Verkauf des denkmalgeschützten Gebäudes mit Blick auf den Friedrich-Ebert-Platz durch die Stadt Remscheid lassen Dach und Fassade Regenwasser eindringen. Dabei sollten seit dem Frühjahr eigentlich die Handwerker an und in der Villa arbeiten. So hatte der RGA es berichtet. „Doch dann kam Corona“, sagt Juliane Horn, Prokuristin der Wuppertaler Firmengruppe Küpper, die das Haus für 280.000 Euro erworben hat. Die Pandemie mit ihren Kontaktbeschränkungen habe die Pläne zum Umbau über den Haufen geworfen. Aber nicht zunichtegemacht.

Wir kümmern uns um das Haus“, verspricht Juliane Horn. „Das Gebäude hat es verdient.“ In der nächsten Woche erhalte die Stadt die jüngsten Entwürfe zur Neugestaltung. Insbesondere ein geplanter Anbau und der Brandschutz bedürfen noch einer Klärung mit der Denkmalbehörde.

„Seit Corona wage ich keine Prognosen mehr.“
Juliana Horn, Firma Küpper

Wie berichtet, will die Küpper Bros. Produkt- und Projektentwicklung GmbH & Co. Büros für Existenzgründer in dem stattlichen Gebäude aus rotem Backstein entstehen lassen, dazu ein Café im Erdgeschoss. Dafür ist der Anbau vorgesehen. Die bisherigen Entwürfe dafür stießen jedoch nicht auf die Zustimmung der Denkmalschützer. Nun soll ein moderner Glasbau größere Chancen auf Genehmigung haben.

Remscheid: Ausbleiben jeder Sanierungstätigkeit sorgt für Argwohn

In der Remscheider Politik sorgt das Ausbleiben jeder Sanierungstätigkeit unterdessen für Argwohn. „Ich hoffe, dass es dabei bleibt, was wir beschlossen haben“, hielt CDU-Ratsfraktionschef Jens Nettekoven im Ausschuss für Stadtentwicklung fest. Er verwies auf ein anderes Projekt, das die Firma Küpper in Remscheid umgesetzt hat.

2014 erwarb das Unternehmen vom Land NRW das seit zehn Jahren leerstehende Gebäude des ehemaligen Amtsgerichts in Lennep. Küpper baute es zu einer exklusiven Herberge um. In dem ebenfalls denkmalgeschützten Backsteinbau, der den Beinamen „Roter Löwe“ erhielt, sollten Geschäftsreisende, Ingenieure oder Führungskräfte logieren, die bei Remscheider Unternehmen zu tun haben. Mittlerweile hat Küpper die meisten Wohnungen verkauft, nur zwei sind noch zu haben.

„Dieses Geld hätte auch die Stadt über ihre Wohnungsgesellschaft Gewag realisieren können“, kritisierte im Ausschuss Fritz Beinersdorf für die Linkspartei und fügte an: „Man könnte den Eindruck gewinnen, wir haben es nicht mit einem Gebäudesanierer, sondern mit einem Gebäudespekulanten zu tun.“ Peter Heinze, Baudezernent der Stadt, wies solche Vorwürfe zurück und verwies auf die mit Küpper geschlossenen Verträge. „Wir haben darüber hinaus überhaupt keine Anzeichen dafür, dass der Investor sein Vorhaben nicht umsetzen will“, erklärte Heinze.

Im Gegenteil, unterstreicht Küpper-Mitarbeiterin Juliane Horn. „Wir bleiben komplett bei dem Konzept, das wir der Stadt damals vorgestellt haben.“ Der Bedarf nach Räumen für Existenzgründer sei da, auch für den Gastronomiebetrieb stehe das Unternehmen bereits in Kontakt mit Interessenten. Wann die Bauarbeiter anrücken, um der Bökervilla ihren alten Glanz zurückzugeben, mag die Prokuristin gegenüber dem RGA nicht prognostizieren. „Seit Corona wage ich keine Prognosen mehr.“

Vorgeschichte

Die unter Denkmalschutz stehende Bökervilla beherbergte bis 2017 die städtische Musik- und Kunstschule. Sie zog auf Beschluss des Stadtrats in die Scharffstraße – in das Gebäude, in dem sich einst die Galerie der Stadt befand. Seither steht die Bökervilla leer.

Die Bökervilla ist verkauft, im Frühjahr 2020 sollten die Sanierer in dem stattlichen Gebäude aus rotem Backstein Einzug halten.

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