Einzelhandel zieht Bilanz

Dem Weihnachtsgeschäft fehlen die Zugpferde

In der zweiten Dezember-Hälfte lagen die Center-Besucherzahlen über denen des Vorjahres. Ein Frequenzbringer ist der neue Aldi. Gut lief der verkaufsoffene 1. Advent mit Aktionen (im Bild).
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In der zweiten Dezember-Hälfte lagen die Center-Besucherzahlen über denen des Vorjahres. Ein Frequenzbringer ist der neue Aldi. Gut lief der verkaufsoffene 1. Advent mit Aktionen (im Bild).

Die Weihnachtsbilanz des örtlichen Handels fällt gemischt aus. Das konstatieren Experten aus der Geschäftswelt.

Von Timo Lemmer

Remscheid. Das allgemeine Umfeld sei gedämpft, Unsicherheiten wirkten sich aus. Andererseits gab es auch positive Signale, wie Nelson Vlijt bestätigt. Der Manager des Allee-Centers weiter: „Wir hatten im Weihnachtsgeschäft eine hohe Frequenz. Die Leute waren dabei auch auf der Suche nach positiver Stimmung.“ Weihnachtsdeko, die Marching Band Combocombo und Kinderaktionen hätten die gebracht.

In der Geschäftsstelle für die Bergische Region des Handelsverbands Rheinland sind differenzierte Rückmeldungen aus Remscheid eingetroffen. So heißt es von Leiter Ralf Engel zwar einerseits, im Großen und Ganzen seien die Einzelhändler zufrieden. Es sei aber auch eine allgemeine Kaufzurückhaltung zu beobachten. Der Schluss: Die Händler haben ihre Bilanz bereits an ihre vorherigen Erwartungen angepasst. Unsicherheiten aufgrund steigender Lebenshaltungs- und Energiekosten waren also bereits einkalkuliert. Nun scheint es, zumindest was den Verkauf angeht, weniger schlimm gekommen zu sein, als befürchtet. Engel berichtet: „Die Frequenz im Weihnachtsgeschäft war gut, vor allem im Zentrum.“

Das bestätigt Vlijt fürs Center. Insbesondere die Adventssamstage, an denen stets über 35.000 Besucher verzeichnet wurden, liefen gut. Ein Lob müsse man den einzelnen Shops aussprechen, so Vlijt: Trotz vieler Krankheitsfälle sei immer alles geöffnet gewesen.

Vermisst wurde derweil in allen Branchen so etwas wie ein echtes Zugpferd, sagt Engel: „Es gab in diesem Jahr keinen besonderen Renner, auch nicht im Bereich der Elektronik.“ Hier seien Artikel, die sonst traditionell gut laufen, „chronisch ausverkauft“. Engel bezieht sich hierbei auf Spielekonsolen, die sonst blendend verkauft werden. Insgesamt sei aber ohnehin eine Rückbesinnung „auf analoge Bücher und analoge Spiele“ zu beobachten. Vlijt berichtet, dass Parfüm und Schmuck traditionell gut liefen. Mit dem Wintereinbruch hätten Textil- und Schuhverkäufe einen Sprung gemacht.

Aktionen werden immer wichtiger

Eine weitere Beobachtung: Das Weihnachtsgeschäft ballt sich nicht mehr auf so wenige Tage wie früher. Aktionen wie Black Friday oder Black Week, die besondere Angebote versprechen, werden immer wichtiger. Ihr Anteil am Umsatz steigt und steigt, sagt auch Vlijt. Den Leuten gefalle es, „wenn eine Geschichte erzählt wird“, stellt Engels fest. In der Black Week ist das eben die der scheinbar unschlagbaren Angebote.

Dass sich das Geschäft deutlich mehr verteilt als früher, ist eine Feststellung, die oberflächlich erst einmal verwundert. Das werden zumindest alle denken, die in den letzten Tagen im Zentrum waren: Auch am Freitag, dem letzten Tag vor Heiligabend, war es im Center einmal mehr rappelvoll. Wie schon an den Tagen zuvor.

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