Serie: Was wächst denn da?

Hexenkraut: Damen becircen Männer mit den Blüten

Das Hexenkraut. Foto: Stefanie Barzen/Natur-Schule Grund
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Das Hexenkraut.

Biologin Stefanie Barzen von der Natur-Schule Grund über das Hexenkraut

Remscheid. Das große Hexenkraut, auch Waldklette, St. Stephanskraut oder Irrkraut genannt, gehört in die Familie der Nachtkerzengewächse und ist mit Fuchsie und Weidenröschen verwandt. Die häufige, zwanzig bis sechzig Zentimeter hohe Pflanze begegnet uns meist in größeren Gruppen in Wäldern, an Waldwegen- und Waldrändern. Sie mag ihren Standort halbschattig, nährstoffreich und gerne feucht.

Die Laubblätter der mehrjährigen Staude sind oval/lanzettlich geformt, werden fünf bis zehn Zentimeter groß. Die die weißen, selten zartrosa Blüten sind mit vier bis sieben Millimetern eher klein. Sie wachsen in einer lockeren, endständigen, meist unverzweigten Traube oberhalb der Blätter. Die einzelne Blüte besteht aus nur zwei sehr tief eingeschnittenen Blüten- und zwei Staubblättern. Blütezeit ist von Juni bis August, Gäste sind hauptsächlich Schwebfliegen.

Zur Reifezeit bildet das große Hexenkraut kleine, zweifächrige Nüsschen, die dicht mit Widerhaken versehen sind und so an Tieren und Menschen hängen bleiben. Diese Art der Samenverbreitung bezeichnet man als Klettausbreitung. Die Pflanze vermehrt sich auch über Ausläufer. Das große Hexenkraut enthält Gerbstoffe und Oxalate und wirkt bei innerlicher Anwendung adstringierend, harntreibend, blutstillend, entzündungshemmend. Äußerlich werden die zerquetschten Blätter eingesetzt gegen Feigwarzen oder zur Wundbehandlung. Die Blätter der Pflanze können Salat zugegeben werden und wirken dann harntreibend. Wegen des Oxalats sollte bei Gicht, Rheuma oder Nierensteinen auf den Verzehr verzichtet werden.

Das der Circe, einer Zauberin der griechischen Mythologie, gewidmete Kraut soll, frisch in einem Amulett getragen, Menschen anziehend machen. Damen nutzen die frischen Blüten, um Männer zu betören, zu „becircen“. Das Kraut schützt gegen Zauber und Unheil, es schützt das Vieh gegen Verhexen. Der Name „Irrkraut soll sich auf die im Wald wegen ihrer Farbe „leuchtende“ Blüte beziehen. Wenn man sie erblickt, ist man tief im Wald und hat sich wahrscheinlich verlaufen . . . 

natur-schule-grund.de

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