Herbstkirmes

Das erste Wochenende der Kirmes ist ein voller Erfolg

Das bunte Treiben auf der Herbstkirmes auf dem Schützenplatz.
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Das bunte Treiben auf der Herbstkirmes auf dem Schützenplatz.

Auf dem Schützenplatz können Remscheider bis zum 26. September Autoscooter fahren, schlendern und Essen genießen.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Spätsommerlich scheint die Sonne über dem Schützenplatz Remscheid, während die Herbstkirmes in vollem Gange ist. Die angesagten 18 Grad fühlen sich wesentlich wärmer an und die Remscheider genießen es in vollen Zügen. Sie tummeln sich zwischen den Attraktionen, Ständen mit süßen und herzhaften Leckereien und den zahlreichen Buden, an denen man kleine oder auch riesengroße Kuscheltiere gewinnen kann. Der Organisator der Kirmes, Frank Schmidt, ist bereits jetzt sehr zufrieden über den Ablauf. „Nachdem die Stadt Wermelskirchen angefragt hatte, war klar, dass alles rausholen und anmelden sich für einmal nicht lohnt, also haben wir uns eben auch bei der Stadt Remscheid gemeldet“, sagt Schmidt, der mittlerweile in der fünften Generation Aussteller ist. „Wermelskirchen war bereits ein großer Erfolg, aber auch die Remscheider Kirmes ist jetzt schon auf einem guten Weg.“

Bereits am vergangenen Freitagnachmittag sei die Kirmes sehr gut gestartet. Erfahrungsgemäß ist der Andrang natürlich am Wochenende am größten. Doch die Remscheider wollen raus. Das Wetter und das lange vermisste Event genießen. Familien, Teenager, Pärchen - alle Altersklassen folgen dem spiralförmig angelegten Weg. Es ist ein Bild, das man so lange nicht mehr gesehen hat. „Bis jetzt halten sich auch weitestgehend alle an die Maßnahmen“, erklärt Frank Schmidt.

Zwar sei die Veranstaltung mittlerweile auch als Veranstaltung genehmigt, die nicht jede einzelne Corona-Maßnahme erfordere, die ursprünglich zur Debatte stand, wie zum Beispiel die Einzäunung. Aber trotzdem wird am Eingang stichprobenartig auf die Erfüllung der 3G-Regel kontrolliert. Unsicher fühlen sich die Gäste der Kirmes nicht, vor allem haben sie eins: Spaß.

Herbstkirmes: Autoscooter ist der Dauerbrenner auf dem Schützenplatz

Dazu gehört auch Luca Schulz, der mit seiner Mutter Samanta da ist. Sie kommen aus Ennepetal. Der junge Besucher findet vor allem Villa Wahnsinn, ein Spaßhaus, durch das man laufen kann und ein wenig Geschick braucht, gut. „Super ist auch Der Polyp und der Breakdance“, sagt Luca, der kaum erwarten kann weiterzuziehen. Seit es wieder möglich ist, sind sie öfter auf Jahrmärkten gewesen, sagt Samanta Schulz. „Die Organisation und der Aufbau gefällt mir sehr“, findet auch sie.

Die Kirmes ist zwar klein, aber wartet dafür mit viel auf. Viele Attraktionen sind schon altbekannt und auch entsprechend gut besucht. Dauerbrenner ist hier sicherlich der Autoscooter, bei dem die ganze Zeit viel los ist. Aber auch andere Fahrtgeschäfte haben ihren Weg nach Remscheid gefunden, wie zum Beispiel der Booster Maxxx, der die Fahrgäste in schwindelerregenden Höhen rotieren lässt. Für einen großen Teil des Aufbaus und der Auswahl der Fahrtgeschäfte ist unter anderem seine Tochter Jacqueline, die auch hauptsächlich den Autoscooter bedient oder dort an der Kasse sitzt. „Sämtliche Bewerbungen und die Planung hat sie vor allem übernommen“, sagt Frank Schmidt stolz.

Und die Schausteller geben sich ebenfalls größte Mühe. „Beim Polypen gibt es eine richtige Lichtshow, wenn es dunkel wird, sieht das schon sehr cool aus“, sagt Schmidt. Schon jetzt verfehlen Nebelmaschine, Soundeffekte und die Lichter ihre Wirkung nicht, denn die Schlangen werden immer länger. Auch das Stammpublikum, welches der Schausteller immer wieder trifft, hat sich begeistert gezeigt und auch nach einem ganz wichtigen Element gefragt, dass einfach zur Kirmes gehört - dem traditionellen Feuerwerk. Tatsächlich hat sich der Veranstalter recht kurzfristig dahintergeklemmt und für den kommenden Freitag die Genehmigung bekommen. „Eine genaue Uhrzeit gibt es nicht direkt, aber es findet bei Einbruch der Nacht auf jeden Fall statt“, erklärt der passionierte Schausteller.

Hintergrund

Die Remscheider Herbstkirmes findet noch bis einschließlich 26. September auf dem Schützenplatz in Remscheid statt. Das kurzfristig genehmigte, große Feuerwerk findet am 24. September ab Einbruch der Dunkelheit statt. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Samstag, 14 bis 22 Uhr, am Sonntag ist von 12 bis 22 Uhr geöffnet. Es gilt die 3G-Regelung, Masken werden empfohlen, sind aber nicht verpflichtend. Die 3G-Nachweise werden stichprobenartig kontrolliert. Weitere Infos gibt es auf der Facebookseite der Herbstkirmes.

Standpunkt: Enthaltsamkeit wirkt

Kommentar von Axel Richter

axel.richter@ rga.de

Was man vermisst, merkt man meist erst dann, wenn man es nicht mehr hat.“ Angela Merkel hat das gesagt, wobei sicher ist: Die Remscheider Kirmes hatte die Kanzlerin dabei nicht im Sinn. Doch das Merkel-Zitat lässt sich leicht darauf biegen. Was haben die Remscheider geschimpft über ihre Kirmes. In jedem Sommer und in großer Zahl brachten sie die immer gleichen Klagen zu Gehör: Die Buden zu wenig, die Fahrgeschäfte zu teuer und sowieso nichts los. Jetzt, nach einer zwei Jahre währenden Zwangspause, gibt es wieder eine Kirmes auf dem Schützenplatz und die Remscheider folgen der Einladung in großer Zahl. Gewiss: Am Wochenende hatte das schöne Spätsommerwetter daran großen Anteil. Die Schaustellerfamilie Schmidt weiß zudem genau, was bei den Menschen ankommt. Doch die Genügsamkeit, die am Wochenende auf dem Schützenplatz deutlich wurde, rührt eben auch aus der zwangsweisen Enthaltsamkeit, die den Menschen pandemiebedingt auferlegt war. Ein bisschen mehr Demut täte uns deshalb zuweilen allen ganz gut. Und Zufriedenheit mit dem, was man hat.

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