Wünsche für die Zeit nach der Pandemie

Das soziale Leben soll in die Stadt zurückkehren

Gastronom Markus Kärst (l.) darf noch keine Gäste begrüßen. Wenn es wieder geht, freut er sich aber darüber, Gastgeber zu sein. Stadtsprecherin Viola Juric freut sich über Veranstaltungen,Schulleiter Dr. Thomas Giebisch braucht viele Menschen um sich. Archivfotos: Michael Schütz/Roland Keusch
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Gastronom Markus Kärst darf noch keine Gäste begrüßen. Wenn es wieder geht, freut er sich aber darüber, Gastgeber zu sein.

Worauf freuen sich die Remscheider nach der Corona-Krise?

Von Katharina Birkenbeul

Remscheid. Bald ein Jahr begleitet uns die Corona-Pandemie schon. Ein Lockdown liegt hinter uns, der zweite ist noch nicht vorbei. Trotz der deutschlandweiten Impfaktion seit vergangenem Montag, die zumindest etwas Hoffnung auf ein normales Leben in naher Zukunft gibt, ist es ungewiss, wie lange das Virus alle auf Distanz hält. Dennoch gibt es einige Dinge, auf die sich die Remscheider nach der Corona-Krise freuen.

„Einfach gemeinsam an der Wupper in einem Café zu sitzen, würde mir schon reichen“

Dr. Thomas Giebisch, Schulleiter

„Worauf ich mich unglaublich freue, ist, dass die ganz vielen tolle, menschliche, kulturelle Themen wieder eine Chance haben, an den Menschen zu kommen“, sagt Stadtsprecherin Viola Juric. Das Berichten, Begleiten und Organisieren von Jugendaktivitäten, Kultur- und Sportveranstaltungen sollten bei ihrer Arbeit als Pressesprecherin wieder ganz oben aufliegen. „Privat wünsche ich mir ein großes Stück Freiheit, das wir gerade alle zugunsten niedriger Infektionszahlen aufgeben, wieder.“

Viola Juric zeigt zudem, dass es aber auch in der Pandemie Dinge gibt, die einem Freude schenken können: „Ich bin glücklich, dass trotz der Wetterlage am Montag, kein Senior seinen Termin im Impfzentrum abgesagt hat. Da merkt man die Wertigkeit des Impfens für die Menschen.“

„Ich freu mich darauf, endlich wieder alle meine Schüler in der Schule zu haben“, sagt Dr. Thomas Giebisch. Und das so schnell wie möglich und nicht erst nach der Pandemie „in 20 Jahren“, fügt der Schulleiter des Leibniz-Gymnasiums lachend hinzu. Denn so sei das Leben zu langweilig.

Stadtsprecherin Viola Juric freut sich über Veranstaltungen.

Außerdem würde er gerne wieder mehr Unternehmungen mit der Familie machen können. Weit weg muss er dafür nicht: „Einfach gemeinsam an der Wupper in einem Café zu sitzen, würde mir schon reichen“, erklärt er. Ansonsten stünden auch Fahrrad fahren, laufen oder Spaziergänge auf seiner Liste der Unternehmungen. „Hauptsache es sind viele Menschen um mich herum.“

Dr. Frank Neveling möchte nach der Pandemie gerne sein Fitnesslevel im Fitnessstudio wieder erhöhen. „Man merkt schon, wie auch das unter der Pandemie leidet“, sagt er. Außerdem stünde eine Reise, ohne Beschränkungen anzutreten, ganz oben auf der Liste des Gesundheitsamtsleiters. Für die Remscheider wünscht er sich ein normales soziales Leben, „den Lockout“ nennt Neveling das, und eine soziale Perspektive. „Gastronomie, Kultur, alles liegt brach. Deshalb hoffe ich, dass es für die betroffenen Personen nach der Pandemie eine Beschäftigungsperspektive gibt. Da hängen Familien dran“, betont er.

„Ich möchte endlich meine Passion als Gastgeber wieder voll ausführen können“, sagt Markus Kärst vom Hotel Restaurant Kromberg in Lüttringhausen. Nicht nur, wenn die Gäste sich ihre mit Essen gepackten Tüten an der Tür abholen, sondern, wenn sie einen schönen Abend mit Freunden im Hotel Kromberg verbringen. Mit Glück, so Kärst, sei das vor Ostern bereits eingeschränkt möglich, dennoch sei es dann nicht das, was alle Gastronomen kennen.

Schulleiter Dr. Thomas Giebisch braucht viele Menschen um sich.

Und privat? „Urlaub“, sagt Kärst sofort. „Wenn ich das Wetter sehe gerade, will ich ganz schnell irgendwo in die Sonne.“ Solange es warm sei, spiele der Ort dabei keine Rolle. Außerdem freut sich Markus Kärst, gemeinsam mit Freunden im Garten zu sitzen und beispielsweise zu grillen. „Aber da bin ich zuversichtlich, dass das wie vergangenen Sommer auch schon in diesem Sommer wieder möglich ist, auch wenn Corona dann noch nicht vorbei ist“, sagt der Restaurantbesitzer.

Sven Graf, künstlerischer Leiter des Theo Otto Theaters, freut sich ganz besonders auf das Miteinander, „denn ich hab neu schätzen gelernt, was Zusammensein ausmacht“. Dazu gehören Gespräche, Theater, lachen und nachdenken oder Musik hören – außerhalb des digitalen Raumes, betont Graf. Theaterstücke, die er sich nach der Pandemie ansehen wolle, habe er noch viele: „Ich hoffe aber, dass es eins im Teo Otto Theater wird.“

Hintergrund

Die ersten Corona-Infektionen in Remscheid wurden am 7. März 2020 bekannt. Seitdem ist vieles, was den Remscheidern Freude bereitet, nicht möglich. Seit dem 16. Dezember befindet sich Deutschland im zweiten Lockdown, der nach jetzigem Stand noch bis zum 14. Februar bestehen bleibt. Heute, 10. Februar, setzen sich deshalb die Verantwortlichen der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel zusammen, um das weitere Vorgehen zu beschließen.

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