Hommage

Das Leben von Diva Hildegard Knef als Bühnenshow

Mephisto (Andreas Strigl) und Hildegard Knef (Angela H. Fischer) bei der Probe für das Stück „Der Teufel und die Diva“. Premiere ist am 18. Februar. Foto: Peter Klohs
+
Mephisto (Andreas Strigl) und Hildegard Knef (Angela H. Fischer) bei der Probe für das Stück „Der Teufel und die Diva“. Premiere ist am 18. Februar.

Das Rotationstheater Lennep feiert am 18. Februar die Premiere von „Der Teufel und die Diva“.

Von Peter Klohs

Remscheid. Vor etwas mehr als 20 Jahren, am 1. Februar 2002 starb mit Hildegard Knef eine der letzten großen deutschen Diven im Alter von 76 Jahren in Berlin. So ist das Theaterstück „Der Teufel und die Diva“ als Hommage an die 1925 in Ulm geborene Schauspielerin und Chansonsängerin anzusehen.

Vor der Medienprobe am Donnerstagabend erzählte Regisseur Oliver Scheemann in den Räumlichkeiten des Rotationstheaters von den Anfängen des Projekts. „Die ersten Proben fanden bereits im Herbst statt“, sagt Scheemann. „Seit Mitte Januar proben wir sehr konzentriert und haben bisher gewiss 65 Probestunden hinter uns. Natürlich treffen sich die beiden Schauspieler auch privat, um den Text zu verinnerlichen.“

Um die Figur der Hildegard Knef im Theaterstück so echt wie nur eben möglich darzustellen, waren die Gespräche mit René Koch, dem langjährigen Freund und persönlichem Visagisten der Knef, sehr hilfreich. Dafür reiste das komplette Ensemble nach Berlin. Der heute 76-jährige Koch beleuchtete das Naturell der Diva ernsthaft und ehrlich und gewahrte seltene Blicke in das Temperament des Stars.

Apropos Berlin: Der Kontakt zu einem renommierten Berliner Theater ist bereits hergestellt, denn, so Scheemann, man wolle mit diesem Stück schon auf Tournee gehen. „Aber zuvor wollen wir das Rotationstheater füllen, was schwer genug wird. Das Publikum hat sich dank Corona, extrem großer Bildschirme und Netflix zum Teil von der Kultur entwöhnt. Wir müssen unsere Gäste zurückgewinnen.“ Das soll auch durch „Der Teufel und die Diva“ gelingen, und die Gegebenheiten stehen dafür, dass dies gelingen kann.

Pianist Ulrich Espenlaub begleitet die Chansons

Angela H. Fischer, die der Knef auch ungeschminkt schon recht ähnlich sieht und über verrauchte Timbre in der eher rauen Stimme verfügt, spielt alle Facetten der Knefschen Launen aus: Die melancholischen Gedanken („Wo ist mein Mann? Wo ist mein Management?), die Angst vor dem Alleinsein und die zum Teil deftig heftigen wie lautstarken Ausbrüche. „Ja, mit den Filmen startet die Revolution“, sagt sie an einer Stelle. „Und nicht mit den Konzentrationslagern.“

Mephisto, der die gerade verstorbene Diva auf ihre Weiterreise vorbereitet, wird von Andreas Strigl beinahe unheimlich dargestellt. Der Mann hat zweifellos eine diabolische Ausstrahlung. Dazu kleidet einen seiner Füße ein schwarzer Lackschuh, den anderen ein hochhackiger Frauenschuh, was seinem Gang etwas Wiegendes verleiht. „Komm zur Vernunft, Hilde“, fährt er die Knef an, „du bist tot.“ Und diese antwortet: „Ich bin so lebendig wie noch nie.“

Zwischen den Sprechtexten singt sie ihre bekannten Stücke, begleitet vom Pianisten Ulrich Espenlaub, der die Bandbreite zwischen leichten Jazz-Akkorden und unheilschwangeres Tönen leicht bewältigt. Dazu die fantasievoll gestaltete Bühne, die über zwei Ausgänge verfügt, die Mephisto „Aufzüge“ nennt: Der linke, blau gefärbt, führt nach oben, der rechte in Rot nach unten, zu Mephistos Reich. Am Rand steht ein Filmplakat: „Geheimagentin in Gibraltar“, ein 1964 gedrehter Thriller mit der Knef in der Hauptrolle.

Sehr viele Aspekte aus dem Leben der Künstlerin werden aufgegriffen: Ihre angebliche Verbundenheit mit den Nazis, ihre drei Ehen, ihr Weg in die USA („Ohne einen Brocken Englisch“), ihr Tod. Noch hat das Ensemble einige Tage Zeit, den Ablauf des Stückes zu vervollkommnen. Aber gut und vielschichtig ist es bereits jetzt.

Aufführungen

„Der Teufel und die Diva“ ist eine Bühnenshow von Fred Breinersdorfer und Katja Röder. Im Rotationstheater sind zunächst vier Aufführungen geplant. Die Premiere wird am Freitag, 18. Februar, stattfinden, einen Tag später die zweite Aufführung. Mit Gastspielen am 25. Februar sowie am 5. März endet der Reigen zunächst.

Rotationstheater.de

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Arbeitskreis plant Remscheider CSD
Arbeitskreis plant Remscheider CSD
Arbeitskreis plant Remscheider CSD
Auch die Wirtschaft in Remscheid ächzt unter Energiepreisen
Auch die Wirtschaft in Remscheid ächzt unter Energiepreisen
Auch die Wirtschaft in Remscheid ächzt unter Energiepreisen
Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Wie sieht die Zukunft in Remscheid aus?
Wie sieht die Zukunft in Remscheid aus?
Wie sieht die Zukunft in Remscheid aus?

Kommentare