Mein Blick auf die Woche 

Damals gab es bestenfalls ein Carepaket

Richter
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axel.richter@rga.de

Nach dem Zweiten Weltkrieg bauten die Menschen das Land wieder auf und schufen eine neue, demokratische Gesellschaft. Heute geht es darum, beides zu erhalten, sagt RGA-Lokalchef Axel Richter. Dazu müssen wir zusammenrücken - erst recht bei uns im Bergischen Land.

In einem Interview hat Lambert T. Koch die Bergische Universität einmal als seinen persönlichen Glücksfall bezeichnet. Umgekehrt ist es mindestens genauso. Eben deshalb erhielt der mittlerweile ehemalige Rektor in dieser Woche in der Kategorie „Preis für das Lebenswerk“ den erstmals verliehenen Bergischen Zukunftspreis verliehen.

In den 14 Jahren unter Lambert T. Koch hat die Uni enorm an Renommee gewonnen. Sie lockt heute junge Menschen aus ganz Deutschland und aus dem Ausland in unsere Region. Und viele junge Remscheider, Solinger und Wuppertaler bleiben zum Studium im Bergischen, weil die Universität mit ihren mittlerweile 109 Studienfächer buchstäblich vor der Haustür liegt.

Benjamin Lambeck ist einer von ihnen. In Solingen ist er geboren, in Remscheid ist er aufgewachsen, in Wuppertal hat er studiert. Und wiederum in Remscheid hat er mit Freunden Coachingspace erfunden – ein digitaler Beratungsraum für Unternehmen, Schulen, Unis und Forschungseinrichtungen. Beim Bergischen Zukunftspreis gab es dafür den Titel „Gründer des Jahres“.

Ohne die Inspiration, die von solchen jungen Leuten ausgeht, würden unsere Region und unsere Firmen, die in der digitalen Transformation umso mehr auf kluge Köpfe angewiesen sind, verkümmern.

Dass sie im Bergischen ein breites Studienangebot finden, das zudem eng mit den Unternehmen der Region verzahnt ist, ist Lambert T. Koch zu verdanken. Er entwickelte das Profil der Bergischen Universität systematisch weiter, insbesondere in den zuvor oft stiefmütterlich behandelten Ingenieurwissenschaften. Seine Nachfolgerin Birgitta Wolff tritt mithin in große Fußstapfen.

An mehren Dingen ist der erfolgsverwöhnte Uni-Rektor zuletzt jedoch verzweifelt: Obwohl er ein kluges Leitbild für das Städtedreieck entwickelte und in allen Rathäusern großes Ansehen genießt, blieb die Region hinter ihren Möglichkeiten zurück, weil, wie beim Streit um das DOC geschehen, zu oft die Missgunst regierte.

Beim Zukunftspreis redete der Professor den Bergischen noch einmal ins Gewissen. Auch weil angesichts des Krieges in der Ukraine und der übrigen Krisen, vor denen wir stehen, die Gesellschaft zusammenrücken muss.

Koch verglich die Erfordernisse von heute mit nichts weniger als den Erfordernissen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Damals gab es für die Menschen keine milliardenschweren Entlastungspakete, sondern bestenfalls Carepakete. Dennoch bauten sie das Land wieder auf und formten eine neue demokratische Gesellschaft. Wir müssen heute beides „nur“ erhalten.

TOP Weihnachtsmarkt: Die Eisbahn wird fehlen, die Buden aber öffnen.

FLOP Abwassergebühren: Erst gehen sie runter, dann wieder rauf. Verstehen tut´s keiner.

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