Sommer

Das muss man bei einem Insektenstich beachten

Mücken und Bremsen verursachen gerne juckende und schmerzhafte Schwellungen. Schmerzhaft stechen können auch Wespen. Sie sind momentan auch häufig unterwegs, wie hier auf dem Wiesenbärenklau.
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Mücken und Bremsen verursachen gerne juckende und schmerzhafte Schwellungen. Schmerzhaft stechen können auch Wespen. Sie sind momentan auch häufig unterwegs, wie hier auf dem Wiesenbärenklau.

Im heimischen Garten begegnet man im Sommer vielen Mücken, Bienen und Wespen. Und so manche Begegnung endet mit einem Stich.

Von Lena Spataro und Michelle Jünger

Remscheid. Mücken, Wespen und Zecken sind auch in diesem Sommer wieder ein großes Ärgernis im Grünen. Dabei gewinnt man den Eindruck, dass Insektenstiche und -bisse immer häufiger werden und die allergischen Reaktionen heftiger. Was man Stichen und Bisse behandeln und wie man sich schützen kann, haben wir Allgemeinmedizinern Dr. Ulrike Kortenhorn gefragt.

Was ist bei einem Wespen- oder Mückenstich zu befürchten?

Im Normalfall schmerzen Insektenstiche nur für eine kurze Zeit. Bis zu sechs Stunden kann der Schmerz allerdings auch mal anhalten, dann sollte man entsprechende Behandlungsmöglichkeiten anwenden. Die Rötung könne dagegen mehrere Tage sichtbar sein. Insbesondere durch Kratzen können zudem leichte Schwellungen entstehen.

Was ist denn mit Zeckenbissen?

Unterschiedliche Insekten rufen jedoch unterschiedliche Reaktionen hervor. Ein Zeckenbiss sollte beispielsweise nicht jucken, schmerzen oder rot werden. Die Zecke sollte gründlich entfernt werden. Wenn jedoch Rötungen oder Schmerzen der Fall sind, sollte man vorsichtshalber zum Arzt gehen. Das könnten Anzeichen für eine Entzündung oder ernsthaftere Erkrankungen wie Borreliose sein.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Steckt ein Stachel noch in der Haut, muss dieser entfernt werden. Dann kühlt man am besten lokal mit einer Kältekompresse oder einer Salbe. In einigen Salben sind sogenannte Antihistaminika enthalten, die gut gegen die Beschwerden helfen. Sie verhindern, dass der Botenstoff Histamin die allergische Reaktion verursacht oder verschlimmert. Außerdem gibt es Hitzestifte, die gegen Mücken- und Wespenstiche helfen. Dabei drückt man den warmen Stift auf die Einstichstelle und zerstört somit die Eiweiße aus dem Gift, das so seine Funktion verliert.

Und weiter?

„Lassen Sie die Finger von den Einstichstellen“, so Dr. Ulrike Kortenhorn. Viele würden versuchen, den Juckreiz mithilfe von Reiben zu lindern. Jeglicher Hautkontakt könne die allergische Reaktion verschlimmern. Wenn man zum Beispiel unterwegs sei und keine Salbe oder Kühlpads dabei habe, helfe zunächst kaltes Wasser.

Ab wann sollte man zum Arzt?

Wenn eine Allergie oder Unverträglichkeit bekannt ist. Auch bei starken Entzündungssymptome, die nach einem Stich oder Biss auftreten, ist es auf jeden Fall sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen. In den meisten Fällen ist ein Arztbesuch jedoch nicht notwendig.

Wie äußert sich eine allergische Reaktion?

Bei langanhaltenden Schmerzen und großflächigen Schwellungen kann eine Allergie gegen Insektengift vorliegen. Davon zu unterscheiden ist der anaphylaktische Schock. Dieser kann sich durch Atemnot, Herzrasen und Schweißausbrüche äußern. Auch Übelkeit und Erbrechen können Anzeichen dafür sein. In diesem Fall sollte man schnellstmöglich ins Krankenhaus oder zum Hausarzt.

Sind Insekten denn giftiger geworden?

Nein, grundsätzlich nicht. Ganz wichtig ist, dass nicht überreagiert wird. „Wespenstiche sind nicht unbedingt mehr geworden und das Gift hat sich auch nicht verändert“, beruhigt die Ärztin. Man neige nur dazu, heutzutage häufiger zum Arzt zu gehen und sich vermehrt, um seine Gesundheit zu sorgen. Im Internet solle man bitte auch nicht nach dem erhöhten Gesundheitsrisiko von Insektenstichen suchen. „Was dabei rauskommt, entspricht nur selten der Wahrheit und macht Angst.“ Deswegen lieber: Abwarten, kühlen, in Ruhe lassen. Sollte die allergische Reaktion nach ein paar Tagen immer noch da sein und der Schmerz nicht nachlassen, habe man noch genug Zeit, ärztliche Hilfe aufzusuchen.

Tipps

Im Sommer kann längere Kleidung Insektenbisse und -stiche abwehren. Zitronen- oder Lavendelkerzen können Insekten zudem fernhalten. Schlagen oder Pusten, sollte vermieden werden. Kommt es trotzdem zum Stich oder Biss, sollte man versuchen, das Insekt zu identifizieren, um entsprechend darauf reagieren zu können.

Lesen Sie auch: Die Wärme macht Wespen aggressiv - so verhält man sich richtig

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