Digitalisierung

Das iPad wird in Remscheid zur digitalen Lehrertasche

Der in Remscheid schleppend laufende Breitbandausbau ist am GBG noch nicht angekommen, Tablets aber hat jeder Lehrer, hier Schulleiter Stephan Döring. Im Hintergrund arbeiten Stefan Barz und Michaela Klaßen im Lehrerzimmer analog. Foto: Roland Keusch
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Der in Remscheid schleppend laufende Breitbandausbau ist am GBG noch nicht angekommen, Tablets aber hat jeder Lehrer, hier Schulleiter Stephan Döring. Im Hintergrund arbeiten Stefan Barz und Michaela Klaßen im Lehrerzimmer analog.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Alle Remscheider Pädagogen sind mit Dienst-Tablets versorgt – GBG begrüßt längst überfällige Entwicklung

Remscheid. 2525 iPads aus dem Sofortausstattungsprogramm des Landes NRW gingen vergangenes Jahr an bedürftige Remscheider Schüler, 600 Notebooks steuerte Remscheid aus kommunalen Mitteln bei. Weitere 775 Geräte aus dem darüber hinaus errechneten Fehlbedarf von 1919 befinden sich in der Auslieferung. Für das digitale Schulzeitalter mit einer Basisausstattung gerüstet sind mittlerweile auch die Lehrer. 640 500 Euro konnte die Stadt aus dem Digitalpakt NRW für die Pädagogen verplanen. 943 iPads und 398 Notebooks erhielten jetzt alle hiesigen Lehrer als Leihgabe und für schulische Belange.

Am Gertrud-Bäumer-Gymnasium (GBG) werden die Dienst-Tablets als Erleichterung empfunden. Selbst ältere Kollegen, denen oft unterstellt wird, sie fremdelten mit neuer Technik, sind begeistert. Englischlehrerin Evi Kasper, die schon lange privat ein iPad besitzt und vergangenes Jahr zum 60. Geburtstag ein neues mit Stift von ihrer Familie bekam, empfindet die Möglichkeiten als „ungeheure Entlastung“. Zum Beispiel Hausaufgaben, über Teams als Datei oder Foto von Schülern geschickt, mit einem Stift in verschiedenen Farben direkt am Bildschirm korrigieren zu können, habe beim Corona-Unterricht auf Distanz vieles leichter gemacht.

63 iPads im Wert von 500 Euro sind in der Hindenburgstraße 12 im Einsatz. Jeder Lehrer hat eins erhalten. Auch Schulleiter Stephan Döring reiht sich ein. Privat schätzt er seit längerem die größere Version, das iPad Pro, weiß aber auch beruflich die Vorteile des schlanken, leicht zu transportierenden Speichermediums zu schätzen, das Papierberge auf ein Minimum reduziert und Bücherkosten perspektivisch erheblich einschränken wird. Die Kritik, dass Lehrer in der Lage sein, ein iPad selbst zu bezahlen und die meisten ohnehin eins besitzen würden, kennt er zu Genüge. Döring betont jedoch, wie wichtig es sei, Lehrer auszustatten.

„Wir werden professioneller im Sinne unserer Kinder.“

Stephan Döring, GBG-Leiter

Zunächst einmal seien durch die Förderung jetzt alle Lehrer auf demselben technischen Stand wie die Schüler. Vorteil Nr. 2: Die vom Land über die Stadt zur Verfügung gestellten Lehrer-Geräte sorgen für eine saubere Trennung von dienstlicher und privater Nutzung, die in der Vergangenheit datenschutzrechtliche Bedenken heraufbeschworen hatte. Außerdem förderten die Tablets das gemeinsame Lernen der Lehrer, das iPad als Marktplatz, um Ideen auszutauschen und sich fortzubilden, meint Döring. So wird es in dieser Richtung für alle Kollegen vor den Herbstferien ein Seminar geben mit Hilda-Heinemann-Schulleiter Christian Jansen, das sich um das „iPad als digitale Lehrertasche“ dreht. Döring findet: „Wir können nun auf einem Standard arbeiten, der angemessen ist. Wir werden professioneller und besser im Sinne unserer Kinder.“ Der GBG-Leiter fand den Schritt schon vor Corona überfällig. Die Pandemie beflügelte die Geschwindigkeit, in der das digitale Potenzial gehoben wird. Die Entwicklung am GBG werde rasant weitergehen, verspricht Stephan Döring.

Momentan gibt es im Selbstlernzentrum der Schule drei Klassensätze mit iPads, die individuell oder im Klassenverbund ausgeliehen werden können. Zum Halbjahr 2021/22 will das GBG mehr Dynamik reinbekommen. Ein Vertrag mit dem IT-Systemhaus Bechtle soll im Februar ermöglichen, dass über einen Online-Store Schüler Tablets erwerben können, entweder mit Sofortbezahlung oder gestreckt über eine dreijährige Finanzierung in monatlichen Raten, die ab 8,50 Euro beginnen.

2022/23 soll das digitale Klassenzimmer für alle 630 Schüler (Stand heute) gelten. Stephan Döring erklärt auch, dass die Ausstattung nicht am Finanzstatus der Eltern scheitern werde. „Für die, die es nicht können, gilt, dass wir über unseren Schulsozialfonds Geräte bereitstellen werden.“

IT-Management ist noch ungeklärt

Die Lehrer-Geräte sind eine Leihgabe und bleiben im Besitz der Stadt. Ihre Nutzungsdauer ist auf 4/5 Jahre veranschlagt. Geht ein Lehrer in Ruhestand (am GBG sind das im Juli 4) oder werden Pädagogen versetzt (am GBG 2), müssen die Kollegen ihre iPads zurückgeben.

Ungeklärt ist bei der Stadt angesichts der Vielzahl von Tablets für Schüler und Lehrer, wie das IT-Management personell ausgestattet werden wird. Fingerzeige wird dabei der neue Medienentwicklungsplan geben, der Ende 2021 ausläuft.

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