Verwirrung bei den Teststellen

Corona-Tests: Bei den neuen Regeln bleibt vieles vorerst unklar

Die neue Verordnung sorgt für Verwirrung, nicht nur bei Shayan Ansari vom Lüttringhauser Testzentrum.
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Die neue Verordnung sorgt für Verwirrung, nicht nur bei Shayan Ansari vom Lüttringhauser Testzentrum.

Die neue Corona-Testverordnung schränkt den Kreis der Berechtigten ein. Das sorgt bei einigen Teststellen für Verwirrung.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die Zeit der kostenlosen Corona-Bürgertests ist mit dem heutigen Freitag vorbei. Zumindest vorerst. Und zumindest fast. Zum 1. Juli tritt eine Änderung der Coronavirus-Testverordnung in Kraft, die den Kreis der Anspruchsberechtigten deutlich einschränkt. Bei vielen Teststellen sorgt die neue Regelung für Verwirrung.

Hier finden Sie die Liste der Anbieter von Schnelltests in Remscheid

„Seit heute Morgen herrscht Chaos“, berichtet zum Beispiel Shayan Ansari vom Testzentrum in der alten Lüttringhauser Feuerwache. Berechtigte sollen ihren Anspruch per Selbstauskunft erklären, sagt er. „Nur leider weiß weder der Bund noch das Gesundheitsamt, wie eine solche Auskunft auszusehen hat.“ Also habe er sich selber ein Formular gebastelt, sagt Ansari. Ob das rechtssicher sei, könne er kaum beurteilen.

Aktuelle Infos zum Corona-Virus in Remscheid gibt es in unserem Blog

Menschen mit Symptomen sollen laut der neuen Verordnung zum Arzt statt zur Testestelle gehen. Doch viele Ärzte würden einen Test verlangen, bevor sie Patienten in die Praxis lassen, hat Shayan Ansari beobachtet. So werde mancher Patient von der Praxis zum Testzentrum geschickt - und von da wieder zurück. Dass neue Verordnungen in der Corona-Pandemie für Verwirrung sorgen, sei in den vergangenen zwei Jahren eher zum Normalfall geworden, sagt Ansari: „Aber diesmal haben die sich selbst übertroffen.“

So viel werden die Corona-Tests in Remscheid kosten

Laut Bundesgesundheitsministerium soll niemand mehr ohne Grund zum Test gehen. „Anlasslose Tests können dazu beitragen, dass Labore überlastet werden und die Statistik verfälscht wird“, heißt es in einer Mitteilung. Gleichzeitig erlaubt es die neue Verordnung aber den Teststellen-Betreibern, Tests für Selbstzahler anzubieten. Einige der Remscheider Anbieter haben das bereits angekündigt, in der Lüttringhauser Feuerwache soll ein solcher Test 10 Euro kosten, in der Stiftung Tannenhof zwischen 14,99 und 19,99 Euro.

Diese Personen können einen kostenfreien Test machen

Die kostenlosen Bürgertests bleiben Menschen vorbehalten, die bestimmte Bedingungen erfüllen, darunter alle, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, pflegende Angehörige, Haushaltsangehörige von nachweislich Infizierten, alle unter 5 Jahren und Besucher, Behandelte und Bewohner von Krankenhäusern, Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen. Auch das sogenannte Freitesten für Infizierte bleibt kostenfrei.

Diese Personen müssen für einen Test drei Euro zahlen

Wer am gleichen Tag eine Veranstaltung in Innenräumen besuchen will, Kontakt zu besondern gefährdeten Menschen haben wird oder dessen Corona-Warn-App eine „rote Kachel“ anzeigt, darf sich ebenfalls testen lassen - muss aber drei Euro zu zahlen. Eigentlich. Denn auch da haben schon einige Teststellen angekündigt, auf dieses Geld zu verzichten.

Die kurzfristige Änderung der Verordnung sorge für „enorme Herausforderungen“, teilt die Stadtverwaltung mit. Und kündigt an, dass das Bundesgesundheitsministerium die FAQs zum Thema überarbeiten will. Auch das Landesgesundheitsministerium werde sich kurzfristig zu Wort melden, heißt es. Bis dahin tappen Bürger und Teststellen-Betreiber weiter im Dunkeln.  

Standpunkt von Sven Schlickowey: Das nächste Chaos

sven.schlickowey@rga.de

Grundlos getestet werden soll nicht mehr, gegen Geld aber schon. Wer einen Grund hat, soll das irgendwie nachweisen - nur weiß keiner, wie genau. Und wer Vulnerable besucht, darf sich mit Zuzahlung testen lassen, es sei denn, der Besuchte lebt im Heim, dann ist es umsonst.

Man hat sich über zweieinhalb Coronajahre an vieles gewöhnt, auch daran, dass Verordnungen, die mit dem Schulstart am Montag in Kraft treten sollen, erst Freitagnachmittag veröffentlicht werden, oder die Impfpflicht erst kommt, wenn sie keiner mehr braucht, aber die neue Testverordnung hat selbst in diesem Zusammenhang noch einmal eine neue Qualität.

Das gleiche Land, das sonst eher daran krankt, dass auch noch die letzte egal wie unwahrscheinliche Möglichkeit geregelt wird, bevor es losgeht, konnte diesmal nicht die zwei, drei Tage warten, bis die wichtigsten Details geklärt sind. So erzeugt man unnötig Verunsicherung.

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