Covid-19

Corona verläuft meist wie eine Grippe

Dr. Gabriela Marek impft RGA-Volontärin Michelle Jünger. Die Impfung nimmt Corona den Schrecken, sagt die Ärztin.
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Dr. Gabriela Marek impft RGA-Volontärin Michelle Jünger. Die Impfung nimmt Corona den Schrecken, sagt die Ärztin.
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Die Herbstwelle rollt, doch macht sie niemanden mehr nervös: Am Montag starten die Schulen ohne Maske.

Von Axel Richter

Remscheid. Die Herbstwelle rollt. Allerdings fürchten die Ärzte ihr Hereinbrechen nicht mehr so sehr wie im Herbst vergangenen Jahres. „Corona verläuft heute in den meisten Fällen wie eine schwere Erkältung oder Grippe“, sagt Dr. Gabriela Marek, stellvertretende Leiterin des Remscheider Gesundheitsamtes: „Omikron ist zum Glück deutlich weniger gefährlich als die Delta-Variante und führt deshalb sehr viel seltener zu schweren Krankheitsverläufen.“

Infos zu Entwicklungen rund um das Corona-Virus gibt es im Blog

Entsprechend entspannt ist die Medizinerin vor dem Schulbeginn nach den Herbstferien. Zwar werde das Coronavirus weiter an Geschwindigkeit zulegen. Dafür sorgt das Herbstwetter. Und einige Kinder dürften das Virus auch aus dem Urlaub mitbringen, so war es schließlich auch nach den Sommerferien. Doch, sagt Gabriela Marek: Viele ältere Menschen, aber auch viele Kinder und Jugendliche sind mittlerweile geimpft und nicht wenige haben infolge einer Infektion einen zusätzlichen Immunschutz aufgebaut.

Wir können uns ja nicht ewig verstecken.

Judith Flohr, Grundschule Dörpfeld

Das nennt die Ärztin als Grund für die überwiegend milden Verläufe und beobachtet deshalb mit Freude, dass sich in der städtischen Impfstelle wieder deutlich mehr Remscheiderinnen und Remscheider einfinden. „Wir haben gelernt, uns vor dem Virus zu schützen“, sagt Marek.

Das zeigt sich auch im Sana-Klinikum. Dort haben die Mediziner die zu Beginn der Pandemie eingerichtete Isolierstation BO 4 geschlossen. Wer sich mit Sars-CoV-2 infiziert hat, bleibt auf seinem Zimmer. Von 28 Betten, die das Klinikum auf seiner Intensivstation vorhält, sind 27 belegt. Allerdings kann das Krankenhaus weitere Betten in Betrieb nehmen.

So ist die Lage in den Altenheimen

Die besondere Fürsorge gilt in der Herbstwelle erneut den besonders gefährdeten Gruppen. Aktuell melden neun Altenheime positive Fälle. Für das Virus unempfänglich scheinen dagegen die Frauen und Kinder, die aus der Ukraine als Kriegsflüchtlinge nach Remscheid gekommen sind. Obwohl die Familien in der zu einer Sammelunterkunft umfunktionierten Halle Hölterfeld nur durch eine Trennwand voneinander getrennt sind, gibt es so gut wie keine Ansteckungen. Und das obwohl allenfalls jeder dritte Ukrainer sich hatte gegen Covid-19 impfen lassen. „Ich glaube, die meisten haben es schon einmal gehabt und auskuriert“, schätzt Dr. Gabriela Marek.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Remscheid zu Beginn des Wochenendes bei 644,2 und war damit wieder leicht rückläufig. Doch die Ärzte schätzen sie tatsächlich auf mehr als doppelt so hoch. Viele Infizierte bleiben einfach daheim und kurieren sich aus. Für die Krankmeldung beim Arbeitgeber reicht der Schnelltest aus dem Testzentrum. Doch nur bestätigte PCR-Tests gehen in die Statistik ein. Das erklärt die hohe Dunkelziffer.

Grippeschutz hat in diesem Jahr eine besondere Bedeutung

Das machen die Schulen

Auch die macht aktuell jedoch niemanden nervös. Auch nicht Schulamtsleiter Markus Eschweiler. Am Montag starten die Schulen wie vor den Ferien: ohne Maske – und ohne Testpflicht. Die Regeln ließ das Schulministerium unverändert. „Wir hatten schon vor den Ferien keinen positiven Fall mehr. Ich hoffe, es bleibt so“, sagt dazu Jasmin Steinhauer, Rektorin der Grundschule Reinshagen. „Wir können uns ja nicht ewig verstecken“, ergänzt ihre Kollegin Judith Flohr, Leiterin der Grundschule Dörpfeld. Wenn man Corona etwas Gutes zuweisen möchte, dann aus ihrer Sicht das: „Es gibt keine Eltern mehr, die ihre Kinder krank zu uns in die Schule schicken.“

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